For Honor: Vorschau: Ein ungewohntes Mittelaltergemetzel

Special Sandro Odak
For Honor: Vorschau: Ein ungewohntes Mittelaltergemetzel
Quelle: Ubisoft

Auf der E3 2015 überraschte Ubisoft die Welt mit einem blutigen Gemetzel im Mittelalter: For Honor verspricht ein intensives Nahkampferlebnis zu sein - und sieht erstklassig aus. Wir haben es in Los Angeles angespielt.

Es war eine der größten Überraschungen der E3: Ubisoft kündigte auf der eigenen Pressekonferenz das Actionspiel For Honor an. Das blutige Gemetzel spielt im Mittelalter und stellt Ritter, Samurai und bärtige Wikinger gegenüber.

Interessant daran: Spieler treten gegeneinander an. Bis zu acht spielen auf einem Server zusammen. Sie sind jedoch nicht die einzigen Figuren auf dem Spielfeld. Neben ihnen gibt es noch NPCs – sie sind aber nur Füllmaterial und können dem Spieler eigentlich so gut wie nichts antun. Nur andere Ritter sind uns gefährlich.

Domination im Mittelalter

Wikinger gegen Samurai gegen Ritter: Klingt absurd und historisch nicht korrekt, macht aber Spaß! Quelle: Ubisoft Wikinger gegen Samurai gegen Ritter: Klingt absurd und historisch nicht korrekt, macht aber Spaß! Die Demo, die wir in Los Angeles angespielt haben, war leider noch nicht fertig, wir konnten daher nur Ritter als Fraktion auswählen. Vor einer steinernen Burgruine mussten wir um die Vorherrschaft um drei Punkte kämpfen. Klingt erst mal vertraut nach Domination. Doch die Perspektive und das Spielgefühl sind neuartig. Statt aus der Ego-Sicht steuern wir die Rittern aus der Schulterperspektive über die Karte. Und gekämpft wird in einem sehr skillbasierten Verfahren, das sich von Casual-Actionspielen wie Ryse abheben will.

Mit den rechten Schultertasten und Triggern können wir auswählen, ob wir einen leichten oder einen schweren Schlag setzen wollen. Die Richtung wird mit dem rechten Stick vorgeben. Der Ritter kann zwischen links, rechts und oben auswählen. In der Defensive erscheint kurz vor dem Schlag des Gegners für einen Moment ein Pfeil, der die Schlagrichtung anzeigt. Dann muss man schnell reagieren und in die richtige Verteidigungsposition gehen. Das mag nach Quick-Time-Events klingen, ist aber in Wirklichkeit aber sehr eingängig und flüssig. Das Spiel pausiert auch nicht das Geschehen. Wenn man den richtigen Moment verpasst, kann man einen Hieb einfach nicht parieren.

Groß inszenierte Nahkampfschlachten und Belagerungsszenarien sind das zentrale in Ubisofts Mittelalterspektakel. Quelle: Ubisoft Die blutigen Finisher und die tolle Grafik erinnern an Ryse: Son of Rome. Ziel für beide Parteien ist es, mehr als 1.000 Punkte zu erzielen. Die bekommt man automatisch, wenn man eine Mehrzahl der drei Flaggenpunkte hält. Bei 1.000 ist das Spiel aber nicht sofort vorbei. Ab dann können Feinde nur nicht mehr zurück ins Spiel spawnen. Wenn sie es jedoch schaffen, in Unterzahl eine weitere Flagge einzunehmen – etwa weil sie sich hinter die Frontlinie geschlichen haben und nun ungestört sind – bekommen sie Punkte zurück. Und können dadurch ihre Teammitglieder retten. Das macht ein Match bis zur letzten Sekunde spannend.

Clash in the middle

In der Mitte der Karte treffen die KI-Armeen beider Fraktionen aufeinander. Sie bilden eine Frontlinie. Quelle: Ubisoft In der Mitte der Karte treffen die KI-Armeen beider Fraktionen aufeinander. Sie bilden eine Frontlinie. Auf unserer Demo-Karte gab es drei Punkte. Zwei gegenüberliegende, die nah an der Basis des jeweiligen Teams waren, und eine in der Mitte. Sie sind durch einen zentralen, sehr breiten Weg verbunden und treffen im mittleren Punkt zusammen. Dort kämpft auch eine Horde junger NPC-Soldaten. Die sind bei weitem nicht so gut gepanzert wie die richtigen Ritter, können aber eine Frontlinie bilden, die den Gegner verlangsamt und ablenkt.

Die Zusammentreffen mit anderen Rittern verlaufen sehr brachial. Stahl trifft auf Stahl, vor allem durch das spannende Defensivsystem weicht For Honor von vergleichbaren Spielen ab. Ein Kampf in For Honor dauert länger als in ähnlichen Actionspielen – weil hier ein Hieb auf den nächsten folgt und keiner der Spieler ein Superheld ist. Man muss hoffen, die Abwehr des Feindes zu durchbrechen – nicht wild draufkloppen.

Belohnt wird das am Ende mit ziemlich brutalen FInishern. Haben wir den Gegner gut zugerichtet, können wir für einen kurzen Moment eine eingeblendete Taste drücken. Mit ihr schlagen wir Gegnern mit einem Hieb den Kopf ab oder hieven ihnen das schwere Zweihandschwert mit voller Wucht in die Schulter. Ziemlich brutal…

Grafik wie in Ryse

Mit jedem Kill bekommt man Punkte, die man in Spezialattacken wie einen Artillerieschlag investieren kann. Quelle: Ubisoft Mit jedem Kill bekommt man Punkte, die man in Spezialattacken wie einen Artillerieschlag investieren kann. For Honor hat zum Teil wegen seines unaufgebrauchten Settings Sympathien aufgebaut. Aber die tolle Optik spielt da sicher auch rein. Die Welt von For Honor sieht wunderschön realistisch aus und erinnert ein wenig an den Xbox One-exklusiven Grafikkracher Ryse: Son of Rome von Crytek. Der sah mindestens genauso toll aus, war inhaltlich aber ein gigantisches Quick-Time-Event. For Honor hat deutlich mehr auf der Brust.

Meinung

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