Im ersten Tomb Raider Remake schlittert Lara ungewollt in ein Abenteuer, das ihr Leben verändern soll. In Rise of the Tomb Raider will sie es nun nicht anders: Die abenteuersüchtige Archäologin sucht die Herausforderung.
Crystal Dynamics startete mit dem Tomb Raider Remake die Serie komplett von vorn und zeigte, wie aus einem kleinen, unscheinbaren Mädchen die taffe Fraue wurde, die über Jahrzehnte eine der wenigen weiblichen Hauptrollen in einem Videospiel war. In Rise of the Tomb Raider hat sich Lara Croft an ihr neues Leben gewöhnt: Sie sucht jetzt von sich aus ein Abenteuer, purzelt also nicht einfach hinein. Die Suche nach einer verborgenen Stadt scheint genau das richtige Kaliber zu sein…
"Ich muss da allein durch…"
Quelle: Crystal Dynamics
Crystal Dynamics hat erneut entlegene Locations gefunden, um Tomb Raider dort anzusiedeln.
Im E3 Trailer sieht man, dass Lara im Hochgebirge nicht ganz allein unterwegs ist. Sie klettert zu Beginn der Demo (siehe Video oben) mit Jonah umher. Doch bei einer Lawine werden die beiden getrennt. Hinter den Kulissen zeigen uns die Entwickler, wie die Geschichte weiter geht: Lara überlebt angeschlagen und ohne ihre Ausrüstung den Schneeabgang. Jonah funkt sie noch an, will zur Hilfe eilen. Doch Lara wimmelt ihn ab: "Versuch gar nicht mich zu finden! Ich muss da allein durch."
Wieder mal allein auf sich gestellt muss sie zuerst Schutz vor Wind und Schnee finden. Der macht ihr ziemlich zu schaffen. Tiefe Furchen zieht sie durch den Tiefschnee, der ihren Gang arg verlangsamt. Und selbst als sie eine alte Feuerstelle gefunden hat, kann sie nicht einfach ausruhen. Zuerst muss Feuerholz her – eine von 16 unterschiedlichen Ressourcen.
Quelle: Crystal Dynamics
Diesmal wollte Lara es so: Sie ging freiwillig auf die Suche nach einer verborgenen Stadt.
Die kann man, wie im Vorgänger, für Upgrades von Waffen benutzen. Oder zum Craften von Gegenständen: Denn Lara kann in Rise of the Tomb Raider nun erstmals eigene Munition herstellen – für den Bogen versteht sich. On the fly, sogar im Gehen, kann sie Pfeile herstellen. Hat sie noch kombinierbare andere Zutaten im Gepäck, lassen sich Alternativ-Pfeile bauen. Mit Pilzen und Holz kann man etwa einen Gift-Pfeil zusammensetzen. Der setzt beim Aufprall eine Giftwolke frei und setzt selbst schwer gepanzerte Einheiten lautlos außer Gefecht.
Auf den Baum
Wenig später trifft Lara zum ersten Mal auf Gegner. Um ihnen auszuweichen und sich zu verstecken, kann sie an vielen Stellen nun in die "Vertikale" flüchten. Alle Bäume und auch manche Gebäudestrukturen lassen sich erklettern, um aus dem Sichtkegel der Gegner zu verschwinden. Von da oben kann man aber auch gut angreifen. Mit einem Giftpfeil schalten wir beispielsweise gleich zwei gepanzerte Einheiten aus. Ohne den neuen Pfeil hätte das ewig gedauert, weil selbst ihre Köpfe vor Kopfschüssen sicher waren.
Wer es etwas taktischer will, kann Wachen ablenken. Ein Schuss mit dem (normalen) Bogen lockt etwa eine einzelne Wache von ihrer Patrouille. Das verschafft uns Zeit, um an ihr vorbei zu huschen. Eine ganze Gruppe von Gegnern kann man mit einem rauschenden Funkgerät ablenken. Das haben wir vorher einer Leiche abgenommen.
Diese neuen Ablenkungsmöglichkeiten gefallen uns zwar, jedoch zieht Lara im tiefen Schnee weite Spuren hinter sich her. Die erkennt die KI nicht – schade, das wirkt wie ein Logikloch.
Große Levels
Quelle: Square enix / Crystal Dynamics
Ein Mix aus offener Erkundung, schmalen Story-Abschnitten und imposanten Kletter-Parkours.
Beim Aufbau der Levels verändert sich nicht großartig was. Noch immer setzt Crystal Dynamics auf die "Dreifaltigkeit" aus schmalen, korridorartigen Story-Elementen, offenen Erkundungs-Hubs und Kletter-Dungeons. Die Gebiete für Open Exploration sind jedoch bis zu dreimal größer ausgefallen.
Wie im ersten Teil machen Lara aber nicht nur menschliche Gegner Probleme: Auch die Fauna legt sich mit der taffen Archäologin an. Ein Bär jagt sie durch das kalte Sibirien. Ihn kann sie nur durch einen Mix aus Giftpfeilen und normalen Pfeilen nierderstrecken – und erst nach einer der mittlerweile für die Serie typischen Jagden, in denen es vor allem darauf ankommt, dass der Spieler zum richtigen Zeitpunkt aus dem Weg springt oder die richtige Taste drückt. Diese Quick Time Events sehen zwar nach wie vor großartig aus – dürfen aber nicht Überhand nehmen.
Die Xbox 360 Version von Rise of the Tomb Raider ist übrigens noch lange nicht am Ende: Auf der E3 kündigte ein Crystal Dynamics Mitarbeiter während der Präsentation an, dass die "Last-Gen"-Fassung auch im November erscheinen soll.
