Es ist der erfolgreichste Manga aller Zeiten, mit einer der erfolgreichsten Anime-Adaptionen. Mit bisher mehr als 320 Millionen Verkäufen hat der One Piece-Manga sogar die berühmte Dragon Ball-Reihe von Akira Toriyama um fast 100 Millionen Exemplare geschlagen. Und dabei ist die Geschichte rund um Luffy D. Monkey noch lange nicht zu Ende. In One Piece: Pirate Warriors 3 beginnen wir aber erst einmal ganz von vorne und verraten euch, warum dieses Spiel Fan-Service par Excellence ist.
Anmerkung des Autors: Im Fließtext verwende ich meist die englischen Bezeichnungen der Charaktere und Schauplätze.
In der neuesten Produktion der Omega-Studios, der Entwicklerschmiede aus dem Hause KoeiTecmo, welche hinter der Dynasty Warriors-Serie steckt, kann die Geschichte Luffy und Piratenbande vom Windmühlendorf bis zu Shellrosa nachgespielt werden. Neben dem Story-Modus gibt es noch einen freien Spielmodus und das sogenannte Traum-Log. Abgerundet wird das neueste Pirate Warriors mit einem lokalen Koop- sowie einem Online-Modus.
Massenhaft Kanonenfutter
Quelle: Bandai Namco
Für alle Neueinsteiger eine kurze Einführung: Hauptperson von One Piece ist Luffy D. Monkey. Ein junger Abenteurer aus dem Windmühlendorf, der Piratenkönig werden will. Um das zu erreichen muss er mit einem Schiff die sogenannte "Grand Line" bereisen, ein besonderes Meer in der Welt von One Piece, besiedelt mit vielen Völkern und Piraten. Am Ende der Grand Line soll der Schatz des bisherigen Piratenkönigs Gol D. Roger liegen. Mit seinem Tot wurde das große Zeitalter der Piraten losgetreten. Auf seiner Reise zur Grand Line und später auf dieser rekrutiert Luffy eine Reihe von einzigartigen Crewmitgliedern, die, zusammen mit ihm, ihren Träumen hinterher jagen.
Da ich neben One Piece auch Fan der Dynasty Warriors-Serie bin, sind mir Spielablauf und Kampfsystem bestens vertraut. Nach einer einführenden Zwischensequenz stürze ich mich sogleich ins Kampfgeschehen. Bevor ich aber mit Luffy losstürme, erfreue ich mich am Level. Die Anime-Optik wurde im Spiel etwas angepasst und auf eine bunte 3D-Ansicht umgemünzt und lässt Fan-Herzen höher schlagen. In diese virtuelle Welt tauche ich gerne ein. Also, los geht's! Ich kann schließlich nicht Piratenkönig werden, ohne eine starke Crew an meiner Seite zu haben. Zum Glück treffe ich bereits zum Beginn meiner Reise auf den Piratenjäger Roronoa Zorro, das erste Mitglied meiner Truppe.
Quelle: Bandai Namco
Damit im Spiel die Action nicht zu kurz kommt, stehen mir in jedem Level unzählige Feinde gegenüber. Meistens sind es Marine-Soldaten, je nach Auftrag oder Missionsziel können es aber auch feindliche Piraten sein. Die normalen Widersacher dienen mir aber vor allem als Kanonenfutter, um meine Boosts aufzuladen. Reguläre Angriffe verbinde ich mit den richtigen Schlagabfolgen zu gefährlichen Kombinationen und erhöhe so meine Schlagfertigkeit. Neben den normalen Attacken, die über das simple und intuitive Kampfsystem ausgeteilt werden, lasse ich auf Knopfdruck noch besonders starke Angriffe los, um gleich eine ganze Horde auf einmal in die Flucht zu schlagen. Neben diesen Power-Angriffen gibt es noch Partner-Kombos, die die Mächtigsten im ganzen Spiel und dementsprechend auch nicht so oft genutzt werden können. Oft ziehe ich nicht alleine in die Schlacht, sondern habe besondere KI-Partner an meiner Seite. Das hängt dann, je nach Level, auch von der Geschichte ab. Mit jedem besiegten Gegner füllt sich meine Partner-Leiste etwas und sobald die maximale Stufe erreicht ist, wechsle ich per Knopfdruck in einen besonderen Modus und richte verheerenden Schaden mit meinem Team an. Dieser Zustand hält allerdings nur wenige Sekunden an, ist aber höchst wirkungsvoll und zahlt sich vor allem auf dem höheren Schwierigkeitsgrad aus. Obendrauf kann ich auf Wunsch auch noch einen simultanen Angriff mit bis zu vier Mitstreitern durchführen, der alles und jeden in seinem Weg auslöscht. Grundsätzlich sei gesagt, wer Dynasty Warriors oder die Vorgänger von Pirate Warriors 3 kennt, der kennt auch das Kampfsystem des neuesten Teils.
Quelle: Bandai Namco
Richtig spannend wird es erst dann, wenn Boss-Gegner oder Generäle im Spiel auftauchen. Die regulären Truppen sind selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad nicht mehr als Kanonenfutter. Die einzige Aufgabe, welche die KI den Fußtruppen offensichtlich zuweist, ist es, permanent auf meinen Charakter zuzugehen und alle heilige Zeit mal zuzuschlagen. Besondere Widersacher weichen meinen Attacken schon mal aus oder kontern sie, um mir dann richtig Feuer unterm Hintern zu machen. Mit etwas Geschick sind aber auch diese Gegner im Spiel leicht zu besiegen. Viel schwieriger ist es oft, seine Kameraden ohne zwischenzeitlichen Rückzug oder Schaden durch die Runde zu bringen.Schatz-Ereignisse, Level-Ups und Sammlungen
Ein Level im Spiel dauert, je nach Spielweise, zwischen 20 und 40 Minuten. Je schneller man ein Level abschließt, desto besser ist das für die Wertung. Es gibt eine Statistik, die festhält, wie schnell ich ein Areal beende, wie viele Gegner ich besiege und wie viele ich mit nur einem Angriff ausschalte. Das ist wichtig für die Endwertung nach jeder Mission, um zusätzliche Inhalte freizuschalten. In jedem Level gibt es auch mehr als eine Mission zu erfüllen und die Bedingungen für einen Sieg bzw. eine Niederlage ändern sich meist. Auf meiner Reise durch die Welt von One Piece gibt es mehrere Schatz-Ereignisse, die mir zusätzlichen Einblick in die Handlung gewähren. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, die im Pausenmenü aufgelistet sind. Beispielsweise muss ich einen bestimmten Feind innerhalb eines Zeitlimits besiegen oder ein bestimmter Mitstreiter bei einem besonderen Kampf anwesend sein. Zur Belohnung gibt es kurze Story-Schnipsel, die eingespielt werden. Währenddessen pausiert das eigentliche Kampfgeschehen. Diese Zwischensequenzen sind meist wie ein Manga aufgebaut und bringen die Handlung mit vertonten Standbildern voran. Besonders wichtige Momente werden aber in Videosequenzen gezeigt. Vor allem das letzte Kapitel sorgt für ordentlich Stimmung.
Quelle: Bandai Namco
Mit jeder abgeschlossenen Schlacht verdiene ich eine Reihe an Münzen, die ich auf die verschiedenen Attribute meiner Charaktere verteile, ähnlich wie bei einem Rollenspiel. Damit steigere ich unabhängig vom Level-Up meinen Angriffs-, Verteidigungs- und Energie-Wert. Manchmal brauche ich ganz besondere Münzen, um bestimmte Attribute zu verbessern. Diese gibt es aber nicht unbedingt in der Kampagne, ich muss sie in den anderen Spielmodi erspielen. Es lohnt sich, bereits abgeschlossene Kapitel nochmal zu durchlaufen, um diverse Münzen einzusammeln, da immer eine bestimmte Anzahl zur Verbesserung benötigt wird und alle Charaktere auf die gesamte Münzsammlung zurückgreifen. Im Legenden-Log spiele ich die Haupthandlung nach und kann dort in der Regel nur die Mitglieder der Straw Hat-Pirates steuern. Im Freien-Log hingegen stehen alle freigespielten Kapitel der Handlung zur Verfügung, nur kann ich sie dort mit jedem beliebigen Charakter durchspielen.
Abseits der Geschichte gibt es noch reichlich zu entdecken. Dreh- und Angelpunkt ist neben dem Legenden-Log das anfangs erwähnte Traum-Log. Ein riesiges Gebiet auf der Grand Line, bestückt mit zahlreichen Inseln, wartet nur darauf, von mir erkundet zu werden. Jede Insel bietet eine Mission. Die Aufträge haben nichts mit der Handlung selbst zu tun. Es gibt Aufträge wie "Mädchen gegen Jungs" in denen man den Kampf der Geschlechter im One Piece-Stil austragen kann. Kleiner Tipp am Rande: Nicht mit Sanji spielen, wenn weibliche Gegner auf dem Schlachtfeld auftauchen, denn er kann nicht gegen sie antreten. Die Inseln können aber nicht frei bereist werden, vielmehr muss ich mich von Einer zur Nächsten durchkämpfen. Im Menü sehe ich, welches Level für die jeweilige Insel mindestens nötig sind und auf manchen kann ich besondere Charaktere freispielen. Der Modus bietet zahlreiche Stunden an Abenteuern, ich schalte fernab der Story noch weitere Charaktere frei und manchmal kann ich auch Kopfgelder jagen, um zusätzliche Belly (die Währung im One Piece-Universum) zu ergattern. Wenn es mir alleine mal zu bunt wird oder ich einfach mit jemand Anderem in die Schlacht ziehen will, bietet der Online-Modus eine willkommene Abwechslung. Hier kann ich nicht nur mit Freunden Missionen bestreiten sondern auch um Hilfe bitten, wenn mir ein Auftrag mal zu bunt wird. Alternativ schließe ich einfach vor Ort einen zweiten Controller an und bestreite meine Kämpfe im Splitscreen-Modus. Dies mag in Zeiten vom ausgeprägten Online-Gameplay zwar eine Seltenheit sein, aber ich freue mich, dass die Entwickler auch daran gedacht haben, dass es doch noch ein paar Leute gibt, die gerne lokal zusammen spielen.
Quelle: Bandai Namco
Ein optisches Meisterwerk ist One Piece: Pirate Warriors 3 nicht, das hat aber auch niemand erwartet. Optisch hebt sich der Titel vom Anime ab und transferiert die Welt in eine farbenfrohe 3D-Optik, die aber Rückschlüsse auf die Wurzeln zulässt. Dies soll heißen: Es sieht anders und doch vertraut aus. Die Charaktere wurden den Vorbildern des Anime detailgetreu nachempfunden. Ähnlich wie in der Serie tragen die Figuren je nach Handlungsstrang auch unterschiedliche Outfits, einige kann ich gegen Belly freischalten um sie nach Belieben zu wechseln. Die wichtigen Charaktere heben sich auch qualitativ vom Rest des Spiels ab, denn während Nami, Chopper und Co. Deutlich herausstechen, sehen die Massen an feindlichen Truppen einfach alle gleich aus. Dynasty Warriors lässt grüßen, denn auch dort werden die Feinde einfach per "Copy&Paste"-Verfahren vervielfältigt. Das schadet dem Spielspaß selbst aber nicht, denn die Widersacher leben meist nur wenige Sekunden. Die Bildrate ist meist stabil, nur in seltenen Fällen konnte ich bei meinem Test ein paar Ruckler feststellen. Da wurde es situationsabhängig mal besonders voll auf dem Bildschirm. Die Verschlucker des Spiels kann ich aber an einer Hand abzählen. Dafür geht bei den Massenschlachten gerne mal die Übersicht verloren und ich brauche einen Moment, um mich neu zu orientieren. Gelegentlich macht mir auch die Kamera einen Strich durch die Rechnung. Vorsicht ist geboten beim "Lock On"-System der Kamera. Auf Wunsch kann ich die Kamera nämlich auf besondere Gegner festsetzen, blöd nur, dass sich die Kamera oft nicht mit dreht und ich so oft manuell nachjustieren muss, um wieder eine Übersicht über das Kampfgeschehen zu bekommen.
Die Areale sind nicht ganz so schön geworden. Es zieht sich zwar ein kontinuierlicher Stil durch die Produktion und die Level sind den Originalschauplätzen so gut es geht nachempfunden, aber trotzdem konfrontiert mich das Spiel mit vielen verwaschenen Texturen. In der 8. Generation der Videospielkonsolen muss dies wirklich nicht mehr sein. Besonderes Lob verdient dafür vor allem die Sprachausgabe. Die famose japanische Vertonung mit den Original Sprechern sorgt für eine extra dichte Atmosphäre. Eine deutsche Tonspur fehlt leider. Gerade für ein jüngeres Publikum wäre dies von Vorteil gewesen, doch "die hard"-Fans von One Piece wird das nicht stören, die schauen sich auch den Anime in der Regel mit japanischer Sprachausgabe an.
