Darksiders 2: Deathinitive Edition im Test - Technische Probleme schmälern den Spielspaß
Test
Als letzte Hoffnung brachte Darksiders II leider nur den Tod - in zweifacher Ausführung. Der Sensenmann, einer der Apokalyptischen Reiter und Hauptcharakter im Spiel, kam beim Publikum nicht gut genug an, um den angeschlagenen Publisher THQ noch retten zu können. Dabei basiert die Reihe auf einer interessanten Mischung aus The Legend of Zelda und Soul Reaver und auch wir waren sehr angetan. Verwunderlich, dass diese interessante Lizenz aber erst im zweiten Rundumschlag dann an Nordic Games verkauft wurde, die sich nun mit der Deathinitive Edition zurückmelden.
Nun folgt Nordic Games dem allseits beliebten Trend der letzten Jahre und liefert eine aufpolierte Version von Darksiders II für die aktuellen Konsolen und den PC - wohl nicht ganz ohne einen gewissen Eigennutz darin zu sehen, denn die Lizenz wird nicht ohne Hintergrund den Besitzer gewechselt haben. Das Darksiders-Universum bietet noch genug Material, um auch auf zukünftige Spiele hoffen zu können. Vorerst begnügen wir uns aber mit der sinnvollerweise als Deathinitive Edition bezeichnete Neuauflage von Darksiders II.
Quelle: Nordic Games
Der Reiter Tod tritt in die Fußstapfen dessen, was Krieg hinterlassen hat. Ein Haufen aus Schutt und Asche in der die Menschheit stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Geschichtlich eine Parallele zu dem, was man im ersten Ableger gespielt hat. Die vorgeschichtlichen Ereignisse sind Grund genug, Krieg für alle Zeiten in Fesseln zu legen, die Auslegung von Obrigkeiten ist aber ein Dorn im Auge des Bruders Tod. Dieser mutiert zum erstaunlich einfühlsamen Charakter - nun, zumindest wenn es um Krieg geht - und will für Recht und Ordnung sorgen. Zahlreiche Ereignisse führen den Sensenmann durch weite Gegenden und zum Baum des Lebens, wobei Darksiders II wunderbar auch ohne Vorkenntnisse gespielt werden kann.
Virgil Games führte seinerzeit das Konzept ihres Erstlingwerkes gekonnt fort. Der Tod durchwandert ebenfalls aufwendig gestaltete, aber sehr durchdachte Fantasy-Welten, die in sich geschlossen und schlüssig umgesetzt sind. Zwischen der Erde, den Schmiedelanden und dem Reich der Toten gibt es reichlich Erstaunliches zu entdecken. Die zahlreichen Aufgaben führen ihn in tief verwinkelte Tempel und Verliese, um die Macht der Erschaffer wieder zu erwecken bzw. auch die dunkle Seite des Lebens zu kosten. Nichts ist herrlicher, als wenn Tod den Seelen in die Augen blicken muss, die er einst in die Verdammnis gebracht hat. Die Welt ist komplett offen ohne nennenswerte Übergänge, außer an speziellen Stellen. Ladepausen kommen nur selten auf, werden aber geschickt durch das Öffnen einer Türe kaschiert. Manchmal kann es länger dauern, auch auf den heutigen Systemen, aber das ist verschmerzbar.
Quelle: Nordic Games
In aller erster Linie erinnert Darksiders II abermals an den Grundaufbau aus The Legend of Zelda, mit seinen riesigen Tempelanlagen, in denen diverse Aufgaben, Schalter und Rätsel Veränderungen an der gesamten Konstruktion vornehmen. Nicht selten liegt des Rätsels Lösung vor der Nase, doch es dauert oftmals recht lange bis man die Konstruktion wirklich durchschaut hat. Die vielen Wege zwischen Auftraggeber, den Einsatzorten und Zwischensequenzen sind vor allem in der Anfangsphase recht zermürbend - daran hat sich natürlich bis heute nichts geändert. Immerhin sorgt die Schnellreise für kurze Sprünge und lässt sogar den Besuch eines Händlers und die Rückkehr in den Tempel in nur wenigen Ladesekunden zu. Mit der Zeit schaltet man aber viele Spielmöglichkeiten frei, wie zusätzliche Sammel-Quests und Ähnliches, wodurch die langatmigen Reisen wieder an Reiz gewinnen.Wesentlicher Bestandteil sind die Sense und weitere Klingenwaffen, wie auch bleihaltige Argumente, die Tod den zahlreichen Schergen entgegen bringt. Die Deathinitive Edition wurde sogleich mit sämtlichen DLC-Waffen bestückt und bietet daher einige durchschlagkräftige Schmankerl, diese müssen aber als Loot ergattert bzw. gefunden werden. Manche dieser Waffen sind recht mächtig und so ist es nur allzu gut, dass diese nicht von Anfang an zur Verfügung stehen. Das Kampfsystem entfaltet sich wie gewohnt erst auf den höheren Schwierigkeitsgraden, wo taktieren, ausweichen und parieren dem Tod das Leben schenkt, andernfalls den Tod einbringt. Diesbezüglich legt die Deathinitive Edition auch nochmals nach und bietet eine noch härtere Herausforderung als das Original. Der Unterschied im Dethinitive Schwierigkeitsgrad ist aber erst bei den dicken Bossen, vielleicht auch bei dem einen oder anderen speziellen Gegner wirklich spürbar.
Quelle: Nordic Games
Der Soundtrack wiederum war und ist ein Hochgenuss, kräftig episch und pompös, aber stets bestens auf die Situation abgestimmt. Die deutsche Sprachausgabe war ebenfalls schon im Original mehr als gelungen. Die schroffe, als skurril zu bezeichnende Comicgrafik ist zudem recht gut gealtert. Manche Abschnitte mögen recht arm an Farbe wirken, doch nach wenigen Stunden bietet Darksiders II genug Abwechslung für Augen und Ohren. Wer den genauen Vergleich nicht scheut, entdeckt auch zahlreiche Änderungen in den Details. Komplette Felsen wurden ausgetauscht und die Hintergründe wesentlich plastischer gestaltet. Texturen sind höher aufgelöst, was vor allem auf dem PC deutlich hervorsticht. Dennoch kann die Deathinitive Edition nicht mit aktuellen Entwicklungen wie Rise of the Tomb Raider oder ähnliches mithalten. Darkisders II ist sehr schön anzusehen, aber mehr auch nicht.
Die Crux bei der Neuveröffentlichung ist letztendlich aber nicht der fehlende hohe Detailgrad, sondern technisch teilweise schwerwiegende Probleme, die wir sowohl auf der Xbox One als auch dem PC feststellen mussten. Die PC Version läuft insgesamt angenehm, sofern die vertikale Synchronisation seine Arbeit im Bildaufbau verrichtet. Grundsätzlich scheinen die meisten Spieler dennoch keinen optimalen Bildaufbau zu haben, trotz leistungsstarker Rechner. Die Xbox One Version läuft grafisch meist flüssig und soweit auch ohne den aus dem Original bekannten Tearing, doch ab und an bekommt auch hier der Tod etwas Schluckauf und das Bild gerät stark ins Ruckeln. Manchmal ist das bezogen auf eine ganz bestimmte Region oder einen speziellen Weg, den man geht, manchmal aber auch eher zufällig. Die größten Probleme zeigten sich auf unseren Testsystemen beim Sound. Dieser neigt zum Stottern und macht somit den himmlischen Soundtrack und die grandiosen Sprecher zunichte. Abhilfe verschaffte uns die Abschaltung des optischen Audioausgangs auf der Xbox One und ausschließliche Nutzung über HDMI. Auch die Einstellung der Sprachausgabe in Englisch kann helfen.
Meinung
Aufgrund der technischen Probleme der Dethinitive Edition verzichten wir an dieser Stelle auf eine finale Wertung und lassen das Fazit für sich sprechen.
