Mit diesen Tipps erleichtern wir euch den Einstieg in das schwierige Thema des Tunings in Forza Motorsport 6, damit ihr mit den Spitzenfahrern mithalten könnt.
Bei Forza Motorsport 6 ist es unglaublich wichtig, sich beim Aufrüsten seiner Fahrzeuge nicht einfach auf die Automatik zu verlassen, diese liefert nämlich nur sehr durchschnittliche Ergebnisse, weswegen ich euch mit diesem Artikel einige Tipps an die Hand geben will, wie ihr auch ganz ohne Erfahrung deutlich bessere Ergebnisse erzielt.
Grundsätzlich gilt
Quelle: Turn 10
Mehr Power alleine bringt euch keinen Sieg ein. Darum solltet ihr beim Aufrüsten mit zwei Dingen beginnen: Den Reifen und den Bremsen. Bessere Reifen lassen euch besser beschleunigen und besser durch die Kurven kommen. Bessere Bremsen lassen euch später bremsen und so den entscheidenden Meter vor der Kurve herausfahren um andere zu überholen. Als nächstes solltet ihr Stabilisatoren, einstellbare Dämpfer und ein einstellbares Getriebe montieren. All das benötigt ihr um die wichtigsten Dinge an eurem Fahrzeug einstellen zu können. Darüber hinaus empfiehlt es sich euer Auto leichter zu machen, allerdings nur, wenn es sich nicht eh schon um einen Kleinwagen handelt. Diese verlieren nämlich deutlich an Bodenhaftung, wenn ihr sie zu leicht macht. Erst dann widmet ihr euch der Motorleistung.
Da man natürlich immer bis an die Grenze der jeweiligen Leistungsklasse gehen will, werde ich oft gefragt, welche Bauteile denn die meiste Leistung bringen? Das sind ganz klar der Turbo, der einen extremen Leistungsschub bringt, sowie eine schärfere Nockenwelle. Sie ist meist die erste Wahl, da sie die Leistung des Motors nach oben hinaus extrem erhöht, ohne den Wagen gleich in die nächste Leistungsklasse zu heben. Danach könnt ihr mit Hubraum, Zylindern, Ventilen usw. den Wagen bis zur jeweiligen Leistungsgrenze aufrüsten.
Mit dem Aufrüsten alleine ist es aber noch nicht getan, ihr müsst danach unbedingt noch etwas am Tuning schrauben, was gar nicht so schwer ist, wie es Anfangs wirken mag. Denn im Grunde sind es immer die gleichen Probleme vor denen man steht, weswegen ich im Folgenden die wichtigsten Tipps aus meiner mehrjährigen Forza-Erfahrung zusammengefasst habe.
Das Auto lenkt nicht (es untersteuert)
Wenn ein Auto einfach nicht in die Kurve gehen will, es gerne geradeaus schiebt, gibt es zwei Dinge zu tun: Den Wagen vorne weicher machen und den Anstellwinkel der Räder vorne ins Negative verstellen. Den Wagen vorne weicher bekommt man über die Einstellungen der Stabilisatoren, Federn und Dämpfung. Ich empfehle zuerst die Stabilisatoren weicher zu machen und dann gleich eine Testfahrt zu wagen. Erst wenn sich selbst nach stärkerem Verstellen kaum eine Wirkung einstellt, dann auch die Federn vorne weicher machen und schließlich auch die Dämpfung. Damit einhergeht allerdings ein generell unruhigeres Fahrgefühl auf schnellen Geraden. Aus diesem Grund checken, ob der Anstellwinkel der vorderen Räder auch ins Negative gestellt ist und dort ruhig noch etwas nachhelfen. Ruhig auch mal größere Schritte wagen, damit ihr bei der Testfahrt die Auswirkungen deutlich spürt.
Das Auto ist in Kurven instabil, dreht sich gerne (es übersteuert)
Quelle: Microsoft
Hier haben wir es mit dem genauen Gegenteil zu tun, der Wagen ist zu weich. Besonders Klassiker und amerikanische Fahrzeuge leiden darunter. Dagegen helfen nur Stabilisatoren hinten und vorne um den Wagen generell steifer zu machen. Dabei sollten keine zu großen Unterschiede zwischen der Einstellung vorne und hinten herrschen. Am besten mit gleichen, mittleren Einstellungen für vorne und hinten bei Federn und Dämpfern beginnen und die Stabilisatoren vorne etwas härter einstellen als hinten. Den Wert der Stabilisatoren dann immer weiter erhöhen, bis sich der Wagen in den Kurven möglichst nicht mehr aufzuschaukeln beginnt. Gleichzeitig den Anstellwinkel der Räder vorne checken und in Richtung Positiv verstellen.
Hier gilt es einen wichtigen Zusammenhang zwischen Federung und Anstellwinkel zu beachten. Wenn die Federn zusammengedrückt werden, verstellt sich auch der Anstellwinkel der Räder. Befindet der sich ohnehin schon im Negativen, wird er umso steiler, je weiter die Federn zusammengedrückt werden. Dieses Verhalten ist berechenbar. Befindet sich der Anstellwinkel aber leicht im Positiven, vollführt er eine Bewegung durch das Neutrale hin zum Negativen, was nicht mehr so gut zu berechnen ist. Insofern man also mit einem positiven Anstellwinkel arbeiten muss, sollte man die Dämpfer und Federung so hart als möglich einstellen, um diesem Effekt entgegenzuwirken.
Trotz Aufrüstung nicht genug Power
Quelle: Microsoft
Einen Wagen einfach nur mit leistungsstärkeren Teilen aufzurüsten genügt nicht. Besonderes Augenmerk gilt hier dem Getriebe, welches in der Standard-Einstellung praktisch nie die volle Kraftentfaltung eures Motors zulässt. In den Tuning-Einstellungen unter dem Punkt "Übersetzung" findet ihr dazu rechts unten eine sehr aufschlussreiche Grafik. Dabei repräsentiert das rechte Ende des roten Strichs oben die maximal mögliche Geschwindigkeit. Verstellt die Achsübersetzung für die erste Testfahrt so, dass das Ende des letzten Ganges genau dort endet. So ist sichergestellt, dass am Leistungsende des Motors auch die maximale Geschwindigkeit erreicht wird. In der Praxis jedoch steht euch dabei etwas im Weg, nämlich die Rennstrecke. Je stärker euer Auto ist, desto weniger Rennstrecken gibt es, auf denen ihr auch die Maximalgeschwindigkeit erreichen könnt, einfach weil die dafür nötigen Geraden nicht lang genug sind. Darum kann es sich durchaus lohnen die Achsübersetzung noch weiter Richtung "Beschleunigung" zu verstellen. Die ideale Einstellung für eine Rennstrecke sieht so aus, dass ihr am Ende der längsten Geraden den letzten Gang voll ausfahren könnt.
Spoiler fürs Extreme
Spoiler sehen toll aus, wirken sich aber in erster Linie negativ aus. Sie erhöhen das Gewicht des Fahrzeuges und mindern die Endgeschwindigkeit. Dafür erhöhen sie im Gegenzug den Andruck und verbessern das Lenkverhalten. Ihr solltet sie darum nur bei extremen Settings benutzen. Wenn die wahnsinnige Power eures heckgetriebenen Autos trotz aller anderen Mittel nicht auf die Straße zu kriegen ist, dann lohnt sich der Einsatz eines Heckflügels. Oder wenn trotz aller anderen Mittel der Wagen wegen der schieren Power schon bei gering mehr Gas in der Kurve wieder geradeaus will, dann hilft ein Frontflügel.
Natürlich ist damit das Thema des Tunings noch lange nicht abgeschlossen und es gäbe noch Tausende Details zu erläutern. Doch mit diesen ersten Tipps solltet ihr alles an der Hand haben, um in das Thema einsteigen zu können. Die Erfahrungen die ihr damit macht, werden euch den Spitzenfahrern Stück für Stück näherbringen, das kann ich euch versprechen. Scheut euch auch nicht verschiedene Dinge einfach auszuprobieren. Versucht mal den Reifendruck vorne oder hinten zu senken und schaut was passiert. Spielt euch mit den Einstellungen am Differenzial, wenn euer Wagen beim Start gerne mit dem Hinterteil wackelt. Und auch wenn es in den Ingame-Tipps anders steht, versucht ruhig extreme Einstellungen, damit ihr die Auswirkungen auch deutlich mitbekommt.
Ansonsten gilt: Wenn ihr ebenfalls wertvolle Tipps zum Aufrüsten und zum Tuning habt, dann hinterlasst sie uns hier in den Kommentaren, damit alle davon profitieren können. Vielleicht seid ihr auch bei manchem anderer Meinung als ich? Dann scheut euch ebenfalls nicht uns das mitzuteilen.
