F1 2015 erscheint erstmals nur für die aktuelle Konsolengeneration und wird noch realistischer. Dieses Jahr liegen der Version sogar zwei Saisonen bei: 2014 und 2015. Wir haben die vergangene Saison mal in einer regnerischen Nachtfahrt ausgetestet.
Wenn man die Entwickler fragt, was sie am Vorgänger von F1 2015 am meisten störte, dann antworten sie unisono: Die Rennsimulation hat allen gefallen, aber ein Formel-1-Feeling kam nie auf. Das soll sich 2015 ändern. Heuer plant Codemasters ein Drumherum aufzubauen, das dem F1-Zirkus gerecht wird. Wie eine TV-Übertragung soll das Rennspiel wirken, inklusive Siegerehrung auf einem Treppchen, Champagner-Dusche und Vorberichterstattung. "Der Formel-1-Flair kam uns bisher zu kurz", erklärt der Produktmanager in Frankfurt. Vor dem Start gibt es daher eine Einblendung mit dem Starterfeld, ein Moderator erklärt einem die Aufstellung – wie bei der Liveübertragung eben.
Quelle: Codemasters
TV-Feeling im Videospiel: Das Drumherum soll an eine Liveübertragung erinnern.
Aber auch inhaltlich wandelt sich F1 2015: Handling und Einsteigerfreundlichkeit sind besser geworden, gleichzeitig will Codemasters aber Profispieler nicht vergraulen. Sie können im ultra-realistischen Simulationsmodus über jede Kleinigkeit entscheiden. HUD, Bremshilfen, Lenkhilfen, Reifenassistent – alles lässt sich manuell zu- oder abschalten. Mit einer Pro-Season will Codemasters diese High-End-Zocker abholen. Wer als unerfahrener Neuling darin einsteigt, kommt vermutlich nicht mal von der Startposition weg.
Als kleines Gimmick hat Codemasters F1 2015 gleich zwei Saison-Pakete beigelegt. Wer sich das Rennspiel kauft, bekommt die vergangene F1 Saison 2014 und die laufende Saison 2015 – ohne jeglichen Aufpreis oder DLC-Kauf.
Nachts im Regen
Quelle: Codemasters
Regentropfen, Wassernebel und leichter Film auf dem Visier: Die Effekte sind der Wahnsinn.
In Frankfurt spielen wir das Singapurer Nachtrennen im Regen. Die Grafik der neuen Ego-Engine ist schon bei der Startaufstellung überzeugend: Wassertropfen zerplatzen auf dem Boden und auf den gegnerischen Boliden, erzeugen fast so etwas wie einen feinen Nebel. Als die Startampel grün zeigt, geht es aber richtig los. Die vorderen Fahrer wühlen die nasse Straße auf, ziehen richtige Nebelschwaden von aufgewühlten Wassertropfen hinter sich hoch. Die vermischen sich im Sichtfeld des Spielers: Da fallen große, dicke Tropfen vom Himmel und daneben bildet sich ein Flicken von kleinen Wasserperlen, die langsam das Visier des Helms herunterfließen – Wahnsinn! Die Beleuchtung tut ihr Übriges zur Situation. Lichter spiegeln sich auf der Straße und selbst bei hohem Tempo behält F1 2105 seine scharfen Texturen bei. Die Nacht in Singapur ist eine Wucht.
Das Handling indes ist knackig wie immer. Übung braucht es und Kenntnis der Strecke. Ohne Bremshilfen rast man sonst mal an der leicht zu übersehenden Haarnadelkurve vorbei in einen Reifenstapel. Die Wagen sind natürlich mit all den technischen Finessen des Formel-Reglements ausgestattet.
Boxenfunk für Profis
Quelle: Codemasters
Hardcore-Spieler bekommen eine Pro-Season.
Eigentlich klingt es albern, fast wie eine dieser typischen PR-Neuerungen: Via Kinect oder Headset auf Xbox One und PS4 kann man in F1 2015 nun Sprachbefehle an den Boxenfunk geben. Will man in der nächsten Runde reinkommen, um Reifen zu wechseln oder einfach nur erfragen, auf welchem Platz und bei welcher Rundenzeit man aktuell steht, kann man einfach rufen. Im normalen Spiel überflüssig. Die wichtigsten Informationen kann man eh ablesen und den Rest mit Tastenkombinationen wählen. Interessant wird das "Gimmick" für Spieler der Pro-Season. Denn sie haben kein HUD, aus dem sie Rundenzeiten oder Platzierung ablesen können. Sie müssen also beim Renningenieur nachfragen – das wird spannend!
Meinung
In eigener Sache: Wir haben F1 2015 auf einem Vorschau-Event von Bandai Namco in Frankfurt angespielt. Die Reisekosten hat der Publisher bezahlt. Dies nahm keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels.
