Nach fast einem Jahr Wartezeit ließ uns Warner Bros. erneut einen Blick auf Batman: Arkham Knight werfen. Der Blick in die Open World offenbart, wie das Batmobil dort eingesetzt wird.
Es ist lange her, Batman… Das letzte Mal sahen wir uns auf der Gamescom 2014, seitdem wurde es recht still um dich. Nun, kurz vor der Veröffentlichung, darf ich aber doch nochmal ran – und ausprobieren, wie sich Batmans vierter Einsatz so spielt. Vom namensgebenden "Arkham Knight", dem neuen und vor allem erfundenen Oberbösewicht des Spiels, fehlt aber noch jede Spur.
All about the Open World
Quelle: Warner Bros.
Wow, sieht das gut aus: Selten sah ein Spiel mit der Unreal Engine 3 so toll aus!
Das erste, was mir beim Anspielen auffällt ist die grandiose Optik. Nicht umsonst startet die Demo auf einem hochgelegenen Dach, von dem aus ich die komplette Stadt überblicken kann. Bei Nacht und im Spiel mit Licht und Schatten sieht das überwältigend gut aus – und fast alles lässt sich erreichen und ist wirklich da! Doch Reisen in dieser Open World können anstrengend sein. Hingleiten mag zwar phänomenal aussehen, doch es dauert manchmal ein bisschen zu lang. Ich lasse mich deshalb aus der Höhe fallen, rufe auf Knopfdruck das Batmobil und plumpse direkt ins Cockpit – ein fließender Übergang und schon geht's los!
Das Batmobil, so erzählt es mir ein Mitarbeiter, hat verschiedene Aufgaben in Arkham Knight. In der Open World dient es vor allem als schnelles Gefährt. Mit einem Boost ausgestattet kann es schnell von A nach B gelangen und sieht dabei ziemlich massiv und cool aus. Dass dabei allerlei Kram in Batmans Weg kaputt geht, ist egal: Der dunkle Ritter tötet zwar niemanden, rammt aber dafür recht hemmungslos Autos von der Straße und jagt im Vorbeifahren ganze Stadtteile in die Luft. Das passt zwar irgendwie schlecht in den Heroen-Kanon der Serie, erklärt mir der Rocksteady-Entwickler. Aber es macht unheimlich viel Spaß!
Das Batmobil soll aber nicht nur als Fortbewegungsmittel dienen. Es ist bereits in die Missionsstruktur implementiert. Schon auf der Gamescom letztes Jahr konnte man eine Mission spielen, in der Batman einen Feuerwehrmann der ACE Chemicals Werke befreit und im Batmobil aus dem Gefahrenbereich schaffen muss. Offensichtlich kann Batman in seinem neuesten Abenteuer daneben auch Feinde festnehmen und bei der Polizei von Gotham City abliefern. Die sitzen dann im Hochsicherheitsknast herum, den Batman sogar besuchen kann. Den ein oder anderen soll man vielleicht sogar verhören können – das deutet eine Szene im Knast jedenfalls an, die ich spielen konnte.
Ein Panzer, für alle Fälle
Quelle: Warner Bros.
World of Batman: Die Panzerschlachten passen nicht so recht zum Saubermann-Image des Flattermanns.
Das Batmobil ist aber auch gut gepanzert. Es hält Explosionen und Raketenangriffen stand, normalen Schusswaffen sowieso. Und Batmans stylische Kiste sieht nicht nur aus wie ein Panzer – sie ist auch einer. Auf Knopfdruck geht das Batmobil in den Battle Modus über. Die Räder fahren dabei etwas heraus und sind nun in alle Richtungen drehbar. Die Steuerung verändert sich dadurch, der Bat-Panzerverhält sich nun wie ein Third-Person-Shooter – inklusive Strafing! Das wirkt komisch und fühlt sich irgendwie falsch an. Doch die Szenen steuern sich exakt wie ein Shooter und sorgen für etwas Abwechslung von Batmans drögem Zuschlag-Alltag.
So können wir beispielsweise in der Open World Hacking-Missionen annehmen. Darin muss Batman Bomben entschärfen, indem er aus dem Batmobil heraus den Zünder hackt. Die Bösewichte merken das, schicken reihenweise eigene Truppen und Panzer vorbei. Deren Geschossen muss man also in Wellen ausweichen und sie ausschalten – sieht aus wie ein Shooter-Level und spielt sich auch so.
Gutes Kampfgefühl
Quelle: Warner Bros.
Neues Dual Play: In großen Kämpfen kann Batman Hilfe rufen und sich zu zweit prügeln.
Im Fokus stehen solche Panzerschlachten aber natürlich nicht. Batman: Arkham Knight lebt noch immer von seinen intensiven Nahkämpfen. In einer Mission gegen den Pinguin stürmt der schwarze Ritter einen Raum mit an die 20 Gegnern. In solchen Momenten beweist Rocksteady seine Brillanz in Sachen flüssige Animation. Ein Tritt hier, ein Schlag da, schnell einem Gegnerkonter ausweichen, Finisher! Arkham Knight kennt sogar noch mehr Finisher als seine Vorgänger. An einer Stelle springt Batman nach oben, reißt eine Lampe ab und schlägt sie dem gegnerischen Kämpfer auf den Kopf. An anderer Stelle kommt das neue Dual Play zum Vorschein!
Wenn Dual Play aktiviert ist, kommt Batman ein zweiter Held zur Hilfe. In unserer Szene war es Nightwing, der Batman beim Vermöbeln von Feinden hilft und Koop-Finisher bietet. Dabei kickt einer der beiden Charaktere den Feind in die Luft, der andere setzt zum K.O.-Schlag an. Diese Szenen sind imposant inszeniert und wirken richtig, richtig cool!
Außerdem kann man mit Dual Play den anderen Charakter auch komplett übernehmen und beispielsweise als Nightwing mit Elektroschocker weiterkämpfen. Nur wenn diese großen Kämpfe enden wechselt man wieder zu Batman – als anderer Charakter weiterspielen geht leider nicht. Dass es weitere gibt, ist ein offenes Geheimnis: Beim Anspielen verrät uns ein Mitarbeiter von Rocksteady, dass man durch Challenges in der offenen Welt neue Figuren freischalten kann.
Riddler-Rätsel als Rennen
Quelle: Warner Bros.
Neue Riddler-Rätsel als Autorennen: Bei hoher Geschwindigkeit wirklich fordernd!
Interessant war eine neue Form der Riddler-Rätsel. Die sind, wie viele andere nicht Story-bezogenen Spielelemente, in der Open World als eine Art Nebenmission verteilt. In einem der Rätsel muss Batman einen Hindernis-Parcours des Riddlers im Batmobil abfahren. Auf Tastendruck muss man dabei Türen und Klappen öffnen oder schließen. Der Clou: Wenn sich eine öffnet, geht die andere automatisch zu. Bei hohem Tempo den richtigen Rhythmus zu finden ist ganz schön schwierig – auch wenn die Steuerung mir manchmal einen Strich durch die Rechnung machte…
Andere Nebenmissionen kennt man aus den Vorgängern. Batman rettet fleißig Feuerwermänner in der Stadt, prügelt Horden von Gegnern über den Haufen und macht Jagd auf Firefly, den Zündler von Gotham. In einer dieser Missionen verfolgen wir den Super-Bösewicht nach einem Anschlag auf eine Feuerwache. Im Batmobil folgen wir ihm und weichen seinen Brandbomben aus – um am Ende mit dem Schleudersitz abzuspringen und zum finalen Schlag anzusetzen. Natürlich kann Firefly trotzdem entkommen – und ruft Batman etwas wie "Beim nächsten Mal kill ich dich!" zu. Und plötzlich ploppt das nächste Firefly-Symbol auf der Karte auf. Ein bisschen undynamisch, gerade in Zeiten perfekt inszenierter Nebenmissionen wie in The Witcher oder GTA 5…
