Batman V Superman: Dawn of Justice im Kinoreview – Kampf der Titanen oder Sandkastenbalgerei?

Special Sven Huber
Batman V Superman: Dawn of Justice (4)
Quelle: Warner Bros.

Marvel-Fans werden, was Kinoumsetzungen angeht, wirklich verwöhnt. Immerhin überzeugten bislang nahezu alle Comicverfilmungen des Cinematic Universe. Ganz anders bei Konkurrent DC. Was mussten DC-Fans nicht schon alles für Gurken schlucken. Superman Returns, Green Lantern, Catwoman - einer mieser als der andere. Mit Batman V Superman startet nun auch DC in den Crossover-Part seines eigenen Filmuniversums, welches mit Man of Steel seinen Anfang nahm.

Batmans Herkunft, die Drölfzigste

Nachdem uns Zack Snyder bereits in Man of Steel die Herkunft von Superman näher brachte, beginnt nun auch Batman V Superman mit einer Entstehungsgeschichte. Snyder erläutert uns zum gefühlten tausendsten Mal in Rückblicken wie aus Milliardärsöhnchen Bruce Wayne der finstere Dark Knight wurde. Dieser wird erstmals von Ben Affleck verkörpert, was im Web für einen obligatorischen Shitstorm sorgte. Wir begegnen einem sichtlich gealterten Wayne dann auch direkt mitten im Chaos. Nämlich dem Kampf Supermans gegen Zod und seine Weltenwandler und zeigt damit auch direkt wieso Batman so massiv gegen Superman vorgeht. Snyder zeigt wie verletzlich normale Menschen sind wenn Superwesen, Metamenschen oder eben Götter in Menschengestalt ihre Kämpfe in unseren Städten austragen. Da bleibt kein Stein auf dem anderen und Kollateralschaden sind vorprogrammiert. Logisch, dass Wayne/Batman sich da die Frage stellt: wenn Wesen wie Superman solchen Schaden verursachen beim Versuch Gutes zu tun, was passiert dann erst wenn er sich entschließt Böses zu tun - und wie stoppt man einen Gott?

Batman V Superman: Dawn of Justice (1) Quelle: Warner Bros. Batman V Superman: Dawn of Justice (1) Batmans Motivation ist also klar, es muss ein Mittel her mit dem man dem Mann aus Stahl Einhalt gebieten kann und dafür geht er immer rabiater vor. Diese, nennen wir sie "Gewaltorgie im Namen der Gerechtigkeit", ist wiederum Superman ein Dorn im Auge der wenig von Selbstjustiz a la Batman hält, kurios wo er sich doch selbst ebenfalls außerhalb des Rechtssystems bewegt. Dazwischen steht dann noch ein junger Lex Luthor, der mit einem Klumpen Kryptonit die einzige Waffe gegen Superman in Händen hält, was ihn wiederum zur Zielscheibe von Batmans Ermittlungen macht. Fertig ist die Menage a trois oder eher das Mexican Standoff. Die Bühne ist also bereitet für den ultimativen Kampf der (DC)Giganten.Leider lässt Snyder sich eine gefühlte Ewigkeit Zeit bis er seine Protagonisten wirklich von der Leine lässt und offenbart damit auch gleich plakativ seinen Schwachpunkt als Regisseur. Zack Snyder ist ein Regisseur der großen Bilder und spektakulären Action. Dass bewies er in 300 und auch in Man of Steel. Wo es ihm dagegen mangelt, mit Ausnahme von Watchman, ist das Talent Geschichten zu erzählen und seinen Figuren Tiefe zu geben und so dafür zu sorgen, dass man sie "ins Herz schließt". So kommt es auch, dass er Wayne/Batman und Kent/Superman bedeutungsschwangere Dialoge und Oneliner aufsagen lässt die jedoch nichts weiter als hohle Plattitüden sind, teilweise sogar mit Fremdschämfaktor.

Szene aus "Wonder Woman" Quelle: Warner Bros. Batman V Superman: Dawn of Justice (3) Nicht falsch verstehen, DC nimmt einen anderen Weg als die Marvel-Movies. Wo diese auf bunte Action und einen Schuss Humor setzen, geht DC eher eine seriöse Schiene. Das ist nicht besser oder schlechter als Marvels Ansatz, aber leider verwechselt Snyder "seriös" mit "zwanghaft humorbefreit". Das zeigt sich besonders dann, wenn er seinen Protagonisten wirklich mal einen lockeren Spruch in den Mund legt und dieser dann auch direkt fehlplatziert wirkt. So kämpfen sich Bat und Supi dann durch eine recht dialoglastige erste Filmhälfte, bevor sie endlich "in medias res" gehen und sich auf die Zwölf geben. Nur hatte DC offenbar nicht genug Vertrauen in eine reine Auseinandersetzung seiner beiden namensgebenden Filmhelden und so muss dann natürlich auch noch eine gemeinsame Bedrohung her in Form von Doomsday. Dieser sorgt auch dafür, dass der titelgebende Kampf gerade mal ein kurzes Intermezzo ist bevor es zur abschließenden (Effekt)-Schlacht gegen Doomsday kommt. Ach ja, Wonder Woman darf dann auch noch kurz mitmischen und einige bedeutungsschwangere Zeilen aufsagen.

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