Man nehme junge Protagonisten, Fabelwesen aller Couleur, hauche dem Ganzen jede Menge japanischen Esprit ein und heraus kommt Pokémon. Und Digimon. Und Yo-Kai Watch!
Geisteralarm in Lenzenhausen
"Yo-Kai Watch? Sagt mir nichts.", wird wohl durch die Köpfe vieler im ersten Moment gehen. Aber keine Angst, wir bringen euch auf den aktuellen Stand.
Quelle: Nintendo
Yo-Kai Watch (8)
Zunächst zur Herkunft: als Yokai werden Monster-ähnliche Figuren aus dem japanischen Volksglauben genannt. Um eine kindgerechte Umsetzung eben jener Wesen dreht sich eine in Fernost äußerst beliebte Fernsehserie. Während dort bereits mehrere Spiele zur Serie erschienen sind, kommen wir jetzt in den Genuss des ersten Ablegers. Zu Spielbeginn haben wir die Wahl, ob wir in die Rolle von Nathan oder Katie zu schlüpfen. Haben wir die Geschlechterfrage geklärt beginnt das Abenteuer in der fiktiven japanophilen Stadt Lenzenhausen. Yokais sind für das normale Auge unsichtbare Geisterwesen, die sich in der Stadt je nach ihren Lebensraumpräferenzen ausbreiten. Dafür, dass die Stadt im ersten Moment sehr überschaubar klingt zeigt sie sich im weiteren Spielverlauf sehr abwechslungsreich und kann mit typischen Orten wie Arcade-Hallen, Bergen oder auch typischen Badehäusern punkten. Dabei wurde bei Level 5 äußerst detailreich gearbeitet, was uns von Anfang bis Ende beeindruckte. Diese Liebe zum Detail findet sich auch im Charakterdesign wieder. Auch für erwachsene Zocker sehen die Yokai sehr frisch, amüsant und vielseitig aus. In Sachen Storytelling ist hingegen wenig bis fast gar nichts zu berichten. Entweder sind wir auf der Suche nach Yokai oder helfen den Bewohnern der Stadt aus der Klemme, in die sie dank der unsichtbaren Besucher gelangt sind. Wir vermissen den roten Faden, den beispielsweise bei Pokémon böse Organisationen oder die Arenakämpfe darstellen.
Mein Freund Yokai
Sehr früh im Spiel stoßen wir auf unseren ersten Yokai namens Whisper. Dieser Geist mit dem Joker-Grinsen im Gesicht ist für den restlichen Spielverlauf unser allwissender Begleiter. Von ihm erhalten wir auch die namensgebende Yo-Kai Watch. Hierbei handelt es sich um eine Uhr, die uns hilft YoKais in Lenzenhausen ausfindig zu machen. Schlägt die Nadel einer Anzeige unserer Uhr in den roten Bereich aus befinden wir uns in der Nähe eines Yokai. Hier wechseln wir dann in den Lupen-Modus der Uhr und müssen den Yokai mit unserem Sucher aufspüren und verfolgen bis sich eine kreisrunde leiste um den Sucher gefüllt hat.
Quelle: Nintendo
Yo-Kai Watch (7)
In Yo-Kai Watch haben wir nur bedingten Einfluss auf den Kampf. Die bis zu sechs mitführbaren Yokai sind im Kampfbildschirm auf einer Drehscheibe angebracht. Je nachdem wie wir die Scheibe mit dem Stylus drehen können wir spontan die Kampfbesetzung ändern. Hier ist es sinnvoll taktisch kluge Positionierungen vorzunehmen, da sich gleiche Yokai ergänzen und zusätzlich verstärken. Neben verschiedenen Charakteristika unterscheiden sich Yokai auch darin, ob sie viel Schaden einstecken oder austeilen können. Maximal können drei Yokai gleichzeitig am Geschehen teilnehmen. Den Kampf führen die Yokai dann von allein. Normale Attacken werden automatisch ausgeführt, wir können durch den Ultiseel-Button auf dem Touchscreen dann zu einer starken Spezialattacke ansetzen. Hierfür müssen wir kleine Aufgaben auf dem Touchscreen erledigen wie Wind erzeugen, geometrische Formen nachmalen oder Blasen zerplatzen lassen. Wurden Yokai von unseren Gegnern mit Statusbeeinträchtigungen belegt, drehen wir den betroffenen Yokai aus dem Gefecht und reinigen ihn durch ähnliche Aufgaben wie im Ultiseel-Modus. Gelungene Reinigungen sorgen nicht nur für gesunde Yokai sondern liefern uns auch zusätzliche Erfahrungspunkte.
Willkommen im Team
Quelle: Nintendo
Yo-Kai Watch (17)
Da uns anders als in Pokémon keine Bälle oder sonstiges Fangwerkzeug zur Verfügung steht, um uns der Fabelwesen zu bemächtigen, müssen wir die Geschichte in Yo-Kai Watch anders angehen. Während des Kampfes können wir unser Gegenüber mit Gegenständen füttern, die seine Sympathiewerte steigern und darauf hoffen, dass er sich nach der Auseinandersetzung unserem Team anschließt. Eine wirkliche Garantie für die Eingliederung eines Yokai in unser Team gibt es nämlich nicht. Dadurch ist die Jagd nach dem nächsten Yokai vom "Zuckerbrot und Peitsche"-Prinzip geprägt, was aber nicht weiter schlimm ist, da der Frust über vergebliche Versuche vom Glücksgefühl des lang ersehnten Erfolgs sehr gut überschattet wird. Nach dem Kampf steigen die beteiligten Yokai aufgrund der vergebenen Erfahrungspunkte dann nach klassischem Muster ein ums andere Level auf.
Obgleich die Kampfmechanik wirklich sehr gut funktioniert, ist der Schwierigkeitsgrad viel zu sanft ausgefallen. Vor fordernde Aufgaben oder schwierige Kämpfe wurden wir in der gesamten Testphase nicht gestellt. Bis auf den Zeitfaktor sind auch die Bosskämpfe nicht viel anders als herkömmliche Kämpfe mit guten Yokai.
