Star Wars Battlefront in der Vorschau: Battlefield-Mod oder vollwertiges Spiel?
Special
Kommende Woche erlebt eine Spielreihe ihre Wiederbelebung die erstmals auf Xbox, PS2 und PC ihr Debüt feierte: Star Wars: Battlefront. Wir haben uns vorab der Macht bedient und verraten euch in unserer Vorschau ob sich der Day-1-Kauf lohnt oder nicht.
Es war einmal vor langer Zeit...
…. Naja, eigentlich sollte hier jetzt etwas zu Story und Handlung stehen, leider gibt es diese nicht. Im Gegensatz zum Bruder Battlefield, dass wenigstens eine Alibi-Kampagne bietet, geht Battlefront in seiner neusten Auflage leer aus. Der Verzicht auf eine Kampagne, und sei sie noch so kurz und fadenscheinig, wurde bereits bei Titanfall stark kritisiert. Ok, so ganz fehlt der Singleplayer nicht. Es gibt einen Spielmodus für Solisten bzw. 2er Koop, aber Dice verkauft ihn uns zurecht nicht als Singleplayer und nennt ihn stattdessen Mission-Mode. Fangen wir also damit an. Hier erwarten euch zunächst diverse Tutorials, die euch auch schon einmal ans Steuer eines AT-ST und eines X-Wings setzen. Der Rest besteht aus zwei Teilen. Teil 1 ist quasi Team-Deathmatch gegen Bots. Wahlweise tretet ihr zu zweit oder mit KI-Support gegen eine Bande Bots an. Eine mehr schlechte als rechte Vorbereitung auf die echten Multiplayergefechte. Der zweite Teil besteht aus einem schlichten 15-Wellen-Horde-Modus. Der Clou dabei: Ihr teilt euch die Bildschirmleben, könnt aber weitere einsammeln. Ansonsten erwartet euch Standardkost gegen immer stärker werdende Gegnerwellen. Auf "Schwer" sind diese noch gut alleine zu meistern, darüber solltet ihr euch durchaus einen Buddy an die Seite holen. Das war es dann aber auch schon zu den Solo/Koop-Modi. Durchaus schmal und ihr seht jetzt schon, als Solist könnt ihr getrost einen Bogen um Battlefront machen.
..in einer weit entfernten Galaxie...
Quelle: buffed.de
Kommen wir also zum Kern des Spiels: Multiplayer. Hier erwarten euch wenige Neuerungen. Größte Auffälligkeit bislang – es fehlt das klassische "Jeder vs Jeden Deathmatch". Stattdessen bekommt ihr eine bunte Mischung aus Team-Deathmatch, Domination, Capture the Flag und King of the Hill Modi geboten. Mal gilt es Abwurfzonen zu sichern, mal sollt ihr sich bewegende Ziele eskortieren, mal tretet ihr als Held/Schurke gegen Standardgegner an. Helden und Schurken-Einheiten? Ja was wäre Star Wars ohne seine Helden? Jeweils drei dieser extrem starken Einheiten stehen euch auf jeder Seite zur Verfügung. Für die Rebellenallianz treten Luke Skywalker, Han Solo und Leia Organa an. Das Imperium fährt dagegen Darth Vader, Boba Fett und den, etwas deplaziert wirkenden, Imperator Palpatine auf. Diese Einheiten sind auch nur in der 3rd-Person-Ansicht zu steuern und verfügen über spezielle Fähigkeiten. Hier findet ihr neben Vaders obligatorischem Machtwürgegriff z.B. auch die legendären Force Lightnings des Imperators und Bobas Jetpack. Dice glaubt sogar so sehr an diese Übereinheiten, dass man ihnen gleich zwei eigene Modi spendierte.
Helden vs Schurken möchten wir an dieser Stelle gesondert herausheben, da uns dieser Modus überraschenderweise am meisten Spaß machte. Hierbei tretet ihr mit zwei Sechs-Mann-Teams gegeneinander an. Der Clou dabei, je drei Spieler übernehmen eine Heldeneinheit, die anderen drei gehen als normale Einheiten an den Start – vorerst. Nun gilt es die gegnerischen Helden zu eliminieren. Sind alle Helden erledigt, gibt es einen Punkt. Hat euer Team fünf Punkte erreicht, habt ihr gewonnen. In jeder Runde werden die Heldenrollen neu zugeteilt. Der Gag an der Sache ist folgender: werdet ihr als normale Einheit gekillt, was recht schnell geht wenn ihr auf einen Helden trefft, habt ihr die Option als Ehrendgardist zu respawnen. Diese Einheiten sind einiges stärker als der normale Feld- und Wiesentrooper, verfügen über stärkere Bewaffnung und können dadurch auch den Helden empfindlich weh tun. Tod ist also durchaus eine taktische Option. Daneben gibt es auch noch den Luftkampf. Hier stürzt ihr euch wahlweise als X- oder A-Wing bzw Tie-Bomber/Fighter in den Luftkampf. Battlefieldveteranen kennen diesen Modus bereits, nur eben mit Helikoptern. Allerdings wurde die Steuerung bei Battlefront dramatisch vereinfacht zu Gunsten schneller, arcadiger Dogfights. Sammelt ihr das passende Goodie ein, verwandelt ihr euch übrigens in den Millenium Falcon bzw. die Slave 1. Nichts Besonderes aber eine nette Abwechslung vom Fußgängeralltag.Last but not least fehlt noch der "große" Modus. Dieser nennt sich hier Walker Assault. Dabei treten 20 Rebellen gegen 20 Imperiale an. Ziel des bereits aus der Beta bekannten Modus ist der Schutz mächtiger AT-ATs und die Einnahme diverser Funktürme, oder die Verteidigung der selben da man nur damit die Y-Wings rufen kann und den Walkern ernsthaft schadet. Daneben gibt es auf Rebellenseite Land- und Snowspeeder. Alternativ steuert ihr AT-STs für das Imperium. Erfreuliches Detail am Rande: Dice hielt Wort und feilte nach der Beta an der Balance. Mittlerweile sind die Duelle wirklich recht ausgeglichen und nicht mehr zu Gunsten des Imperiums.
Natürlich gibt es auch hier die mächtigen Heldeneinheiten. Dieses aktiviert ihr durch einsammeln entsprechender Items. Wirklich schlachtentscheidend sind die Helden aber auf Grund der Mapgröße nicht.
Sammelwahn und Zufallstreffer
Quelle: buffed.de
Damit kommen wir auch direkt zu einem Punkt der bereits in der Beta zu Recht kritisiert wurde. Sammelperks. Diese verleihen euch nach dem Auflesen einmalig den Einsatz eines speziellen Items. Hier finden sich stationäre Geschütze, Schilde, Thermalimploder, Raketenwerfer uvm. Das Problem an der Sache ist, ihr seht vorher nicht welches Item ihr einsammelt. Findet ihr ein neues Item könnt ihr zwar austauschen, seht aber erneut nicht was ihr dafür bekommt. Taktisch wäre es interessanter wenn man gezielt bestimmte Items suchen und einsammeln könnte. Unser Favorit ist übrigens der Thermalimploder, der hat einfach einen geilen Sound. Dieses selbe Zufallsprinzip gilt dann auch bei der Aktivierung von Fahrzeugen. Im Gegensatz zum Bruder Battlefield wo diese respawnen und abholbereit auf der Map stehen, was natürlich wesentlich mehr Taktiken ermöglicht. Hier mutet Battlefront einfach wie ein Battlefield Arcade an. Verschenktes Potential, meinen wir.
Das selbe Drama findet sich bei den Waffen wieder, wobei es hier ein wenig Geschmacksache zu sein scheint. Während die einen Spieler sich über fehlendes Nachladen, mangelhaftes Feedback (Rückschlag, Verzug) beschweren, argumentieren die anderen hier mit der "Natur der Sache". Ein Laser hat nun einmal keinen Rückstoß im Gegensatz zu einem Explosivgeschoß. Kann man mögen, muss es aber nicht. Was definitv in den Bereich suboptimal fällt ist der Vorteil einer Fraktion durch die Map an sich. Ein Beispiel: Versucht mal im Wald von Endor vor lauter grünen Büschen und Bäumen einen Rebellen zu finden der in braun und grün gekleidet ist. Dann versucht mal im Gegenzug einen weiss-gerüsteten Sturmtruppler im grünen Wald zu finden. Ihr merkt worauf wir raus wollen, der Spieß dreht sich natürlich auf Eisplaneten wie Hoth um. Wenn man schon Freischaltbares/Freispielbares anbietet, dann wären anpassbare Tarnungen hier die bessere Alternative zu den momentan freispielbaren Köpfen. Mal ehrlich, wer will denn einen Sturmtruppler ohne den ikonischen Helm. So bleibt die optische Anpassung der Charaktere recht uninteressant.
Quelle: buffed.de
Etwas interessanter sind dagegen die Starcards. Dieses System lehnt sich ein wenig an die Bruncard von Titanfall an. Mit den erspielten Credits kauft ihr euch Starcards. Dies können zum Beispiel diverse Granaten, ein Jumppack, schneller Waffenkühlung oder sonst was sein. Drei dieser Karten könnt ihr dann zu einer Hand zusammenfassen. Starcards sind quasi Perks und eine Hand ein Loadout. Nach Abschluß jeder Runde könnt ihr euch alternierende Hände zusammenstellen, später sogar mehrere die sich beim Respawn ändern lassen. Hier bieten sich interessante Kombis an, zumal auch einige der Sammelperks einen Einfluss auf eure Hand haben kann. Im Gegensatz zu den Burncards bleiben euch die Starcards allerdings erhalten und haben lediglich einen Cooldown von einigen Sekunden (der sich durch ein Upgrade noch verkürzen lässt). Natürlich lassen sich auch weitere Wummen freischalten, die sich leider aber zu wenig unterscheiden für unseren Geschmack.
Star Wars – Porentief
Ein dickes Lob muss man den Sounddesignern aussprechen. Battlefront ist eine Wucht. Seien es die zischenden Laserstrahler (Piu..Piu :)) oder das Surren der Lichtschwerter. Die Lizenz wurde hier perfekt umgesetzt. Einzig die falschen Stimmen (wir beziehen uns auf die deutsche Synchronisation) von Vader und Co schmälern hier den ansonsten fast perfekten Eindruck. Auch die Optik weiß zu begeistern. Battlefront gehört aktuell zu den schönsten Shootern auf Konsole. Umso mehr schmerzt es den Star Wars Nerd in mir, dass man darauf nicht einen, entschuldigt den Ausdruck, hammerscheissdrecksgeilen Singleplayer darauf aufbaut.
Teamspiel ohne Team
Quelle: buffed.de
Einen, in meinen Augen, ganz dicken Klops liefert man aber mit dem Aspekt "Teamplay" ab. Es existiert quasi nicht. Wo euch Battlefield die Möglichkeit zur Squadbildung gibt, (natürlich abhängig vom Spielmodus) dürft ihr euch in Battlefront lediglich mit einem Partner zusammenschließen. Vorteile habt ihr dadurch aber quasi keine. Ok, der Partnerspawn spart euch bisweilen einen 20-Sekundenn-Laufweg, aber sonst gibt es keine Boni. Wo Battlefield euch mit Squadpunkten für Teamplay belohnt ist es Battlefront gewissermaßen egal. Hier wünschen wir uns auch die Einführung von Squads (es soll ja Spieler mit mehr als einem Freund geben) und entsprechenden Boni für Teamplay. Sei es ein kleiner XP-Boost wenn man beim Partner bleibt oder eben der obligatorische XP-Zuschuß für den Teamspawn etc usw pp...
Wieso Dice sich hier nicht einfach beim altbewährten Kram aus dem eigenen Haus bedient ist mir ein Rätsel. So entsteht einfach über das ganze Spiel der Eindruck dass man zwar Teams haben möchte, aber den Spielern keinen Anreiz bietet als Team zu agieren. Das wirkt einfach halbherzig und wäre bei einem Erstlingswerk zu verzeihen. Da Dice aber bereits massig Erfahrung im Bereich Teamshooter vorweisen kann wirkt diese Entscheidung noch unverständlicher. Habt ihr es übrigens geschafft einen Freund als Partner zu markieren und wollt mit diesem zusammen ein Spiel betreten, dann hat der Partner nach Auswahl des Modus ein Zeitfenster von 2-3 Sekunden um zu joinen. Verpasst er das, muss er umständlich versuchen beizutreten in der Hoffnung, dass noch Plätze frei sind. Ein Automatismus der den Mitspieler automatisch "mitschleift" tut hier dringend Not.
Disclaimer: Es handelt sich hierbei um eine Vorschau ohne Wertung. Wir haben bislang ca. 6h im Mission-Mode verbracht und knapp 15h in die diversen Multiplayermodi. Sollte sich unser Eindruck im Lauf der Testphase signifikant ändern, werden wir dies, zusammen mit der endgültigen Wertung, in einem Update nachreichen.
