God of War 3 Remastered: im Test: Ein Mann, eine Mission, viel Gehacktes

Test Sven Huber
God of War 3 Remastered: im Test: Ein Mann, eine Mission, viel Gehacktes

Auf der Playstation 3 gehörte God of War 3 zu den absoluten Referenzspielen. Kann Kratos auch im HD-Remaster auf der Playstation 4 überzeugen oder gehört er, wie ein ausgeglichener griechischer Staatshaushalt, eher der Vergangenheit an?

Der gute Kratos hat es nicht leicht. Erst Krieger, dann Gott, dann leibhaftiger Racheengel. Wer bislang noch nie vom Griechenmetzger gehört hat, für den fassen wir nachfolgend noch einmal kurz zusammen was bisher geschah (die PSP-Titel außen vor gelassen). Habt ihr God of War 1 und 2 noch auf eurer to-do-Liste warnen wir euch hiermit vor Spoilern im folgenden (kursiven) Abschnitt.

Was bisher geschah

God of War 3 Remastered im Test: Ein Mann, eine Mission, viel Gehacktes Quelle: Sony Kratos war seines Zeichens der Anführer einer spartanischen Armee. Als im Kampf gegen eine Barbarenarmee eine Niederlage und damit der Tod droht, ruft Kratos den Kriegsgott Ares um Hilfe an. Er bietet ihm seine Seele im Austausch für den Sieg über seine Feinde. Ares geht den Handel ein und übergibt Kratos eine göttliche Waffe. Mit dieser ist der Spartaner quasi unbesiegbar und beginnt einen blutigen Feldzug durch die Antike. Im Kriegsrausch vernichtet Kratos Dorf um Dorf, blöderweise tötet er dabei im Rausch auch seine Frau und seine Tochter. Statt sich selbst die Schuld zu geben gibt Kratos sie kurzerhand Ares und erklärt diesen zum Feind Nummer 1. Kratos gelingt es schließlich den Kriegsgott zu stellen und mit Hilfe der Büchse der Pandora streckt er den Gott nieder. Darauf wird Kratos zum neuen Kriegsgott was den anderen Göttern nicht so recht schmecken mag. Durch einen Trick nimmt Göttervater Zeus Kratos seine Macht, tötet den gefallenen Kriegsgott und wirft ihn in den Hades. Mit Hilfe der entfesselten Titanen entkommt Kratos dem Hades und macht sich auf den Weg seine neue Nemesis, Zeus, zur Rechenschaft zu ziehen.

Fulminanter könnte ein Auftakt kaum sein. Zwar startet God of War 3 auch mit dem mittlerweile obligatorischen Tutorial, dieses findet jedoch stilecht mitten in der laufenden Invasion des Olymp statt – auf dem Körper eines Titanen. Nicht kleckern sondern klotzen, so die Devise für die kommenden Stunden. Kratos hält sich nicht lange mit kleinen Fischen auf dementsprechend entlässt euch das Tutorial quasi direkt in einen Bosskampf gegen Poseidon himself.

Der Meeresgott, und einer der großen drei Götter des griechischen Pantheon, ist aber nur der erste auf Kratos langer Liste die, wie sollte es auch sonst sein, mit Göttervater Zeus endet.

Mit jedem besiegten Gott oder Halbgott erhält Kratos eine neue Waffe oder einen Gegenstand der ihm neue Fähigkeiten verleiht. So kann er mit Hermes Stiefeln z.B. an bestimmten Stellen die Wand entlang oder sogar hoch laufen.

God of War 3 Remastered im Test: Ein Mann, eine Mission, viel Gehacktes Wer nun eine dröge Dauermetzelei a la Diablo erwartet wird positiv überrascht. Der Spielablauf wird immer wieder durch Sprung- und Kletterpassagen sowie Rätselabschnitte aufgelockert. Oft stehen diese in Verbindung mit euren jüngst erhaltenen Waffen und Items. Apropos Waffen und Co: Besiegte Gegner lassen verschiedenfarbige Orbs fallen. Diese dienen, je nach Farbe der Gesundheits- und Magieregeneration oder als XP zum Aufleveln der Waffen und Gegenstände. Die Steuerung von Kratos überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie. Kratos folgt jedem Befehl ohne zu zögern und der fließende Wechsel zwischen den Waffen geht nach kurzer Eingewöhnung locker von der Hand.

Kommen wir nun aber zum wichtigsten Punkt eines HD-Remasters: Die Grafik. Hier macht sich anfangs etwas Enttäuschung breit.Klar, God of War 3 war bereits auf der PS3 schon echt schnieke, dementsprechend sieht es aber zu Beginn eher mau aus was die Aufhübschung betrifft. Dieser Eindruck ändert sich im späteren Verlauf allerdings ein wenig. Areale wie der Tartaros oder Aphrodites Raum sehen jetzt noch einen Tick beeindruckender aus und können auch auf Nextgen überzeugen.

Last but not least

God of War 3 Remastered im Test: Ein Mann, eine Mission, viel Gehacktes Quelle: Sony Ein leidiges Thema im Zusammenhang mit Sonys Vorzeige-Hack'n Slay waren schon damals die Quick Time Events. Auf der einen Seite ermöglichen diese in den Bossfights eine spektakuläre Inszenierung bei minimalster Ablenkung des Spielers. Auf der anderen Seite kommt kaum ein größerer Gegner im Spiel ohne QTE-Finisher aus. Der Begriff "exzessiv" schwirrte damals wie heute durch den Raum. Stichwort "exzessiv", dass betrifft auch die Gewaltdarstellung. Die älteren Zocker unter euch mögen sich noch an die damalige Debatte in div. Printmagazinen erinnern unter dem Topic: "Wie viel Gewalt ist noch ok und ab wann ist es plakativer Selbstzweck?" Dabei bezog man sich weniger auf die Kämpfe gegen die Standardgegner, immerhin ist Kratos kein strahlender Held sondern gehört der Garde an, die sich aus Robbenbabys ein paar Fellpuschen macht. Dass Kratos seinen Durchschnittsgegner enthauptet oder auch mal zweiteilt war damals weniger der Stein des Anstoß. Viel mehr ging es in der Debatte damals um die inszenierte Brutalität in den Bossfights. Wir wollen uns an dieser Stelle kein Urteil erlauben, immerhin ist God of War 3 mit einer USK 18 Freigabe geprüft, damit sollte klar sein dass es auch mal härter zur Sache geht. In Kinderhände gehört Kratos jedenfalls nicht. Natürlich dürfen auch die Sex-Minispielchen hier nicht fehlen. Statt relativ erwachsen und anspruchsvoll inszeniertem/angedeutetem Beischlaf a la Dragon Age, Mass Effect oder Witcher gibt es hier "Bums-QTEs". Irgendwie pubertär – aber es passt zum Testosteron versprühenden Klischee-Macho vom Kaliber eines Kratos.

Meinung

Wertung zu God of War 3 Remastered (PS4)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Steuerung erfordert kurze Eingewöhnung dann aber 1ALadezeiten nach Ableben deutlich <5 SekundenSpeicherpunkte großzügig vorhandencineastisch inszenierte BossfightsDank Sammelitems als Modifikatoren ist Wiederspielwert gegebenBrachiale Action im Wechsel mit Rätsel und SprungpassagenIm Spiel quasi keine Ladenzeiten zwischen den ArealenDigitalversion deutlich günstiger als Discversion
Preis für die Discversion zu hochEinstieg mit Teil 3 ohne Storyvorkenntnisse eher suboptimalGewaltgrad in manchen Bossfights sicher nicht jedermanns SacheWarum nur Teil 3, warum kein Complete Remaster?macht den Eindruck einer „Minimalaufwand für Maximalumsatz“-Version
Fazit

Zielgruppe zwar unklar, davon ungeachtet immer noch eines der besten Hack'n Slay Games

Bildergalerie

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk