Wir haben uns die Minecraft Wii U-Edition zu Brust genommen um zu sehen, was man für die 30 Euro an Gegenwert erhält.
So viele Jahre nach dem ersten Release von Minecraft noch ein Review zum Titel zu schreiben erscheint recht sinnlos, schließlich sollte inzwischen jeder Gamer wissen worum es bei dem Spiel geht und wie es funktioniert. Wahrscheinlich wurde zu dem Titel eh schon alles gesagt und geschrieben, was man Wichtiges sagen kann. Trotzdem erläutere ich für alle die, die tatsächlich den ersten Kontakt mit Mojangs Bestseller haben in einem kurzen Absatz das Spielprinzips, den Kenner der Materie geflissentlich überspringen können.
Quelle: Mojang
Minecraft versetzt den Spieler in eine Welt in der alles aus quadratischen Klötzchen besteht, stellt ihm aber keine Aufgaben, sondern lässt ihn frei tun und lassen, was er will. Es bleibt der Fantasie des Spielers überlassen, was er baut und schöpft, bietet ihm als Grundlage aber ein recht komplexes Crafting-System. So müssen Rohstoffe zu edleren Materialien weiterverarbeitet und Werkzeuge zur Bearbeitung hergestellt werden. Sogar komplexe elektrische Schaltungen und darauf basierende Maschinen und Verarbeitungsanlagen sind möglich. Je nach Vorliebe des Spielers kann er sich dabei im Kreativmodus verlustieren, wo einem alle Rohstoffe und Objekte in unbegrenzter Zahl zur Verfügung stehen, oder im Abenteuermodus, wo ihm eine belebte Welt zur Verfügung steht, die von allerlei Tieren und Mitbewohnern bevölkert wird. Des Nachts tauchen sogar gefährliche Monster auf, vor denen sich der Spieler schützen muss.
Eigentlich eine gute Idee, Minecraft für die Wii U
Als jahrelanger Minecraft-Spieler habe ich mich ziemlich gefreut, als Mojang verkündete das Klötzchenspiel endlich auch auf die Wii U zu bringen. Nicht, weil damit der Titel endlich auch für einen Nintendo-Plattform verfügbar ist, sondern weil ich mir die tollen Einsatzmöglichkeiten des Gamepads im Spiel vorstellte. Fast selbstverständlich ging ich davon aus, dass es eine Funktion zur Verwaltung des Inventars und zum Erstellen der Objekte auf dem Pad geben wird. Wie praktisch müsste es sein, wenn man das vernünftig mit dem Touchscreen machen könnte, statt mit den Analogsticks, die im Grunde ja nur die Bewegung eines Mauszeiger emulieren. Das geht zwar auf den anderen mir bekannten Versionen für Konsolen recht gut, aber mit dem Pad wäre das viel eleganter zu bedienen, dachte ich mir.
Quelle: Mojang
Leider folgte die Enttäuschung auf dem Fuße, denn Minecraft für Wii U bietet nichts dergleichen. Der Bildschirm das Pads wird ausschließlich als zweiter Screen eingesetzt um den Titel auch ohne TV-Bildschirm spielen zu können. Doch nicht nur das, auch die Wii Mute wird nicht unterstützt, überhaupt nicht. Weder lassen sich damit die Menüs bedienen, noch das Spiel selbst. Von den spezifischen Fähigkeiten der Wii U macht Minecraft nicht den geringsten Gebrauch, was sehr schade ist, denn genau das hätte bei dem hohen Preis dieser Version als Alleinstellungsmerkmal gelten können.
Dazu gesellt sich der Umstand, dass es sich um eine ziemlich alte Version von Minecraft handelt, die nicht Mal im Ansatz die vielen verschiedenen Objekte, Hölzer, Tiere und Biome der aktuellen Konsolenversion bietet. Wer bereits andere Versionen gespielt hat, fühlt sich auf der Wii U um Jahre zurückversetzt.
Das ändert natürlich nichts am nach wie vor zeitlosen und immer noch genialen Spielprinzip und man kann natürlich auch mit dieser Version viel Spaß haben und beeindruckende Werke schaffen, wirklich empfehlen aber kann man sie nur denjenigen, die Minecraft auf keinem anderen System spielen können oder wollen. Demgegenüber steht der mit rund 30.- Euro recht hohe Preis der Wii U-Edition, die damit sogar deutlich mehr kostet als alle anderen Konsolenversionen. Zwar sind im Preis noch einige der zusätzlichen Inhalte enthalten, wie ein paar Texturpakete und Skins, ich hätte mir da aber lieber eine bessere Nutzung der Eingabemöglichkeiten der Wii U gewünscht.
