Scalebound: Vorschau: Ob Platinums Drachen-RPG die Xbox in Japan rettet?
Special
Die Xbox One gehört in Japan zu einem der erfolglosesten Produkte aller Zeiten. Ob Platinums Drachen-RPG Scalebound daran etwas ändert?
Pro Woche verkauft sich die Xbox One in Japan nur in dreistelliger Zahl. Es gibt Tage in der Woche, da geht mutmaßlich keine einzige über die Ladentheke - im ganzen Land. Schon der Launch war überschattet von großen Erwartungen und leeren Warteschlangen. Ein Titel soll es nun wohl richten: Scalebound von Platinum Games. Das Open-World RPG von den Erfindern von Bayonetta will zum ersten Mal so gar nicht sein, wie die anderen Spiele der Firma. Nicht schnell und protzig, sondern eher durchdacht, im Fantasy-Setting und mit RPG-Elementen.
Quelle: Platinum Games
Drews rechter Arm hat sich verändert, seit er in der Drachenwelt ist: Sie symbolisiert seine Verbindung zur Drachenwelt!
Hauptcharakter Drew, ein komischer Typ mit Lederjacke und Kopfhörern, gelangt aus unserer Welt auf mystische Weise in die Drachenwelt Draconis. Dort muss er sich mit riesigen Monstern herumschlagen. Gut, dass ihm bei der Ankunft in Draconis Drachenkräfte verliehen wurden. Sein rechter Arm bekam Schuppen und ist die Herberge seiner neuen Kräfte. Mit ihr kann er seinen neuen Begleiter kontrollieren. Gleich nach der Ankunft findet Drew einen neuen Freund: Einen übermenschlich großen Drachen!
Eigener Wille
Quelle: Platinum Games
Drew und sein neuer, bester Freund Thuban.
Doch wenn Game Director Hideki Kamiya über Kontrolle spricht, meint er nicht direkte Kontrolle über den Drachen. "Der Spieler übernimmt die Steuerung von Drew. Er und der Drachen haben zwar eine Beziehung zueinander, ein unzertrennliches Band. Aber der Drache behält seinen eigenen Kopf!" Der Spieler kann lediglich in eine Richtung zeigen und kontextsensitive Befehle geben wie "greife hier an" oder "gehe dort lang". In manchen Gebieten steht er uns sogar gar nicht zur Verfügung. So betreten wir in der Demo einen engen Dungeon, in dem unser Drache leider keinen Platz hat. Er muss daher einen anderen Weg gehen und lässt uns allein durch die niedrigen Höhlen wandern.
Aber ganz wehrlos ist Drew nicht. Er benutzt einen Bogen mit scheinbar magischen Angriffen, ein Schwer und hat zusätzlich auf dem Rücken noch ein Schild zur Verteidigung. Diese Waffen haben aber allesamt ein "Verfallsdatum". Benutzt man sie zu oft, nutzen sie sich ab und gehen kaputt. Man sollte sich also möglichst früh Gedanken machen, wann man die eigenen Klingen tanzen und wann man den Drachen die ganze Arbeit lässt.
Quelle: Platinum Games
Gegen die Riesen von Draconis kommt Drew nicht allein zurecht. Er hat zwar die Macht über Pulse-Energie, sein Drache Thuban muss aber auch oft ranklotzen.
Nachteile der übermächtigen Drachenattacken: Wenn Thuban, so heißt Drews Begleiter, seine mächtigen Feuerattacken startet, gibt es dafür nur eine kleine XP-Belohnung, jedoch keine Pulse-Energie. Die gibt es nur, wenn Drew selbst ranklotzt. Genau diese Energie brauchen wir aber, um unseren Charakter anzupassen. Die kleinen Lichtkugeln, die man aus Gegnerleichen gewinnt, lassen sich in neue Ausrüstung und Fähigkeiten investieren. Wenn der Drache die ganze Arbeit macht, kann man später aufleveln und macht sich dadurch das Leben doch schwieriger als es sein müsste.
Action und RPG?
Quelle: Platinum Games
Mit Schwert, Bogen und Schild geht Drew gegen kleinere Gegner selbst vor. Aber Achtung: Die Ausrüstung geht mit der Zeit kaputt!
Auf der Gamescom betont Hideki Kamiya oft, dass in der jetzigen Demo noch die meisten RPG-Elemente fehlen. Platinum Games stellt erst den Action-Teil vor. Und der sieht schon richtig fett aus. Drew und Thuban werden am Ende der Demo von einer riesigen, grünen Monster-Heuschrecke angegriffen. Die ist genauso groß wie der Drache - und erfordert entsprechend Teamarbeit.
Während Thuban das Rieseninsekt mit seinen Feuerattacken angreift und im Nahkampf ordentlich Schaden anrichtet, zieht sich Drew etwas zurück. Er will nicht zwischen die Fronten gelangen, wenn zwei Riesen ringen. Aus der Entfernung beharkt er seinen Feind mit grünen Pfeilen - die paralysieren die Heuschrecke für kurze Zeit. Mit einigen gezielten Schüssen auf besonders empfindliche Zonen kann der Spieler auch direkten Schaden anrichten. Doch am Schluss ist es vor allem eine Harpunen-Attacke, die den beiden hilft: Mit einem mystischen Pfeil pinnt Drew den Riesen am Boden fest, der Drache holt zum riesigen Finisher-Move aus... Und es hagelt Belohnungs-Energie!
Quelle: Platinum Games
Der Protagonist stammt eigentlich aus unserer Welt und gelangt durch ein Missgeschick in die Drachenwelt Draconis.
Viel vom RPG ist bisher nicht zu sehen. Die Entwickler versprechen aber, dass man seinen Drachen nicht nur inhaltlich verändern kann, sondern in einem umfangreichen Editor auch optisch anpasst. So zeigen sie uns, wie man mit wenigen Handgriffen das Design und die Länge der Hörner und Flügel anpasst. Selbst diese kleinen Unterschiede machen sich bemerkbar: Die zwei Drachen sehen nun total unterschiedlich aus! Das wird wohl vor allem im Koop wichtig.
Denn Scalebound lässt sich mit bis zu drei Freunden zusammen spielen. Viele Details dazu wollen die Macher noch nicht verraten. Zum Beispiel auch nicht, wen man im Koop überhaupt steuert. Vier Drews können es ja theoretisch nicht sein... Oder doch? Noch hat das Studio hier zu wenige Infos preisgegeben, um sich wirklich schon eine Meinung dazu zu bilden. Die Areale sind derweil aber schon darauf abgestimmt. In einem Video sehen wir Höhlen und Städte, die seltsam riesige Wege haben, sodass die großen Drachen alle Platz darauf haben. Das wirkt schon etwas befremdlich und künstlich.
Scalebound wirkt wie ein sehr japanisches Action-RPG - es sieht imposant aus, doch die dahinter liegenden Gameplay-Systeme müssen sich erst in späteren Gameplay-Demos beweisen.
