Mittelerde: Mordors Schatten: Mittelerde: Mordors Schatten - Der helle Herrscher im DLC-Test

Test Sven Huber
Celebrimbor gegen Sauron: Im Prequel erfahren wir, was wirklich geschah.
Quelle: Warner Bros.

Mittelerde: Schatten von Mordor war im letzten Jahr ein sehr kontroverser Titel. Für die einen das Spiel des Jahres, das quasi aus dem Nichts kam und alles abräumte. Für die anderen ein langweiliger Assassins Creed- oder Arkham-Klon mit Herr der Ringe Skins. Unabhängig davon bietet uns Monolith mit "Der Helle Herrscher" nun einen DLC abseits von Sammelmissionen, Kopfgeldaufträgen und Co.

Mit dem aktuellsten Addon schickt uns Monolith in die Vergangenheit. Vergesst den Waldläufer aus dem Hauptspiel – sind wir mal ehrlich, dessen Namen haben wir doch schon vor Ende des Tutorial bereits wieder vergessen. Dieses Mal übernehmen wir die Kontrolle über Celebrimbor alias Silberne Hand. Wer nun meint, er dürfe mit dem Elbengeist Unfug treiben, wird enttäuscht. Der DLC ist ein Prequel und findet einige hundert Jahre vor dem Plot des Hauptspiels statt. Dementsprechend ist der Rachegeist noch kein Geist, sondern quietschlebendig. Celebrimbor verfügt zwar nicht über einen Rachegeist, kann aber trotzdem eine Art Geistersicht aktivieren, um Feinde durch Wände zu orten oder Ork-Häuptlinge zu identifizieren. Wie es sich für einen Elben gehört, ist Celebrimbor auch ein Meister mit dem Bogen. Im Gegensatz zu Talion kann er aber nicht die Zeit verlangsamen. Dafür entfällt im Gegenzug das "Aufladen" des Schusses. Jeder Schuss des Elbenschmieds ist automatisch ein schwerer Schuss.

Mittelerde: Mordors Schatten - Der Helle Herrscher im DLC-Test (3) Quelle: Warner Mittelerde: Mordors Schatten - Der Helle Herrscher im DLC-Test (3) Ein weiteres nettes Gimmick im Arsenal ist der Ring der Macht. Nein, nicht irgendein Ring der Macht, sondern DER Eine. Diesen Meisterring nämlich bringt der Elb zu Beginn des Addons in seinen Besitz. Logisch dass Sauron das nicht gut findet und dementsprechend stinkig auf den Elb ist. Aktiviert ihr nun den Ring, verlangsamt sich die Zeit und Celebrimbor verfügt über unendlich Munition für seinen Bogen. Außerdem kann er direkt, ohne Kombocounter, unlimitierte Finisher ansetzen. Praktische Sache. Leider will der Ring wieder aufgeladen werden. Dies geschieht durch das bekannte Brandmarken von Orks. Überhaupt wurde auf dieses Feature ein verstärktes Augenmerk gelegt. So könnt ihr die gebrandmarkten Orks und Uruks fortan in den Kämpfen an eure Seite rufen, sie verzehren wenn eure Gesundheit zur Neige geht und, wie bereits erwähnt, die Energie des Rings aufladen.

Im Westen nichts Neues
Mittelerde: Mordors Schatten - Der Helle Herrscher im DLC-Test (4) Quelle: Warner Mittelerde: Mordors Schatten - Der Helle Herrscher im DLC-Test (4) Die restlichen Spielelemente sind soweit aus dem Hauptspiel bekannt. Einziger kleiner Unterschied: Da es sich um ein Prequel handelt, sind natürlich noch keine Türme vorhanden. Stattdessen müsst ihr bestimmte Aufgaben erfüllen, um ein Gebiet zu erobern und einen der, aus dem Hauptspiel bekannten Türme, erbauen zu lassen. Die Aufgaben bestehen in der Regel daraus, eine gewisse Anzahl Uruks eurer Macht zu unterwerfen. Mal geht es um die bloße Anzahl, mal dürft ihr dabei nicht gesehen werden.

Der Unterwerfung der Horden solltet ihr euch auch ausgiebig widmen, um in den Kämpfen entsprechend Verstärkung parat zu haben. Denn die Scharmützel gegen die Horden Mordors sind nicht mehr so einfach wie im Hauptspiel. Zwar hat sich am generellen Ablauf der Kämpfe (Kontern, Ausweichen etc.) nichts geändert, aber die Orks sind dafür um einiges stärker. Das macht irgendwo auch Sinn, immerhin spielt das Addon in einer Zeit, in der Sauron auf dem Höhepunkt seiner Macht steht. Dementsprechend gut gerüstet sind seine Horden. In unseren Testsessions war es eher die Regel denn eine Ausnahme, dass wir auf mehr als einen Häuptling trafen. Diese verfügen, im Gegensatz zum Hauptspiel, auch über deutlich weniger Schwächen und mehr Stärken. Ein genaues Studium seines Ziels ist daher noch wichtiger als bislang. Da ihr vermehrt auf Berserker-Uruks trefft (die mit dem Schild und den nicht-konterbaren Attacken), wird man fast zwangsweise zu einem vorsichtigeren, heimlicheren Vorgehen gezwungen. Wir haben die Erfahrung gemacht: rennt man wie im Hauptspiel in eine Orkmeute, ist dieses Mal schneller Schluss mit lustig, obwohl Celebrimbor mit einem komplett ausgebauten Skilltree an den Start geht. Diesen angehobenen Schwierigkeitsgrad empfanden wir jedoch nie als überzogen, sondern als sehr angenehm.

Mittelerde: Mordors Schatten - Der Helle Herrscher im DLC-Test (6) Quelle: Warner Mittelerde: Mordors Schatten - Der Helle Herrscher im DLC-Test (6) Wo das Gameplay nach wie vor seine Macken haben mag, weiß die Handlung dieses Mal voll zu überzeugen. Celebrimbor ist als Charakter einfach viel interessanter als der 08/15 Waldläufer. Aus diesem Grund wollen wir auch gar nicht groß auf Handlungsdetails eingehen. Nur so viel: Monolith gelingt es der bisherigen "Nebenfigur" wirklich Persönlichkeit einzuhauchen. Die Entwicklung, die Celebrimbor im Lauf der mehrstündigen Prequel-Kampagne durchläuft, überzeugt und fesselt an den Schirm. So spitzt sich die Handlung zu, bis zu einem Finale, das uns deutlich besser gefiel als sein Pendant im Hauptspiel. Der heimliche Star des Spiels, das Nemesis-System, ist natürlich auch wieder mit von der Partie. Hier wurde ein wenig am Maximallevel gefeilt. So können Häuptlinge nun bis Level 25 aufsteigen. Dafür lassen sie aber auch mächtigere Runen fallen. Es kann sich also durchaus lohnen, auch mal einen Häuptling mit einer Todesdrohung laufen zu lassen.

Meinung

Pro & Contra
Celebrimbor ist um Längen interessanter als TalionDie Kämpfe spielen sich ein wenig taktischer als bislangmehr Schwerpunkt auf Stealth und Studium der Stärken/Schwächen der HäuptlingeDie Entwicklung Celebrimbors wirkt glaubhaft
Farblich herrscht immer noch braun und grau vorBei Kämpfen auf engem Raum zickt die Kamera manchmalWie auch im Hauptspiel wiederholen sich die Aufgaben
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