Halo 5: Guardians: Halo: Nightfall in der DVD-Kritik: Wo sind die 70 Millionen Dollar hin?
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Halo: Nightfall erscheint jetzt auch auf DVD und Blu-Ray als kompletter Film, genau wie es schon bei Halo: Forward Unto Dawn der Fall war. Kann die Produktion von Ridley Scott mit anderen Science-Fiction-Größen mithalten, oder lohnt der Blick selbst für Genre-Fans kaum?
Halo: Nightfall ist eigentlich eine fünfteilige Mini-Serie, die Halo: The Master Chief Collection beiliegt. Sie erzählt die Geschichte zwischen Halo 4 und dem kommenden Halo 5: Guardians. Dabei geht es um Commander Locke, den Kommandanten einer Spezialeinheit der UNSC. Er untersucht als ONI-Agent einen terroristischen Anschlag auf einer Kolonie der Menschen. Halo: Nightfall ist quasi der Nachfolger von Halo: Forward Unto Dawn, das damals den Marktstart von Halo 4 beworben hat. Am 17. März 2015 erscheint Halo: Nightfall auf DVD und Blu-Ray, als mehr oder weniger abendfüllender Film.
Quelle: 343 Industries
Vier unbekannte Gesichter.
Doch was kann man von dem Titel erwarten? Insgesamt ist er eine Enttäuschung und bedient sich der üblichen Sci-Fi/Horror-Klischees. Die Truppe verschlägt es auf einen zerstörten Halo-Ring, der von felsigen und kargen Landschaften geprägt ist. Dort treffen die Soldaten auf eine bisher unbekannte Gefahr, die einen nach dem anderen erledigt. Was und wer genau das ist, verraten wir natürlich nicht, aber viel hat die Handlung mit den bisherigen Feinden nicht zu tun. Am Anfang des Films sieht man eine Sequenz mit einem Elite, danach spielt die Allianz eigentlich keine Rolle mehr. Schade, denn ich hätte gerne ein paar Gefechte mit den Gegner der Videospiele gesehen.
Natürlich passt die Story irgendwie ins Halo-Universum, aber das nur am Rande. Wer den Film als Nicht-Kenner schaut, wird kein großes Problem haben, den Soldaten inhaltlich zu folgen, da es einfach viel zu wenige Schnittpunkte mit den Spielen gibt. Was man bekommt, ist eine völlig austauschbare 08/15-Sci-Fi-Story, die auch im Star Trek-, Star Wars- oder Stargate-Universum stattfinden könnte, mit nur wenigen Anpassungen. Da hat Halo: Forward Unto Dawn viel, viel mehr Bezugspunkte zum Franchise. Es ist einfach das bessere Fanprodukt. Die Soldaten werden nach und nach dezimiert und selbst Mitglieder einer Top-Spezialeinheiten verhalten sich irrational und wenig glaubwürdig. Der eine dreht schnell durch, der andere will nur sich selbst retten, der besonnene Anführer usw. - das kennt man ja alles. Besondere Tiefe kann man den Charakteren jedenfalls nicht zusprechen.
Quelle: 343 Industries
Foto aus einer generischen Ballerszene, die aus jedem Sci-Fi-Film stammen könnte.
Während die Story ohne Höhepunkte durchgezogen wird, sind Kulissen, Ausstattung und Computer-Animationen in etwa auf dem Niveau einer typischen Produktion des SyFy-Channels. Das Gesehene sieht ganz okay aus, aber alles wirkt relativ billig produziert. Erstaunlicherweise will Microsoft 70 Millionen US-Dollar in Halo: Nighfall gesteckt haben. Wo das Geld versickert ist? Man weiß es nicht, aber ich hätte das Budget auf 15-20 Millionen US-Dollar geschätzt, weil auch die Schauspieler allesamt unbekannt sind. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wo genau da 70 Millionen US-Dollar drin stecken sollen. Der Film bewegt sich auf ganz gewöhnlichem TV-Niveau.
Na gut, eine Idee hätte ich da schon, denn die Hollywood-Legende Ridley Scott (Alien, Blade Runner) ist der Produzent von Halo: Nightfall. Er hat bestimmt die eine oder andere Million abbekommen, damit mit seinem Namen geworben werden kann. Halo: Nightfall erscheint mit über 35 Minuten exklusiven Behind-the-Scenes-Material und über 50 Minuten Second-Story-Extras, in denen man noch mehr über die Hintergründe des Films erfährt. Das ist zwar ganz nett und durchaus einen Blick wert, wer Halo: Nightfall jedoch schon über Halo: The Master Chief Collection gesehen hat, für den lohnt sich die zusätzliche Investition in die Blu-Ray oder DVD nicht.
