Film: Nachruf: Horrorikone Wes Craven ist verstorben

Special Sven Huber
Film: Nachruf: Horrorikone Wes Craven ist verstorben
Quelle: Wild Bunch

Horror-Regisseur Wes Craven ist tot: Der 76-jährige Filmemacher prägte als eine der größten Ikonen das Genre des Slasher-Horrors und spielte mit Folter- und Stalking-Motiven.

Wesley Earl Craven kam am 2. August 1939 in Cleveland als Sohn strenggläubiger Baptisten auf die Welt. Nach einem Studium in Philosophie und "Writing" an der Universität Baltimore wandte er sich der Filmemacherei zu.

Den Durchbruch erzielte er mit seinem zweiten Werk "The House on the Left". Anfang der Siebziger Jahre verarbeitet der Film das kontroverse Thema der Folter. Dieses Motiv zieht sich wie ein roter Faden durch Cravens ältere Werke wie "The Hills have Eyes" und natürlich die "Nightmare on Elmstreet"-Reihe. Mit letzterer schuf Craven auch ein Ikone des Genre – Freddy Kruger.

Die zwei bekanntesten Figuren aus Wes Cravens Filmen: Jason (Freddy vs. Jason) und Ghostface (Scream). Die zwei bekanntesten Figuren aus Wes Cravens Filmen: Jason (Freddy vs. Jason) und Ghostface (Scream). Wie viele von Cravens Filmen wurde die Nightmare-Reihe aber durch viele Fortsetzungen immer mehr verwässert. Erst mit Freddy vs. Jason konnte man wieder an alte Erfolge anknüpfen. Nachdem er lange als König der Slasherfilme galt, lieferte Craven danach mehrere mäßig erfolgreiche bis schlechte Filme ab wie Dracula oder Vampire in Brooklyn mit Eddie Murphy. Erst 1996 konnte er mit Scream neue Preise abräumen. Neben der Schaffung einer neuen Horrorikone, Ghostface, gelang ihm eine kleine Wiederbelebung des Slashergenres. Dabei griff er mit Scream seine alten Filmmotive wieder auf. Eine Gruppe Unschuldiger wird reihum dezimiert und dabei grausam zu Tode gebracht. Erneut spielte Folter eine Rolle, die dieses mal aber eher auf der psychologischen Ebene stattfand.

Neben Slashern drehte Craven aber auch Filme wie Music of the Heart, einen Film über eine Musiklehrerin aus Brooklyn. Meryl Streep konnte dafür eine Oscarnominierung als beste Hauptdarstellerin für sich verbuchen. Mit Red Eye gelang Craven ein weiterer kleiner Erfolg abseits des Slashergenres. In diesem Psychothriller mit Cillian Murphy wurde das Thema Stalking behandelt. Weitere Werke von Craven waren der Werwolf-Streifen "Verflucht" und eine Serie zum Kassenknaller Scream (als Produzent).

Wes Cravens Filme hatten alle einen recht ähnlichen Stil. Seinen Filmen gemein war, dass einer oder mehrere Unschuldige in die Fänge von Wahnsinnigen gerieten. Dabei ließ Craven seine Protagonisten explizit leiden und mit ihnen das Publikum. Gerade in seinen früheren Werken bediente sich Craven expliziter und oft irrationaler Gewaltdarstellungen, geprägt durch den damaligen Vietnamkrieg. Später verschob sich Craven eher auf psychologische Folter, Stalking und auch eine gehörige Portion Medienkritik. Craven glorifizierte Gewalt aber nicht wie beispielsweise ein Tarantino. Bei Craven diente Brutalität der klaren Abgrenzung von Protagonist und Antagonist. Oft bediente er sich dabei einer weiblichen Identifikationsfigur.

Wes Craven verstarb am 30.8.2015 in Los Angeles an den Folgen eines Hirntumors. Er hinterlässt eine Ehefrau und zwei Kinder aus seiner ersten Ehe.

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