Dead or Alive 5: Last Round: Dead or Alive 5: Last Round im Test

Test Alexander Schneider
Dead or Alive 5: Last Round: Dead or Alive 5: Last Round im Test
Quelle: Koei Tecmo

Mit harten Schlägen, eindrucksvollen Moves und vollbusigen Frauen debütiert die Dead or Alive-Serie mit aufgewärmter Kost auf der aktuellen Konsolen-Generation. Was die mittlerweile dritte Version von Dead or Alive 5, mit dem Namenszusatz "Last Round", besser macht, erfahrt ihr wie immer im Test.

Anmerkung: Da uns zum Test leider nur die Playstation 4-Version zur Verfügung stand, konnten wir im Test nicht auf die derzeitigen, technischen Probleme der Xbox One-Version eingehen. Während des Tests auf der Playstation 4 gab es bis auf einen Absturz allerdings keine Probleme.

Und schon wieder kalter Kaffee! Das war zumindest mein erster Gedanke, als KoeiTecmo mit "Last Round" den nunmehr dritten Release von Dead or Alive 5 angekündigt hat. Als alteingesessener Fan der Reihe komme ich aber trotzdem nicht an der Version für die aktuellen Konsolen vorbei. Aufgewärmt oder nicht, Dead or Alive war schon immer ein sehr spaßiges Beat 'em Up mit einem zugänglichen Kampfsystem und eignet sich sowohl für Einsteiger als auch Profis. Je ein Knopf ist für Schläge, Tritte, Griffe und Würfe reserviert. Als Anfänger feiere ich schon nach kurzer Zeit Erfolge gegen die CPU, zumindest auf den einfachen Schwierigkeitsgraden. Als Profi stelle ich mich auf den schweren Stufen meinen Gegnern. Da ich die Reihe bereits seit dem dritten Teil auf der ersten Xbox begleite, bin ich mit dem Spielgefühl bestens vertraut.

Dead or Alive 5: Last Round im Test. (1) Quelle: Koei Tecmo, Steam Dead or Alive 5: Last Round im Test. (1) Zwar bietet Dead or Alive einen obligatorischen Story-Modus, dieser dient aber eher dazu, die im Tutorial antrainierten Fähigkeiten zu erproben. Die Hintergrundgeschichte des Spiels ist nicht der Rede wert. Dennoch möchte ich jedem den Story-Modus ans Herz legen, denn die Dialoge und die Handlung sind dermaßen absurd, dass die Lachmuskeln bis aufs Äußerste strapaziert werden. Die Muskeln zeigt der Titel in den übrigen Spielmodi. Diese wirken auf den ersten Blick nicht besonders originell, sind aber sehr unterhaltsam. Ob ich nun im Arcade- oder Time Attack-Modus Gegnerwellen vernichte oder im Survival-Modus versuche nacheinander 100 Kämpfer zu besiegen, das Spiel macht einfach Spaß. Im Trainingsmodus kann ich verschiedenste Angriffe der Kämpfer ausprobieren, wahlweise auch im Kommando-Training. Hier gibt mir das Spiel die Schlagabfolge aller Kombinationen an, damit ich sie meistern kann. Interessant für Profis: Im Menü aktiviere ich auf Wunsch verschiedene Detailansichten. Ich kann mir die Move-Liste anzeigen lassen, die Schadenswerte und sogar die Anzahl der Frames die einzelne Attacken bei ihrer Ausführung benötigen.

Es gibt über 300 Kostüme, die überwältigende Mehrheit fällt selbstverständlich an die weiblichen Figuren. Einige davon muss ich aber erst in den Einzelspieler-Modi freispielen. Mein Sammler-Herz wird auf jeden Fall belohnt und dank zahlreicher Schwierigkeitsgrade kann ich die Inhalte auch ohne großen Frust freispielen. Wenn sich die Offline-Modi mal erschöpft haben, wartet Online eine richtige Herausforderung auf mich. Im Ranglisten Spiel messe ich mich mit anderen, um meinen eigenen Rang zu erhöhen. Aber eine Warnung an alle, denn in DoA tummeln sich online richtig harte Brocken. Nicht selten wurde ich in wenigen Sekunden von meinen Kontrahenten unterbuttert. Falls mir hier der Frust zu groß wird, kann ich in den Suchkriterien auch nach Spielern meines Ranges suchen, um mich so mit gleichstarken Spielern zu messen. Das System funktioniert sehr gut und läuft, wie schon bei den Versionen auf Xbox 360 und Playstation 3, stabil.

Dead or Alive 5: Last Round im Test. (5) Quelle: Koei Tecmo, Steam Dead or Alive 5: Last Round im Test. (5) Dem Frust einer Niederlage kann ich aber nur mit regelmäßigem Training Einhalt gebieten. Online gibt es auch ein Lobby-System, das ich nach verschiedensten Wünschen konfigurieren kann. Bis zu 16 Spieler kann ich aufnehmen und so nacheinander gegen sie antreten. Allerdings muss ich hier auch mit langen Wartezeiten rechnen. Auch bei der Gegnersuche im Ranglisten-Modus wird mein Geduldsmantel auf die Probe gestellt. Die Spielersuche kann gut und gerne mal 10 Minuten und mehr in Anspruch nehmen. Während meiner Testsitzungen gab das Spiel manchmal einen anderen NAT-Wert im Spiel aus, als die Konsole im Netzwerktest.

Technisch wurde das Spiel leicht aufpoliert. Es läuft nun in nativen 1080p mit 60 Frames die Sekunde. Die Ladezeiten sind angenehm kurz und während des Tests kam es zu keinerlei Slowdowns oder Einbrüchen in der Bildrate. Lediglich einmal hing sich das Spiel während des Ladebildschirms auf. Die Kampfstages sind sehr detailliert und DoA-typisch großzügig aufgebaut. Es geht gewohnt viel zu Bruch. Ob ich mein Gegenüber im Dojo-Tempel durch den Boden prügle oder über einen Berghang hinunter werfe, um den Kampf einige hundert Meter weiter unten fortzusetzen, es sieht sehr gut aus. Dazu kommen die detaillierten Charaktermodelle. Zwar gibt es hier und da ein paar einzelne Fehler bei der Kollisionsabfrage, da das Spielgeschehen aber derart schnell abläuft, werden diese nur sichtbar, wenn ich Bilder vom Kampf im Fotomodus mache. Dennoch merkt man dem Spiel an, das es von der alten Konsolen-Generation stammt. Dementsprechend bleibt der Titel hinter den optischen Möglichkeiten zurück. Der Spielspaß wird dadurch aber nicht beeinträchtigt.

Die Frau als Lustobjekt

Dead or Alive 5: Last Round im Test. (4) Quelle: Koei Tecmo, Steam Dead or Alive 5: Last Round im Test. (4) Ich will an dieser Stelle auch kurz auf die problematische Thematik eingehen, die Dead or Alive seit dem ersten Teil begleitet und in Teil 5 ihren aktuellen Höhepunkt gefunden hat. Die Reihe ist dafür bekannt, besonders knapp bekleidete Kämpferinnen zu haben. Gekrönt wird das durch die wackelnden Brüste, die einer eigenen Brustphysik-Engine unterliegen. Bis zu einem gewissen Grad ist das ja völlig OK. Brüste wackeln nun mal. Eine Frau darf in einem Videospiel auch sexy sein, das ist nicht gleich sexistisch. Dass es aber in den Einstellungen einen eigenen Punkt zur Konfiguration der Brustphysik gibt, halte ich für grenzwertig. Für Last Round wurde gar die Brustphysik eigens mit einer neuen Engine überarbeitet.

Klar, Dead or Alive war schon immer sexy. Aber die Schönheit der Figuren war sozusagen schon immer ein Bonus zu den packenden Kämpfen. Der Schöpfer der Serie und ehemaliger Designer, Tomonobu Itagaki, hat die Kämpfe immer über diesen optischen Bonus gestellt. 2003 erschien mit Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball der erste Titel der Reihe, der die Kämpferinnen in einer freizügigeren Umgebung zeigte. Die ursprünglichen Entwickler wollten damit auch eine gewisse Abgrenzung zur Kampfreihe vornehmen, um deutlich zu machen, dass die Hauptreihe vor allem anderen ein Kampfspiel ist, kein Softporno. Mit Dead or Alive 5 kamen viele gute Änderungen hinzu, aber die Reihe hat auch einen Teil ihrer Identität verloren. Die Schuld dafür kann man nicht zwingend den Entwicklern geben, aber nie wurde der, man muss es schon so nennen, sexuelle Aspekt so dermaßen ausgereizt. Gerade in Zeiten, in denen Sexismus heiß diskutiert wird, sollte man sich zweimal überlegen, ob das zeitgemäß ist. Selbst Itagaki sagte in einem Interview, dass er angewidert sei, seine "Töchter" so verunstaltet zu sehen.

Dead or Alive 5: Last Round im Test. (3) Quelle: Koei Tecmo, Steam Dead or Alive 5: Last Round im Test. (3) Dead or Alive ist ein sehr gutes Beat 'em Up, das im Moment unter einer Identitätskrise leidet und zu Unrecht unter dem Deckmantel des Sexappeal vermarktet wird. Dadurch wird es in ein falsches Licht gerückt und das Kampfsystem geht unter. Beim nächsten Teil würden ein paar weniger knappe Bikinis gut tun. Es müssen auch nicht 15 verschiedene pro Charakter sein. Natürlich braucht man ein so überdrehtes, überspitztes Spiel nicht zu streng sehen. Aber ich hoffe, dass sich diejenigen, die im Ingame-Store die "Private Paradise"-Videos der Kämpferinnen kaufen, zumindest ein bisschen schämen. Darin räkeln sich die Mädels in knappen Bikinis in zweideutigen Posen am Strand – und das ist absolut geschmacklos.

Meinung

Wertung zu Dead or Alive 5: Last Round (PS4)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Dead or Alive 5: Last Round (XBO)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
34 Charakteremehr als 25 StagesAufgehübschte OptikÜber 300 Kostüme inklusive (Freispielbar)Zahlreiche Offline Modi für Einzel- und MehrspielerGuter Online ModusKurze Ladezeiten4 Virtua Fighter Gastcharaktere
Den neuen Charakteren fehlt es teilweise an OriginalitätEigener Einstellungspunkt für die Brustphysik ist lächerlichWeibliche Charaktere werden in DoA5 mehr denn je zum Sex-Objekt degradiertGewohnt absurde Story mit lächerlichen, peinlichen DialogenSeason-Pass für 92,99 € sprengt jeden Rahmenderzeit noch massive Probleme auf Xbox One
Fazit

Spaßiges und extrem umfangreiches Beat 'em Up, das trotz gutem Gameplay mehr denn je mit einem sexistischen Image zu kämpfen hat.

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