Assassin's Creed Syndicate: Hands-On-Eindrücke vom Anspiel-Event in London

Special Uwe Hönig
Assassin's Creed Syndicate: Hands-On-Eindrücke vom Anspiel-Event in London
Quelle: Ubisoft

Bei einem Hands-On-Event in London durften wir die dritte und siebte Sequenz von Assassin's Creed Syndicate auf der PS4 ausprobieren.

Im Rahmen der "Assassin's Creed Syndicate"-Tour durften wir uns in London eine weit fortgeschrittene PS4-Version des neuen Schleich-Abenteuers anschauen und konnten das Spiel sogar selbst ausprobieren. Bei dem rund vierstündigen Hands-On-Event wurde es uns demnach ermöglicht, die dritte und siebte Sequenz von Assassin's Creed Syndicate zu zocken. Hier eine Zusammenfassung unserer Eindrücke:

Assassin's Creed Syndicate: Hands-On-Eindrücke vom Anspiel-Event in London Quelle: Ubisoft Die äußerst erfolgreiche Assassin's Creed-Serie von Ubisoft existiert seit 2007 und bis zum heutigen Tage hat die Reihe bereits acht große Abenteuer hervorgebracht. Leider konnte der letzte Teil der Hauptserie jedoch nicht vom Start weg überzeugen, denn Assassin's Creed Unity war direkt nach dem Release am 13. November 2014 noch ziemlich Bug-verseucht und hatte mit technischen Problemen zu kämpfen. Nach einigen Patches hat sich die Situation glücklicherweise gedreht, denn seit dem letzten Unity-Update funktioniert das Spiel weitgehend fehlerfrei und verfügt über eine recht stabile Framerate. Ubisoft musste deshalb einiges an Kritik einstecken, doch das ist offenbar noch längst kein Grund, der Serie eine Verschnaufpause zu gönnen und so kommt Assassin's Creed Syndicate pünktlich ein Jahr nach dem Vorgänger am 23. Oktober 2015 für Playstation 4 und Xbox One auf den Markt. Für den PC erscheint das Spiel etwas später, genauer gesagt am 19. November 2015.

Schattenseiten des Aufschwungs

Assassin's Creed Syndicate: Hands-On-Eindrücke vom Anspiel-Event in London Quelle: Ubisoft Wie bereits in der Einleitung erwähnt, durften wir in London eine Vorschau-Version von Assassin's Creed Syndicate antesten, was fabelhaft zur Story des neuen Abenteuers passt. Das Spiel versetzt euch nämlich ebenfalls nach London, jedoch nicht in die Gegenwart, sondern ins Jahr 1868. In diesen bewegten Zeiten sorgt die Industrielle Revolution für einen beispiellosen Fortschritt und bringt parallel auch eine Menge Leid über die Bevölkerung: So verhungern Arme in der Gosse und die Arbeiterklasse wird ausgebeutet, während sich die Reichen hemmungslos die Taschen vollstopfen. In diesem Zusammenhang lernen wir den Ober-Templer Crawford Starrick kennen, der London fest im Würgegriff hält und außerdem die Weltherrschaft an sich reißen will. Doch die Assassinen-Zwillinge Jacob und Evie Frye wollen dem Tyrannen einen Strich durch die Rechnung machen. Die Geschwister haben die Schnauze voll von ihren Aushilfsjobs in der Vorstadt und so begibt sich das ungleiche Paar ins Zentrum der Macht, um London letztendlich zu befreien. Die zwei Assassinen verfolgen allerdings unterschiedliche Ziele, denn während Evie die Grundwerte des Ordens hochhält und sich auf der Suche nach einem weiteren Eden-Relikt befindet, möchte Jacob selbst über die Stadt herrschen und zwar gemeinsam mit seiner Gang, den Rooks.

Gemischtes Doppel

Assassin's Creed Syndicate: Hands-On-Eindrücke vom Anspiel-Event in London Quelle: Ubisoft Im Verlauf des Spiels könnt ihr frei zwischen den beiden Hauptfiguren hin- und herschalten, es sei denn, ihr steckt gerade mitten in einem Gefecht. Außerdem gibt es einige Missionen, die zwingend mit einem vorgegebenen Charakter erledigt werden müssen. Der Wechsel zwischen Jacob und Evie gestaltete sich bei unserer Anspiel-Session etwas umständlich, da wir zuerst ins Pause-Menü springen mussten, um den jeweils anderen Charakter auszuwählen. Die beiden Protagonisten sorgen dabei für eine unterschiedliche Spielerfahrung: Evie ist eher auf leisen Sohlen unterwegs und hat sich auf hinterhältige Angriffe spezialisiert. Im Gegensatz dazu agiert Jacob wie die Axt im Walde und legt sich gerne auch mal frontal mit mehreren Gegnern an. Beide Figuren teilen sich neben Ressourcen und Geld auch die gesammelten Erfahrungspunkte. Die Ausrüstung ist jedoch individuell und besteht jeweils aus einer Hauptwaffe plus zusätzlicher Pistole, sowie den Klamotten inklusive Handschuhen und Gürtel. Darüber hinaus verfügt jeder Charakter über drei persönliche Fähigkeiten, die für kleine Variationen im Spielablauf sorgen. Zu guter Letzt erhaltet ihr jedes Mal einen Skill-Punkt, wenn ihr 1.000 Erfahrungspunkte in Haupt- und Nebenaufgaben ergattert habt. Diese Skill-Punkte dürfen anschließend auf die selbsterklärenden Attribute "Kampf", "Schleichen", und "Einkommen" verteilt werden.

London in der Hand von Templern

Assassin's Creed Syndicate: Hands-On-Eindrücke vom Anspiel-Event in London Quelle: Ubisoft Die Einzelspielerkampagne besteht aus insgesamt neun Sequenzen, in denen Jacob und Evie unzählige Agenten des Machthabers Starrick beseitigen müssen. Das London aus Assassin's Creed Syndicate ist in Distrikte unterteilt, die unter der Kontrolle der Blighters stehen. Dabei handelt es sich um die Gang von Crawford Starrick, die in Nebenmissionen unterwandert werden soll. So gilt es wichtige Templer zu entführen oder einzelne Offiziere auszuschalten. Um die Ökonomie der Blighters zu schädigen, haben wir sogar Kinder aus einer Fabrik befreit. Selbstverständlich ist Starricks Bande nicht gerade glücklich über die sonderbaren Geschehnisse in ihrer Stadt und spätestens beim Überfall auf das örtliche Lager, bekommt ihr es mit einem wütenden Mob aus Gangmitgliedern zu tun. Im finalen Gang War müsst ihr schließlich eine Gruppe von Soldaten vertreiben, bevor ihr euch endlich um den Anführer kümmern dürft. In der dritten Sequenz begeisterte ebenfalls eine spektakuläre Passage, in der unser Assassine gegen einen Bösewicht namens Kaylock auf einem fahrenden Zug antritt. Nachdem der Kerl besiegt wurde, könnt ihr den Zug als komfortablen Unterschlupf übernehmen. Dank eurer Aktionen wird London nach und nach befreit und die Rooks gewinnen immer mehr an Bedeutung. So lassen sich später Rohstoffe und Devisen in den Ausbau der Gang stecken und neue Bandenmitglieder können auf der Straße angeheuert werden. Ein Bandensystem generiert außerdem ein automatisches Einkommen, was uns ein wenig an die ausgebauten Städte der früheren Serienableger erinnert hat.

Gelungenes Stealth-Gameplay

Assassin's Creed Syndicate: Hands-On-Eindrücke vom Anspiel-Event in London Quelle: Ubisoft Im Vergleich zu den Vorgängern setzt Assassin's Creed Syndicate auf eine heimliche und überlegte Vorgehensweise. Im Gegenzug hat sich die stupide Rambo-Taktik nicht bewährt, da die Wachen extrem harte Gegner darstellen. Wie wir beim Event erfahren haben, sind die Aufpasser ebenso wie die beiden Hauptcharaktere an eine Erfahrungsstufe gebunden. Das bedeutet, dass wichtige Einrichtungen auch von besonders fähigen Posten bewacht werden. Gleich zu Beginn des Spiels in gefährliche Bereiche wie Westminster vorzudringen, ist also eine ziemlich schlechte Idee. Im Grunde liegt der Schwerpunkt auf einer gezielten Planung: Es empfiehlt sich, am Anfang einer Mission das Terrain schleichend zu erkunden und eure Feinde per Adlerblick (was nach einem Charakter-Upgrade sogar durch Wände funktioniert) zu markieren. Anschließend könnt ihr die Gegner elegant und geräuschlos ausschalten, um euch danach dem finalen Missionsziel zu widmen. In diesem Zusammenhang möchten wir auch die Steuerung erwähnen, die deutlich runder als in Unity rüberkommt. Sich geduckt an Mauern zu schmiegen funktioniert problemlos, das Kampfsystem wartet mit zahlreichen Moves auf und die Gefechte wirken anspruchsvoller als in so manchem Beat'em Up. Darüber hinaus ist es diesmal möglich, in Kutschen auf den nächsten Feind zu warten und dank eines Seilwerfers könnt ihr euch ähnlich wie in Batman: Arkham Knight blitzschnell an Gebäuden hochziehen oder Drahtseile quer über die Dächer spannen. Beim Anspiel-Event durften wir beispielsweise mit Evie in Rekordzeit den Big Ben erklimmen, um Antennen für Alexander Graham Bell zu montieren. Im Gegenzug versorgt euch der Miterfinder des Telefons mit neuer Ausrüstung.

Vielversprechendes Gesamtpaket

Assassin's Creed Syndicate: Hands-On-Eindrücke vom Anspiel-Event in London Quelle: Ubisoft Besonders aufregend gestalten sich die Verfolgungsjagden: Die vorhin angesprochenen Kutschen dürfen nämlich auf Wunsch gekapert werden, um beispielsweise Feinde abzuhängen. Mit einem gewagten Sprung von der dahinrasenden Kutsche lassen sich sogar andere Fahrzeuge übernehmen und wie ihr euch denken könnt, sorgt eine derartige Szene für ein ganz hübsches Chaos in den Straßen von London. Die Ausrüstungsgegenstände der beiden Assassinen sind übrigens aufrüstbar: So dienen gesammelte Ressourcen dafür, den Munitionsbeutel zu erweitern oder euren Rauchbomben einen größeren Wirkungsradius zu verpassen. Die angespielte Vorschau-Version hat insgesamt einen sehr guten Gesamteindruck hinterlassen. So lief das Spiel bereits mit einer stabilen Framerate und die Grafik fängt die Atmosphäre der verschiedenen Viertel Londons nahezu perfekt ein. Auf unserem Streifzug durch London haben wir beim freien Erkunden der Umgebung ein paar kaum nennenswerte Grafikfehler entdeckt, doch auch diese kleinen Bugs sollen noch bis zum Release behoben werden. Ubisoft hat sich demnach die Unity-Kritikpunkte zu Herzen genommen und wesentlich mehr Feintuning in Syndicate gesteckt. Der größere Fokus auf Stealth-Action hat uns ebenfalls prima gefallen und so bleibt nur zu hoffen, dass die zahllosen Nebenmissionen für genug Abwechslung sorgen und letztendlich nicht mit zu vielen repetitiven Aufgaben aufwarten werden. Wer sich übrigens selbst einen Eindruck über die Grafikqualität von Assassin's Creed Syndicate verschaffen möchte, der sollte sich die zehn brandneuen Screenshots in unserer Galerie nicht entgehen lassen. Und als kleines Schmankerl zeigen wir euch nun noch einen topaktuellen Videobeitrag, den wir aus den uns zur Verfügung gestellten Materialien angefertigt haben:

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk