Final Fantasy Type-0 HD: Final Fantasy Type-0 HD im Test: Das PSP-Abenteuer kommt nach Europa
Test
Final Fantasy Type-0 erschien 2011 in Japan für die PSP. Aufgrund der Sprachbarriere kamen aber nur wenige Spieler in den Genuss, da es der Titel niemals in den Westen geschafft hat. Ausgestattet mit englischer Sprachausgabe und deutschen Untertiteln sowie aufpolierter Technik dürfen nun auch wir den Kampf vierer Nationen in HD auf der Xbox One und Playstation 4 erleben. Was bietet uns Type-0, außer einer Demo zu Final Fantasy 15?
Eine der größten Stärken von Final Fantasy Type-0 HD zeigt sich bereits von Beginn an aufgrund der teils recht episch präsentierten Geschichte um vier Nationen, die aufgrund der Machtgier eines einzelnen Herrschers im Krieg stehen. Die mächtigen Truppenbewegungen sorgen für Angst und Schrecken und letztendlich für Tod und Verderben. Kaum ist die Spiele-Disc eingelegt und ein paar Auswahlmenüs sind bestätigt, könnt ihr auf jeden Fall erst einmal den Controller auf die Seite legen und genießen. Bei der gefühlt halbstündigen Introsequenz wird man, typisch für die Serie, mit Videos und viel Geplapper ordentlich auf das Abenteuer eingestimmt. Doch auch danach beweist Square Enix erzählerisches Geschick, wobei bedingt der japanischen Kultur auch manches Klischee nicht ausbleibt. Ihr übernehmt die Schüler der Klasse 0 einer Militärschule. Alles gut gebildete Jugendliche, die sich vor allem in der Kunst des Kampfes hervorragend auskennen und gar gegen die L'Cie einen Hauch einer Chance zeigen. Diese göttlichen Wesen stellen mitunter die einzige Verbindung zu den Final Fantasy 13 Teilen dar. Die Grundbasis für Type-0 ist also dieselbe Mythologie, ansonsten bietet der Kampf von Orience ein einzigartiges Erlebnis.
Quelle: Play4
Final Fantasy Type-0 HD im Test (1)
Der Klasse 0 gehören insgesamt 14 Schüler an, die nicht nur ihre eigenen Hintergrundgeschichten und Intrigen mit sich bringen, sondern auch spielerisch gewaltige Unterschiede an den Tag legen. Die einen pfeffern den Gegnern Blei um die Ohren, manch anderer versucht es mit magische Karten, aber auch klassische Schwerter, Peitschen und Prügel dürfen nicht fehlen. Jeder Schüler hat sich auf eine Waffe spezialisiert und ist daher eher dem Nahkampf, oder dem Fernkampf gut gesinnt. All das müsst ihr beachten, wenn es in die Schlacht geht. Bis zu drei Teilnehmer stellen sich aktiv den Herausforderungen, wobei nur ein Schüler vom Spieler tatsächlich gesteuert wird. Die anderen agieren autonom, aber durchaus intelligent. Der Clou dabei: Nicht jeder Charakter eignet sich für jeden Auftrag. Feinde, die sich auf den Brüstungen in luftiger Höhe verschanzen, lassen sich nun mal nur mit Pistole oder Pfeil & Bogen erledigen. Die Mischung der Kampftruppe macht es aus. Immerhin können sämtliche Schüler der Klasse 0 mit in die Schlacht genommen werden. Fällt ein Kamerad, springt sofort ein weiterer für ihn ein.
Die Kämpfe laufen in Echtzeit ab. Mit der Schultertaste wird ein Feind ins Visier genommen und mit den Buttons werden Soldaten und Bestien gleichermaßen malträtiert. Die Kamera ist dabei aber leider störrisch und auch nach Stunden extrem nervig hektisch. Nicht selten verliert man dadurch den Überblick und hofft, dass die Kollegen den Rücken frei halten. Teamangriffe sucht man übrigens vergebens. Dafür sorgt der Einsatz einer Esper für ein ungewöhnliches Ausscheiden des Protagonisten, der dann durch einen Kamerad ersetzt werden muss. Während das Fußvolk eher gewöhnlich bis nervig ist, sorgen die Bosse für teils strategische Auseinandersetzungen. Oftmals muss der richtige Moment abgewartet werden, um wirklich großen Schaden anzurichten oder bei den schwächeren Feinden ein One-Hit-Kill zu ermöglichen. Wichtig ist aber vor allem auch, Erfahrung zu sammeln und eine passende Ausrüstung dabei zu haben, die man sich in den zahlreichen Shops aneignen wird.
Quelle: Play4
Final Fantasy Type-0 HD im Test (3)
Dadurch stellt die Charakterentwicklung ein wichtiger Bestandteil von Final Fantasy Type-0 dar. Ganz klar finden sich ausgewählte Schüler, welche aufgrund der Bewaffnung favorisiert werden. Ihr solltet aber alle andern ebenfalls nicht aus dem Auge verlieren und diese genauso fleißig trainieren. Dazu gehören Einsätze in der Außenwelt wie auch Missionen, sowie Trainingseinheiten in der Arena. Witziger Nebeneffekt: Wenn das Spiel in der Arena gespeichert wird, kann ein einzelner Kadett ein Intensivtraining bestreiten, bis das Spiel wieder fortgesetzt wird. Kehrt ihr zurück, hat dieser deutlich an Erfahrung gewonnen.
Sämtliche Schüler können natürlich mit Waffen, Rüstungen und Accessoires ausgestattet werden. Auch am Kampfstil darf gefeilt werden sowie der Magie und den mächtigen Esper-Angriffen, die Final Fantasy Kennern wohlbekannt sind. Es gibt mächtig viele Schrauben, die in Angriff genommen werden können. Für den einen ist dies ein Traum, für viele wird es aber geradezu ein Fluch darstellen. Denn mit insgesamt 14 Charakteren verliert man unglaublich schnell den Überblick und kann auch kaum wirklich ein Beziehung zu bestimmten Helden aufbauen. Es dauert viele, viele, viele Stunden, bis man auch nur annähernd einen Überblick über die Fähigkeiten einzelner Schüler hat. Unsereins war dies einfach zu viel. Man verkommt in einem planlosen Wettrüsten ohne sich dabei eine plausible Strategie oder Taktik zurecht zu legen.
Quelle: Square Enix
Final Fantasy Type-0 HD im Test (5)
Während Final Fantasy Type-0 vor allem im Bezug auf Story und Charakterentwicklung so mächtig wie selten zuvor daher kommt, ist das restliche Spieldesign aufgrund der Herkunft nicht ganz so überzeugend. Positiv stechen noch Flugsequenzen im Stil von Panzer Dragoon sowie eher seichte Strategieabschnitte im Stil von Risiko hervor. Das grundsätzliche Leveldesign aber lässt zu wünschen übrig. Stellt euch das Brettspiel "Das verrückte Labyrinth" mit all seinen Pfaden und Wegen vor. Nun zieht es euch auf eine Karte, deren Außenwände zumeist dann Häuserschluchten oder Mauern innerhalb von Gebäuden darstellen. Jede Karte entspricht einer Arena in Type-0, in der man manchmal sämtliche Gegner ausschalten muss, aber auch öfters mal einfach nur den Ausgang durchqueren darf. Das Leveldesign ist nicht sonderlich gelungen und auf Dauer äußerst repetitiv, auch wenn es hier und da kleinere Rätsel gibt und Spezialaufträge die Missionen aufzulockern versuchen.
Auch technisch ist, trotz der HD Politur, nicht alles Gold was glänzt. Während der Akademie den Umzug in die grafisch neue Welt aufgrund netter Spiegeleffekte und hoch auflösenden Texturen gut bekommt ist, sorgen vor allem die Außenwelten für ein tristes, oftmals schmuckloses und detailarmes Dasein. Auch viele Charaktermodelle wirken wohl ungewohnt absonderlich. Das eine Mädchen hat Arme, die ihr bis zu den Knien gehen müssen, dem anderen Schüler hüpft übermütig der Rucksack hin und her und viele sind einfach stumme Statisten, die kaum eine Mimik verziehen. So emotional manche Konversation auch ist, so gleichgültig sehen die Gesichter teilweise aus. Die englischsprachigen Synchronsprecher fallen auch immer wieder aus dem Rahmen und überziehen so manche Aussage mit extremen Stimmlagen. Ein Traum ist dagegen der eingängige Soundtrack, welcher recht gekonnt die jeweiligen Szenen untermauert. Geht es auf dem Bildschirm hektisch her, darf es auch mal recht pompös sein. Sorgen die Mitschüler für berührende Geschichten, schmiegt sich die Musik geschmeichelt an unser Ohr.
