Wolfenstein: The Old Blood: Solide Standalone-Erweiterung im Test

Test Michael Sosinka
Wolfenstein: The Old Blood: Solide Standalone-Erweiterung im Test
Quelle: Bethesda

Wolfenstein: The Old Blood ist eine Standalone-Erweiterung zu Wolfenstein: The New Order, die vor den Ereignissen das Hauptspiels stattfindet. Man bekommt wieder eine trashige Nazi-Story geboten, dieses Mal aber mit Zombies verfeinert. Der Umfang ist ebenfalls ganz ordentlich ausgefallen und das klassische Shooter-Gameplay macht immer noch Spaß.

Ein Add-On mit ordentlichem Umfang

Mit Wolfenstein: The Old Blood haben Bethesda und Machine Games eine Standalone-Erweiterung zu Wolfenstein: The New Order veröffentlicht. Im Prinzip kann man die neuen Missionen auch als eigenständiges Spiel ansehen. Zum Preis von 20 bis 25 Euro bekommt man immerhin eine Spielzeit von zirka acht Stunden geboten. Wolfenstein: The Old Blood ist ein Prequel. Das bedeutet, dass die Handlung vor Wolfenstein: The New Order stattfindet, genauer gesagt im Jahr 1946. Das Ende von Wolfenstein: The Old Blood leitet die Ereignisse zu Beginn des letztjährigen Spiels ein, denn William "B.J." Blazkowicz muss herausfinden, wo sich General Totenkopfs geheime Basis befindet. Wie wir wissen, wird diese am Anfang von Wolfenstein: The New Order angegriffen.

Mehr vom bereits bekannten Gameplay

Wolfenstein: The Old Blood im Test - Solide Standalone-Erweiterung Quelle: Bethesda Wenn es um das Gameplay geht, dann hat sich eigentlich gar nichts getan. Es gibt neue Umgebungen, Waffen und Gegner, aber im Prinzip spielt sich Wolfenstein: The Old Blood fast wie Wolfenstein: The New Order, auch wenn es ein paar Ausnahmen gibt. Man bekommt klassische und schnelle Shooter-Kost mit Healthpacks und kompromissloser Action geboten. Leider wurden auch die Schwächen des Hauptspiels übernommen, wie die dümmliche KI und das nervige manuelle Einsammeln von Items. Man merkt schon, dass Wolfenstein: The Old Blood kein richtiger Nachfolger sondern eigentlich nur eine Erweiterung ist.

Dennoch gibt es einige Dinge, die man erwähnen sollte: Wolfenstein: The Old Blood ist zwar grundsätzlich linear, aber die Level sind teilweise so aufgebaut, dass sie einige alternative Wege und Verstecke vorweisen, um sich zum Beispiel schleichend durch die Missionen zu bewegen. An vielen Stellen muss man sich zwar durchballern, aber in bestimmten Abschnitte ist es möglich, Gegner von hinten zu meucheln bzw. ihnen komplett aus dem Weg zu gehen. Das ist besonders ratsam, wenn Kommandanten anwesend sind, da sie Verstärkung holen können. Die Schleichabschnitte sind natürlich nicht so überzeugend wie in echten Stealth-Games, aber sie sind ganz ordentlich spielbar.
Wolfenstein: The Old Blood ist "wolfensteiniger"

Wolfenstein: The Old Blood ist leider nicht ganz so gut inszeniert wie Wolfenstein: The New Order. Nebencharaktere wirken blasser, während die Story zwar weiterhin herrlich trashig daher kommt, jedoch sehr nebensächlich wirkt. Dennoch erinnert das Prequel mehr an die alten Wolfenstein-Spielen, es fühlt sich "wolfensteiniger" an, wenn man das so sagen darf. Man kämpft sich durch die Burg Wolfenstein, deutsche Dörfer, dunkle Gemäuer, prunkvolle Säle, bedrohliche Katakomben oder geheimnisvolle Ausgrabungsstätten. Und dann wären da noch die Nazi-Zombies, gegen die man jetzt antreten muss.

Wolfenstein: The Old Blood im Test - Solide Standalone-Erweiterung Quelle: Bethesda In den Missionen sind viele Geheimnisse verborgen, die die Spielzeit von bis zu acht Stunden etwas strecken können. Dazu zählen auch die Alptraum-Level. In jedem Kapitel kann man sich kurz zum Schlafen hinlegen und erlebt verschiedene Level in der Optik des aller ersten Wolfenstein-Spiels, quasi ein Spiel im Spiel. Das stellt eine nette Abwechslung dar, aber die Gebiete sind sehr verschachtelt aufgebaut und man kann sich sehr schnell verlaufen. Doch so haben sich Shooter in den 90er Jahren nun mal gespielt. Zudem sind die Retro-Ausflüge optional.

Eine Herausforderung wartet

Ist die Story beendet, kann man sich entweder an einem höheren Schwierigkeitsgrad versuchen oder die Herausforderungs-Level ausprobieren. Die Arenen basieren auf Abschnitten aus der Kampagne und man muss darin gegen immer zahlreicher werdende Feinde kämpfen, um Punkte und Medaillen zu sammeln. Die Highscore-Jagd kann für weitere 1-2 Stunden durchaus Spaß machen. Ein Multiplayer-Modus fehlt jedoch weiterhin.

Wolfenstein: The Old Blood im Test - Solide Standalone-Erweiterung Quelle: PC Games Technisch wirkt der Shooter immer noch etwas zu altbacken. Da hat sich im Vergleich zu Wolfenstein: The New Order nichts getan. Die matschigen Texturen und die vergleichsweise einfachen Charakter-Modelle wirken auf der aktuellen Konsolen-Generation einfach nicht mehr zeitgemäß. Dennoch sind die Level stimmungsvoll ausgeleuchtet und können mit viele witzigen Details überzeugen. Liebe zum Detail kann man den Entwicklern jedenfalls nicht absprechen, zumindest bei der Optik. Dafür läuft die Grafik flüssig und ohne weitere Probleme. Der Sound ist gewohnt solide und die deutsche Sprachausgabe bewegt sich auf dem Niveau des Hauptspiel.

In der deutschen Version hat Bethesda jegliche Hinweise auf den Nationalsozialismus entfernt. Die Nazis sind einfach nur das Regime und aus dem Führer wird das Staatsoberhaupt. Die Symbolik fehlt ebenfalls komplett. Dafür wurde am Gewaltgrad nicht geschraubt, weswegen die vollen Splatter-Effekte zur Verfügung stehen.

Meinung

Wertung zu Wolfenstein: The Old Blood (PC)

Wertung:

7.5 /10

Wertung zu Wolfenstein: The Old Blood (XBO)

Wertung:

7.5 /10

Wertung zu Wolfenstein: The Old Blood (PS4)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
düstere Katakomben, Burg Wolfenstein ein typisches WolfensteinPreisleistungsverhältnisOld-School-ActionSchleichen als Alternative möglichNazi-Trash-Story mit HumorRetro-Level
Technik wirkt altbackendeutliche KI-Schwächenetwas liebloser als das Hauptspielkaum erwähnenswerte Storykeine Neuerungen
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