Final Fantasy 15: Final Fantasy 15 in der Vorschau: Wir vermissen die Epik
Special
Bald hat das Warten ein Ende! Nach jahrelangem Werkeln ist Square Enix kurz vor der Vollendung der nächsten Episode des Final Fantasy Zyklus. Die Arbeiten sind soweit fortgeschritten, dass man sogar mit einer ausladenden Demo namens Final Fantasy XV Episode Duscae die Fans einheizen möchte. Wir warfen einen ersten Blick auf das mehrstündige Probe-Abenteuer und sind eher ernüchtert als imponiert. Das soll das große neue Final Fanatsy werden?
Nach all den Final Fantasy 13 Ablegern und MMORPG Varianten wird Final Fantasy XV der erste echte neue Ableger der altehrwürdigen Serie seit etlichen Jahren, und das sogleich auf der neuesten Konsolengeneration. Bezüglich des erzählerischen Geschicks machen wir uns keine Sorgen. Auch dieses neue Final Fantasy wird sicherlich wieder typisch übertriebenen Kitsch, massenhaft Klischees und mit all dem aufwarten, was man bisher gewohnt ist. Gezeigt wird dies in der Episode Duscae aber noch nicht. Keine ausladende CGI-Sequenzen, keine umfangreiche Story, die uns zunächst stundenlang berieselt. In der Demo schlagen wir ohne Umschweifen sehr schnell auf dem Boden der Tatsachen auf.
Quelle: Square Enix
Final Fantasy 15 in der Vorschau (2)
Seine Hoheit Prinz Noctis und seine Kumpanen, alle das erste Mal außerhalb der behüteten Mauern der Stadt unterwegs, müssen einen ungeplanten Zwischenstopp inmitten der Prärie einlegen. Ihr Auto, ein blitzendes schwarzes Geschoss, ein Cabriolet, mit Lederpolstern und allen erdenklichen Schnickschnack, lässt die Truppe im Stich. Zumindest hat es den Geländetest nicht bestanden und bedarf nun einer Reparatur. Die ist bei einem solchen Schlitten nicht ganz billig. Die knackig geformte, von der Kamera durchaus lasziv eingefangene Mechanikerin an der Tanke trumpft aber mit ihren Werten auf und kann, das nötige Kleingeld vorhanden, die Mühle wieder in Gang setzen. Somit müssen Prinz Noctis und seine Freunde sich auf den Weg machen, das nötige Taschengeld für die heiße Braut in der Werkstatt zu beschaffen, damit sie ihren Auftrag – der sicherlich in Hauptspiel dann im Vordergrund stehen wird – weiter verfolgen zu können.
Gestrandet in der Wildnis wirft man einen ersten Blick über die Ebene. In der Ferne türmen sich futuristisch gebaute Bögen, die an Weltraumstädte oder ähnliches erinnern. Davor ein riesiger See, in dem sich der mit wenigen Wolken durchzogene Himmel spiegelt und haushohe Tiere ihr Dasein fristen. Das Gewässer grenzt an eine mit Gras und Büschen durchzogene Ebene, welche beidseitig von einer Straße gesäumt ist. Gegenüber erstreckt sich ein dunkler Wald, welcher sich den felsigen Hang hinauf schlängelt. Ein epochaler Eindruck – wenn man das so auf Papier liest, der Atem stockte uns aber keineswegs. Trotz modernster Konsolen sieht die Technik einfach altbacken aus. Die Fernsicht wird durch verwaschene Optik simuliert, Objekte in der näheren Umgebung wirken auch nicht sonderlich scharf und über all dem liegt der Schatten einer vollkommen fehlenden Kantenglättung. Selten bekommt man in letzter Zeit ein Spiel zu Gesicht, bei dem das Auge derart durch den Flimmerkasten gereizt wurde.
Quelle: Square Enix
Final Fantasy 15 in der Vorschau (4)
Dabei geben Noctis und seine Freunde alle Mühe zu gefallen. Während man die Prärie von Duscae nach Beute und Schlafplätzen sowie auf der Spur einiger Missionen durchstreift, schieben die Gefährten im Weg stehende Büsche und Äste zur Seite und wischen sich nach einem Marsch in der stechenden Hitze den Schweiß von der Stirn. Die muntere Truppe verwickelt sich auch immer wieder in Gespräche über erlebtes, oder auch auch sinnlose Debatten. Das alles liefert das Gefühl, mit den Helden wirklich im Abenteuer zu stecken und dabei die Aufträge zu erfüllen. Ein Steckbrief bezüglich eines Monsters sorgt für die nötige Motivation der vier frisch gebackenen Helden und das ausladende Kopfgeld, sollte man den Behemoth tatsächlich bezwingen können. Primäres Ziel ist also ein riesiges, zotteliges Biest, welches aber nicht einfach so als Opfer auf seine Häscher wartet.
Zunächst geht man Hinweisen nach. Besucht dabei die Chocobo-Farm, durchstreift die Wälder und begibt sich dabei auch in dunkle Höhlen. Auch die riesige Ebene sorgt für einen großen Abenteuerspielplatz. Wer sich an die frei zugänglichen Ebenen aus Final Fantasy 13 erinnert, erlebt ein wenig ein Déjà-vu. Alle anderen Leser müssen sich ein Monster Hunter oder Jurassic Park vor Augen halten. In der Ebene grasen zottelige, aber mächtig große Bisons, die durchaus aufbrausend den Eindringling verjagen. Vor allem wenn sie ihre Jungtiere in Gefahr sehen. In den Wäldern wiederum werden die Helden häufig von dunklen Wolfsbestien angefallen und in den Höhlen lauern weitere Gefahren, denen Prinz Noctis und seine Gefolgschaft trotzen muss.
Quelle: Square Enix
Final Fantasy 15 in der Vorschau (6)
Die Kämpfe erinnern ein klein wenig an Final Fantasy 12, mit der Ausnahme, dass nur Noctis vom Spieler tatsächlich gesteuert wird und die anderen drei Kollegen völlig autonom und ohne Zutun des Spielers eingreifen. Auch wenn der Prinz eher als in sich gekehrter Emo-Freak und unerfahren dargestellt wird, scheinen seine Freunde ebenfalls nicht immer in bester Form zu sein. Immer wieder mangelt es den Mitstreiter im Kampf an Intelligenz – KI-Aussetzer, die bereits in der Demo ärgerlich sein können. Der Kampf findet in Echtzeit statt. Es gibt keinerlei Rundenstrategie, denn die Aktionen sind direkt auf die Tasten des Gamepads verteilt. Mit einer wird eine Spezialangriff ausgelöst, die nächste kann gehalten werden, so dass eine ganze Kombination an Attacken auf die Widersacher nieder geht. Ein eher typisches Schnetzelspiel mit Final Fantasy Einlagen. Noctis kann sich darüber hinaus auf höher gelegene Plattformen katapultieren und durchschnaufen. Dadurch werden die Lebenspunkte wieder regeneriert oder ein Angriff aus dem Hinterhalt geplant.
Das Kampfsystem ist teilweise extrem flott, man muss die Gegner sehr schnell anvisieren, um diese im Blick zu behalten. Doch genau daran scheitert das Spiel gewaltig. Denn viele Angriffe gehen schlichtweg ins Leere. Feinde gekonnt anzugreifen, ist in der Demo aufgrund der Kamera und der eher mangelhaften Lock-On Funktion so gut wie nicht möglich. Da geht einfach alles in die Hose und schon bald versucht man den Konfrontationen einfach aus dem Weg zu gehen, anstatt die Biester zu besiegen und Erfahrungspunkte einzusammeln.
Quelle: Square Enix
Final Fantasy 15 in der Vorschau (8)
Auch die Ausrüstung ändert daran leider nicht wirklich viel. Über das Inventar wird das Kampfverhalten von Noctis beeinflusst. Ihr könnt zahlreiche Varianten von kleinen bis großen Waffen ausprobieren, dabei die Angriffskombinationen variieren, und somit den Kampfstil verändern. Angeblich hilft dies auch je nach Gefahr, dieser Herr zu werden. Wirklich viel konnten wir aber noch nicht in Erfahrung bringen. Überhaupt, wird das schlichte Menüsystem verwirrend und nicht sonderlich ansprechend und es birgt auch die Gefahr, von Bestien überfallen zu werden. Denn solange ihr euch um den Inhalt des Rucksacks kümmert, läuft das Leben inklusive Tag- und Nachtwechsel im Hintergrund weiter. Man sollte daher für die dringlichen Änderungen ein Nachtlager aufsuchen. Dort wird nicht nur eine zufällig gewählte Mahlzeit eingenommen, welche Statuseffekte für den nächsten Tag mit sich bringt, sondern auch alle Erfahrung auf die Helden verteilt. Damit steigen diese Stufe um Stufe auf, um letztendlich vor Behemoth gewappnet zu sein.
Quelle: Square Enix
Final Fantasy 15 in der Vorschau (7)
Die Hauptmission, das riesige Ungeheuer aufzuspüren und letztendlich zu vernichten, birgt in dieser Demo immerhin mehrere Konfrontationen mit dem Tier, die bisweilen in bester Hollywood Manier auf den Bildschirm gezaubert werden. Zunächst schleicht man der todbringenden Bestie durch einen nebligen, unheimlichen Wald hinterher und darf dabei nicht erwischt werden. Später versucht Noctis mit seinen Freunden sich dem Behemoth in einer alten Ruine zu nähern. Die kleinen Schleichwege verwehren die Sicht auf die vier wagemutigen Kämpfer, doch immer wieder bricht der Kopf der Bestie über diese herein. Geifer sabbert aus dem Lefzen. Das Tier wittert den Geruch von Menschen. Es brüllt und lässt dank Sourround-Anlage das Wohnzimmer erbeben. Szenen, die mit Dramaturgie, Emotionen und gekonnten Kameraperspektiven ein kinoreifes Erlebnis liefern. Auch der folgende Kampf gegen den Behemoth wird beeindruckend aufgezogen, auch wenn Teile des Kampfes schlichtweg geskripted sind und dadurch nicht beeinflussbar. Kurz bevor Noctis sein Leben aushaucht, trumpft die Demo mit dem Auftauchen einer Esper auf. Mit einem gewaltigen Effektgewitter geht der Kampf zu Ende und hinterlässt einen zumindest für den diesen Moment imponierten Spieler.
Man kann nur hoffen, dass Final Fantasy XV im Hauptspiel mehr dieser epischen Szenen zu bieten hat, denn diese waren eine der wenigen wirklichen Lichtblicke dieser Demo. Episode Duscae zeigte sich eher ernüchternd. Vielleicht erwartet man einen größeren Grafikblender, der nicht aussieht wie ein altes Skyrim, sondern auch ein Bloodborne in die Tasche stecken könnte. Vielleicht hat man sich auch vom Kampfsystem etwas ganz anderes erwartet. Zumindest spielbar sollte es sein und dank der Hektik und Kamera ist dies nicht gegeben. Insgesamt hat die Demo mehr Träume platzen lassen, als dass die Vorfreude auf das kommende Abenteuer geschürt wurde.
