Es müssen nicht immer Monster, Maschinengewehre und Außerirdische sein: Microsoft stellte auf der E3 Pressekonferenz das malerisch schöne Beyond Eyes vor. Wir haben einen Blick auf das Blinden-Adventure geworfen.
Wenn man sich auf dem Schowfloor der E3 umschaut, sieht man viele Actionspiele. Gewehre hier, Raumschiffe da, Action überall. Es scheint eine der einfachsten Formen der Unterhaltung zu sein. Dass es auch anders geht, will die junge Game Designerin Sherida Halatoe beweisen. Sie entwarf schon während ihres Studiums einen Prototyp von Beyond Eyes. Danach wurde erst Team 17, dann Microsoft auf das Werk aufmerksam. Beyond Eyes handelt von einem Mädchen, das im jungen Alter bei einem Unfall das Augenlicht verliert. Als sie erblindet, schwinden auch ihr Selbstvertrauen und die Lebensfreude.
Quelle: Team 17
Rae fasst Mut und will zum ersten Mal seit ihrer Erblindung die Welt erkunden. Sie ist auf der Suche nach der Katze Nani.
Erst als die blinde Rae eine kleine, fette Katze namens Nami findet, entfacht das ein Feuer in ihr. Sie hat endlich einen Freund! Doch beim Spielen im vertrauten Garten haut Nami plötzlich ab – und Rae fasst den Mut, endlich das eigene Haus zu verlassen und die Welt zu erkunden. Dabei offenbart sich ihr die Welt immer nur in kleinen Teilen. Sie kann Dinge riechen und hören und stellt sich so ein Bild von ihrer Umgebung vor. Das Spiel stellt diese Dinge in einer wunderschönen Pastell-Optik dar – wie ein wildes, interaktives Kunstwerk.
Doch nicht alles ist so, wie es scheint. Aus der Ferne klingt das Plätschern von Wasser noch nach einem hübschen Springbrunnen. Aber wenn Rae näher rangeht, riecht sie verdorbenes, schmutziges Wasser. In Wirklichkeit kommt das Plätschern von einem Abwasserrohr – Raes Sinne spielen ihr eben manchmal ein Spiel. Rae kann sich dabei merken, wo sie herkam und wie die Dinge dort aussahen. Die zu Beginn komplett weiße Karte füllt sich also ständig mit neuen Inhalten. Auch das unterstreicht den künstlerischen Aspekt des Spiels. Nur wenn es regnet, spielt der Kopf der jungen Blinden verrückt. Die vielen Geräusche verunsichern die Kleine und die Welt verschwimmt zusehends in einem Wasserfarben-Chaos!
Kein typisches Gameplay
Quelle: Team 17
Die Welt für die Blinde Rae ist gefährlich und abweisend. Das wird immer wieder auch in der Färbung der Spielwelt offensichtlich.
Beyond Eyes hat keine Superhelden, keine Gegner, keine Monster. Stattdessen stellt uns Designerin Halatoe vor die Probleme echter Blinder. Um Nami zu folgen, müssen wir eine laute Wolke von Gestank und Lärm durchqueren. Sie stellt sich, beim näheren Herangehen, als eine vielbefahrene Straße heraus – eine echte Tücke für jemanden der nicht sehen kann! Plötzlich hört Rae ein Klicken – und stellt sich instinktiv einen Specht vor, der an einem Baum klopft. Bei genauerem Hinsehen offenbart sich das Geräusch aber als Blindenampel. Ein Knopfdruck genügt und die Autos kommen zum Stillstand. Durch solche Rätsel-Einlagen wirkt Beyond Eyes auch wie ein richtiges Spiel - und nicht nur wie ein interaktives Kunstwerk.
