Was erwarten wir von einem Trackmania? Realismus? Grandiose Grafik? Oder gar enormen Tiefgang? Nein, nein und nochmals nein. Von einem Trackmania erwarten wir vor allem eins, nämlich leicht zugänglichen Rennspaß. Und tatsächlich, genau das bietet der neueste Ableger dann auch, sogar noch etwas mehr.
Leichter Zugang, wenig Tiefgang und sehr viel Arcarde
Reifenwahl, Fahrzeugeinstellungen und Motorentuning - wer das sucht, der ist bei Trackmania Turbo komplett verkehrt. Hier heißt es keine Einarbeitung und kein Schnickschnack abseits des Asphalts oder was gerade als fahrbarer Untergrund herhalten muss. Was wirklich zählt ist der leichte Zugang und der schnelle, mehr oder weniger einfache Rennspaß. Der neueste Ableger von Nadeo und Ubisoft verlangt von euch keine besonderen Fähigkeiten. Gas geben, Bremsen und natürlich einigermaßen gefühlvolles Lenken, mehr Befehle braucht ihr eigentlich auch schon nicht auf dem Controller ausführen können. Aufgelockert wird das Ganze einzig durch das anspruchsvollere Boost-Feature. Diese Zusatzpower lädt man über erfolgreiche Stunts, wie Drehung, Saltos und ähnliches, bei Sprüngen auf entsprechenden Streckenabschnitten auf, um schlussendlich dann im entscheidenden Moment das obligatorische Mehr an Geschwindigkeit zur Verfügung zu haben. Hier ist dann tatsächlich doch etwas mehr Fingerspitzengefühl nötig, denn einfach zu steuern sind die Akrobatikaktionen mit dem Fahrzeug nicht gerade. Trotzdem bleibt alles immer im zumutbaren Rahmen. Überfordert fühlt man sich bezüglich Steuerung und Bedienung des fahrbaren Untersatzes eigentlich nie.
Quelle: Ubisoft
Trackmania Turbo (10)
Schon deutlich mehr werdet ihr da an dem Schwierigkeitsgrad knabbern, der relativ schnell ziemlich deutlich anzieht. Wer die Bestzeit auf einen der Kurse erringen und sämtliche Medaillen bzw. Trackmaster-Auszeichnungen erfahren will, der muss sich in den Titel schon einarbeiten, muss Strecken lernen und sich auf alle Besonderheiten bzw. Hindernisse einstellen. Jeder Fehler wird bestraft. Da kann sich dann bei der Jagd nach der schnellsten Runde doch beim ein oder anderen ein gewisser Frust einstellen. Und trotzdem, richtig unfair ist der Titel hier halt auch nicht, nur fordernd. Auch deshalb weil die KI der Gegner sehr gelungen ist und euch eigentlich immer ein mitreißendes Rennspektakel bietet.
200 Strecken, ein mächtiger Editor und vieles mehr
Quelle: Ubisoft
Trackmania Turbo (9)
Trackmania Turbo ist ein richtiges Umfangsmonster. Über 200 Strecken in vier unterschiedlichen Umgebungen bietet nicht nur fahrerische Abwechslung, sondern eben auch Abwechslung fürs Auge. Es begeistert einfach im tropischen "Lagoon Rollercoaster" über sonnige Strände und knallharte Achterbahnstrecken zu düsen, um sich dann beim nächsten Event im "International Stadium" bei einem mitreißenden Indoor-Wettkampf wiederzufinden. Langeweile kommt da nur selten auf. Und solltet ihr irgendwann dann doch mal alle Kurse auswendig können, greift ihr einfach auf den genialen Strecken-Editor zurück. Viele Stunden kann man damit verbringen und die einfallsreichsten Strecken mit Hindernissen, Loopings, Steilkurven und Sprüngen gestalten. Wer will kann das Ganze dann recht unproblematisch und schnell auf einen der Server hochladen, um es so der Community zugänglich zu machen. Inklusive der diebischen Freude, wenn man beobachtet, wie sich dann selbige die fahrerischen Zähne auf der Jagd nach der absoluten Bestzeit ausbeißt. Ok, die Bedienung des Editors hätte noch etwas besser auf die Möglichkeiten eines PS4-Controller angepasst werden können, aber, wenn wir ehrlich sind, ist das wirklich Kritik auf hohem Niveau. Nett übrigens, dass der "virtuelle Baukasten" durch einfachen Tastendruck auch zufallsgenerierte Strecken erstellen kann, wir somit ohne großen Aufwand immer wieder etwas Neues geboten bekommen. Tatsächlich, Trackmania Turbo bietet mehr oder weniger eine unendliche Anzahl an Kursen. Welcher Titel kann das schon von sich behaupten.
Quelle: Ubisoft
Trackmania Turbo (8)
Online sind Rennen mit bis zu 16 Spielern möglich. Wirklich schade ist allerdings, dass man hierbei auf kein gut funktionierendes Ranglistensystem zurückgreifen kann. Dafür bietet der Titel aber einen fehlerfreien Splitscreen-Modus, der euch die Möglichkeit gibt mit bis zu vier Spielern um Sieg und Ehre zu fahren. Besonders spaßig gibt sich die Spielvariante "Hot Seat", in der ihr gegen sieben weitere Fahrer solange die jeweils ausgewählte Strecke abfahrt bis nur noch der Schnellste übrig ist. Das bringt Stimmung ins heimische Wohnzimmer. Richtig lustig wird es allerdings, wenn ihr euch der Herausforderung "Double Drive" stellt. Zwei Spieler steuern hier mit zwei Controllern ein Fahrzeug. Das kann gutgehen, muss es aber nicht - viele Lacher bringt es auf jeden Fall. Da könnte man fast sagen, dass das stupide Erfahren der Bestzeiten im Arcarde-Modus schon richtige öde ist. Aber selbst das gestaltet sich durch den bereits erwähnten anziehenden Schwierigkeitsgrad fordernd und ist somit gerade für Zeitenjäger alles andere als langweilig.
Ganz nebenbei könnt ihr durch gute Leistungen, Rennspieltypisch, diverse Objekte freischalten. Damit lassen sich dann vor allem die Designs der eigenen Fahrzeuge neu, vor allem aber besonders gestalten. Überhaupt wer auf die besondere Optik von Auto und Helm besonderen Wert legt, wird bei Trackmania Turbo auch in diesem Bereich mit einem durchaus passablen Anpassungstool, was kaum Wünschen offen lässt, bedient.Bunte Grafik trifft solide Technik
Ubisofts neuester Arcarderacer ist vor allem eines: Bunt. Aber auch durchaus abwechselnd. Sonnige Strände, nordamerikanische Prärien oder Berglandschaften mit staubigen Pisten - alles schön gezeichnet, alles passend umgesetzt. Die Weitsicht ist meist durchaus zufriedenstellend, wenn auch manches der entfernteren Objekte viel zu schnell als unscharfe Texturen dargestellt wird. Dagegen ist direkt an und über der Strecke einiges los. Blinkende Werbetafeln, belebte Baustellen, knatternde Hubschrauber oder dahingleitende Zeppeline bringen richtig Leben ins Spiel. Aber auch hier schwankt die Qualität der Details. Einige machen in optischer Hinsicht richtig Spaß, andere hätte man aufgrund des schwachen Grafikniveaus auf einer PS4 so gar nicht mehr erwartet. Die Fahrzeugmodelle hingegen überzeugen eigentlich immer. Schön gezeichnet wird hier selbst die kleinste Kleinigkeiten passend dargestellt - vor allem, wenn man viel Arbeit in ein eigenes Design gesteckt hat und das Ergebnis entsprechend gut aussieht, kommt hier richtig Freude auf.
Quelle: Ubisoft
Trackmania Turbo (6)
Knackig gibt sich der Sound. Die Motoren klingen realistisch, vor allem aber richtig satt und bringen bei entsprechender Soundanlage ein richtig gutes Rennfeeling ins Spielezimmer. Geschmacksache hingegen ist die Hintergrundmusik - den einen gefällt das Gedudel, den anderen eben nicht. Übrigens kann man jederzeit über einen simplen Tastendruck die Geräusche leiser bzw. die Musik lauter machen und somit den akustischen Vordergrund ganz nach seinen eigenen Vorlieben einstellen.
Besonders großes Lob haben die Entwickler bei der Performance verdient. Auch wenn sich die maximale Anzahl an Fahrzeugen auf der Strecke und somit auf dem Bildschirm tummeln, geht die Grafikengine nie spürbar in die Knie. Butterweich wird Frame für Frame dargestellt, mit dem Ergebnis, dass ein wirklich sehr gutes, vor allem aber mitreißendes Fahrgefühl erzeugt wird. Positiv auch, dass dies sowohl online als auch offline der Fall ist.
