Unravel: Vorschau: Ergreifendes Abenteuer in Garn-Optik

Special Sandro Odak
Unravel: Vorschau: Ergreifendes Abenteuer in Garn-Optik
Quelle: EA

Unravel war Electronic Arts größte Überraschung auf der E3. Wir haben das Garn-Adventure nun anspielen können - und waren ergriffen von der simplen Schönheit.

Große Explosionen, schnelle Verfolgungsjagden, stumpfe One-Liner... Das kennen wir von Electronic Arts Pressekonferenzen. Als auf der E3 plötzlich Unravel auf der Bühne vorgestellt wurde, war es im Saal still. Kluge Rätsel, knuddelige Optik und eine herzergreifende Geschichte ist selten geworden.

In Unravel steuern wir Yarni, eine süße Figur aus Wolle. Yarni lebt im Haus einer einsamen, alten Dame - dem Typ "liebe Omi". Sie wohnt allein in dem Haus, sieht ihre Familie kaum noch und trauert vor allem einem hinterher: Den alten Tagen, als Kinder und Enkel noch im Haus waren. Immer wieder klammert sie sich an die Erinnerungen, geht ihre Foto-Sammlung durch. Aber niemand kommt. Das will Yarni ändern - und der "netten Granny" wieder zurückgeben, was sie so sehnlich vermisst.

Perspektivwechsel

Die Perspektive macht's: Yarni ist winzig, seine Umgebung kommt uns daher riesig vor. Quelle: EA Die Perspektive macht's: Yarni ist winzig, seine Umgebung kommt uns daher riesig vor. Die Spielwelt von Unravel ist das heimlige Zuhause der Dame. Rund um ihr Holzhaus muss Yarni Rätsel lösen und durch kluges Kombinieren knackige Plattformer-Einlagen meistern. Der Clou: Yarni ist als Wollknäuel natürlich nur ein paar Zentimeter groß. Die Perspektive hat uns besonders gut gefallen. Bäume, Parkbänke und ein Mülleimer im Garten stellen für ihn erst mal unüberwindbare Hindernisse dar. Die verlangen Köpfchen: Das eine mal zieht der Garn-Winzling mit einem Lasso eine Cola-Dose ran, um sie als Plattform zu nutzen. Ein anderes Mal schiebt er Fallobst durchs Level, um es aufzutürmen und eine Treppe zu bauen.

So simpel bleibt es natürlich nicht immer. Später sollen wir Yarni unbeschadet über einen riesigen See (in Wirklichkeit vermutlich nur eine Pfütze) mit Wellengang bringen. Hier muss man neben Köpfchen auch Geschick beweisen und im richtigen Moment übers Wasser schwingen. Wenn die Welle einen erwischt, landet Yarni im kalten Nass - und das mag er gar nicht!

Der rote Faden

Zieht sich wie ein roter Faden durch Unravel: Die Hauptfigur Yarni verliert Wolle. Quelle: EA Zieht sich wie ein roter Faden durch Unravel: Die Hauptfigur Yarni verliert Wolle. Unravel heißt natürlich nicht umsonst so wie das englische Wort für "abrollen". Als Wollknäuel zieht Yarni einen Faden hinter sich her und verliert immer mehr von seinem Wollkörper. Ist er komplett abgerollt, kann er nicht mehr weiter - erst muss er frische Wolle aufnehmen. Die liegt häufig herum und dient auch als Speicherpunkt. Kommt man nicht mehr weiter, muss man den verlorenen Faden wieder aufrollen und einen neuen Weg suchen - süß.

Den Faden haben die schwedischen Entwickler aber auch bildhübsch ins Gameplay eingebaut. Yarni kann so zum Beispiel auch wieder in Gebiete des Levels zurückklettern, die er eigentlich bereits hinter sich gelassen hat. Er kann sich außerdem von Klippen abseilen und an Ankerpunkten Knoten machen. Die dienen zum einen zur Sicherung, zum anderen kann man sie aber auch zu Brücken oder Trampolinen ausbauen. Knotet man an zwei gegenüberliegenden Ankerpunkten den Faden fest, kann man so viel höhere Plattformen erreichen. In späteren Levels wird es dann auch ganz schön trickreich, die richtigen Ankerpunkte zu kombinieren.

Toller Art-Style, durchdachtes Gameplay und ergreifend schön. Habe direkt meine Oma angerufen.

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