UFC 2 im Test: heftige Kampfansage an andere Sportspiele

Test Michael Stadler
UFC 2 (9)
Quelle: Computec Media GmbH

Der Vollkontaktsport im Octagon der UFC erfreut sich zunehmend größerer Fan-Scharen. Passend zum Hype erfreut Publisher EA Sports die Freunde der harten Unterhaltung mit dem neuesten Ableger der UFC-Serie. Anstatt, wie es in den anderen Sport-Franchises des Hauses etabliert ist, ein jährliches Update herauszubringen, stecken in UFC 2 ganze zwei Jahre Entwicklungszeit. Wir verraten euch, ob sich das auch in der Praxis bemerkbar macht.

Der Aufstieg

Wie es sich für jede Kampfsimulation schickt hat natürlich auch UFC 2 einen Karrieremodus. Typisch Simulation hat der Modus jedoch wenig Unterhaltungswert und ist mehr Mittel zum Zweck. Kampfmaschinen sollen ja auch kämpfen und nicht entertainen. Nachdem wir uns also einen neuen, eigenen Kämpfer erstellt, einen bestehenden ausgesucht oder uns aus dem Vorgänger das genutzte alter ego importiert haben kann es auch schon losgehen. Der Alltag innerhalb der Karriere besteht zumeist aus Training und Kämpfen. Im Training werten wir unseren Charakter im Hinblick auf seine Fähigkeiten und Vorzüge auf. Letztere geben uns im Kampf kleinere Hilfestellungen ähnlich den Perks aus dem Shooter-Bereich.

UFC 2 (8) Quelle: Computec Media GmbH UFC 2 (8) Beim Aufleveln können wir bestimmte Aktionen gezielt in fünf Stufen aufbessern. Damit sind wir nicht gezwungen einen Allrounder mit Topwerten zu erschaffen um konkurrenzfähig bis ans Ende unserer Karriere sein zu können. Vielmehr hilft das System sich zu spezialisieren und zum Beispiel einen Submission-Meister zu erschaffen. Als nettes Gimmick im sonst so stocksteifen Karrieremodus werden wir im Trainingsverlauf durch unvorhersehbare Ereignisse gebremst oder gepusht. Mal müssen wir wegen einer durchgemachten Nacht einen Trainingstag aussetzen, mal bekommen wir einen Top-Trainer und sammeln mehr Erfahrung. Insgesamt fehlt es der Karriere jedoch an allem, was uns auch nur irgendwie einen Unterhaltungswert außerhalb des Rings und der Trainingshalle geben könnte. So klicken wir uns stupide durch die Menüs bis zum nächsten Kampf und sind nach 5-7 Stunden ein legendärer Champion im Altersruhestand.

Die restlichen Spielmodi beschränken sich auf die üblichen Verdächtigen. Wir können ein schnelles Match starten, im Kockout-Modus der KI sowie Freunden auf der Couch mit fünf Fingern das Gesicht massieren oder auch auf reale Matches setzen und damit Coins verdienen.

Das Team und ich

UFC 2 (6) Quelle: Computec Media GmbH UFC 2 (6) In UFC 2 feiert ein Modus Premiere, der auch in anderen Sportspielen von EA bereits eine etablierte Größe ist: Ultimate Team. Hier übernehmt ihr wahlweise die Kontrolle über lediglich einen oder gleich eine ganze Gruppe von Kämpfern, welche dann verschiedene Gewichts- und Geschlechtsklassen abdecken. Für gewonnene Matches sammeln wir Coins, die wir dann wieder in Attributskarten investieren um unsere Zöglinge weiter zu verbessern. Ob wir dabei selbst in das Octagon steigen oder das die KI erledigen lassen, bleibt uns dabei selbst überlassen. Dabei geht sowohl online als auch offline ordentlich die Post ab. Der Suchtfaktor der aus anderen Sportarten bereits hinlänglich bekannt sein sollte stellt sich auch bei UFC 2 blitzschnell ein. Über kurz oder lang wird wohl auch hier der beliebteste Spielmodus der Marke entstehen - und das zu Recht!

Tolles Handling, wenig Dynamik

Die Handhabung orientiert sich stark am Vorgänger, wurde jedoch im Detail etwas Feinschliff unterzogen. So wurden das Blocken beispielsweise im Hinblick auf den daraus entstehenden Konter wieder entschärft und das Ausweichen vereinfacht. Hierzu muss einfach der linke Trigger gehalten und mit einer Richtungseingabe kombiniert werden. Im Bodenkampf können wir Stellungswechsel nach wie vor mit dem rechten Stick vornehmen. Neu ist dabei, dass uns nun eingeblendet wird in welcher Richtung sich welche Position befindet. Halten wir den Stick für einen kurzen Moment in eine der vorgeschlagenen Richtungen ist der Positionswechsel erfolgreich. So wird das hektische Herumprobieren quasi eliminiert. Das wird jedoch mit weitaus weniger Dynamik erkauft. Ein Umstand, der wohl mehr die Einsteiger als die Fortgeschrittenen erfreuen wird.

Ich hab' die Nase krumm, ich hab' die Nase krumm

UFC 2 (2) Quelle: Computec Media GmbH UFC 2 (2) Insgesamt bietet UFC 2 mit einem aus 250 männlichen und weiblichen Kämpfern aus zehn Gewichtsklassen bestehenden Roster einen ähnlich beeindruckenden Umfang wie es andere Sportspiele aus dem Hause EA bereits vorweisen können. Bedenkt man jedoch, dass alle 250 Damen und Herren ja nicht nur im Gesicht, sondern auch am restlichen Körper exakt modelliert wurden, ist das eine Leistung vor der wir den Hut ziehen. Insgesamt ist UFC 2 grafisch absolut sauber, auch wenn dieser Umstand mit einer geringeren Framerate erkauft wird. Wie sich die Kämpfer innerhalb des Käfigs bewegen ist in jedem Kampf eine Augenweide. Die Einmärsche sind von vorn bis hinten stimmungsvoll eingefangen und inszeniert. Wenn es im Ring zur Sache geht schlägt die große Stunde der Verletzungen. Wie im Vollkontaktsport üblich, geben sich bereits nach kurzer Zeit der Schweiß der Athleten und Blut aus Platzwunden die Hand. Die Verletzungen sehen, wenn das überhaupt so gesagt werden kann, erschreckend gut aus. Allen voran machen die Wirkungstreffer im Profil der Kämpfer am meisten her. Die Authentizität und Härte des Sports werden hier einmal mehr exzellent eingefangen. Das Niveau wird dabei auch von der Soundkulisse in UFC 2 gehalten. Schläge und Tritte hören sich mindestens genauso gut an wie sie aussehen, die Kommentatoren leisten solide Arbeit und im Menü bekommen wir die für EA übliche Qualitätsmixtur.

Meinung

Wertung zu EA Sports UFC 2 (XBO)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Tolle TechnikKollisionsabfrageUltimate TeamInszenierungSoundtrack und KommentarRealistisches „Schadensmodell“Riesiger UmfangEinsteigerfreundlichkeit
Klinische AnmutungZu faktische Karriere

Bildergalerie

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