Wir gingen durch die Hölle und kehrten mit Begeisterung daraus zurück. Was Doom verspricht, das hält es auch.
Gewalt gegen Mensch und Tier ist abzulehnen, auf diesem Grundsatz basiert unsere Zivilisation, oder sollte sie zumindest. Eine Gesellschaft in der Gewalt dominiert, die bringt es nicht weit. Trotzdem aber gibt es etwas in uns, das damit noch nicht abgeschlossen hat. Denn auch in unserer modernen Welt gibt es Situationen aus denen man sich nur mit Gewalt befreien kann. Doch keine Angst, ich langweile euch hier nicht mit einem Pamphlet über die Gewalt, das machen andere gerade besser. Mir geht es nur darum darauf hinzuweisen, Gewalt nicht per se abzulehnen, sondern sie in vernünftigen Bahnen zu kanalisieren. Wir Menschen verfügen über diese phantastische Fähigkeit der Ersatzbefriedigung, weswegen wir uns Filme über Verbrecher ansehen und weswegen wir Spiele wie Doom zocken.
Quelle: Bethesda
Doom (11)
Der Trick an Doom ist derselbe wie bei Heinleins Starship Troopers: Wenn es keine moralischen Einwände mehr gibt, weil der Feind einwandfrei abgrundtief böse ist und eine unmittelbare Bedrohung darstellt, dann kann man Gewalt ausleben ohne das Gewissen zu belasten. Darum auch braucht Doom keine große Geschichte, die Bedrohung kommt aus der Hölle selbst und es gibt nichts Schrecklicheres. Das genügt völlig als Legitimation zu den Waffen zu greifen und das Blut literweise fließen zu lassen.
Die Singleplayer-Kampagne direkt aus der Hölle
Wo Doom drauf steht, da ist auch Doom drin. An den ursprünglichen Gameplay-Mechaniken hat sich auch im aktuellsten Teil nichts geändert. Auf dem Mars ist die Hölle ausgebrochen und wir müssen ihr Einhalt gebieten. Es gilt mit einem immer größer werdenden Waffenarsenal ausgestattet all die Höllengestalten auszulöschen und in den recht groß ausgefallenen Arealen die bunten Codekarten zu finden die uns Einlass zu weiteren Gebieten ermöglichen. Dabei muss man schon an diesem Punkt den Level-Designern ein Lob aussprechen. Die Areale sind nämlich höchst professionell gestaltet und erlauben dem Spieler ein schnelles Voranschreiten ebenso, wie sie zum Erkunden einladen. Das lohnt sich auch, denn es gibt abseits des Idealweges viele Extras einzusammeln mit denen wir unsere Waffengewalt verstärken oder unsere Fähigkeiten verbessern können.
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Doom (10)
Dies geschieht auf zweierlei Weise: Zum einen können wir jede Waffe mit verschiedensten Modifikationen ausstatten, wie einem Zielsuchgerät für den Raketenwerfer oder Explosivgeschosse für das Gewehr. Diese bekommen wir bei den in den Leveln versteckten Drohnen, weswegen sich mancher Umweg durchaus lohnt und uns später das Leben erleichtert. Die Modifikationen wiederum lassen sich mit den Chips gefallener Elite-Soldaten weiter aufrüsten. Zum anderen gibt es unseren Kampfanzug, er sich ebenfalls in vier Bereichen aufleveln und mit neuen Funktionen ausstatten lässt. Diese beiden Features fielen recht umfangreich aus und wenn man nicht wirklich alle Extras in den Leveln einsammelt, schafft man es bis zum Ende der Geschichte im dreizehnten Kapitel nicht, alle Waffen und den Anzug komplett aufzuleveln.
Ein neues Gameplay-Element in Doom stellen die sogenannten Glory-Kills dar. Dabei handelt es sich um besonders brutal ausgeführte Finisher, die wir bei kurz vor dem Ableben befindlichen Monstern anwenden kann. Für einen kurzen Augenblick beginnen diese paralysiert zu glänzen und wir können ihnen in den Schlund greifen und ihr eigenes Herz zu fressen geben, den Schädel mit blanken Händen auseinanderreißen und weitere ultrabrutale Dinge tun. Dies dient nicht nur dazu ein Achievement/Trophie zu erringen oder eine gestellte Herausforderung zu erfüllen, es spart im Kampf auch schlicht Munition. Zudem sind wir während eines Glory-Kills unverwundbar und erhalten wenige Sekunden Zeit zum Luft holen.
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Doom (9)
In der Praxis ist man dafür mitunter echt dankbar, denn was einem Doom teilweise für Gegnermassen entgegenschleudert ist im wahrsten Sinn des Wortes atemberaubend. Nicht nur einmal denkt man den Level nun doch gesäubert zu haben, nur um dann festzustellen, dass es noch viel schlimmer kommt. Schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad muss man darum seine Waffen und deren Zusatzfunktionen blind beherrschen, um sich voll auf die Gegner und die gebotenen Chancen konzentrieren zu können. Wer stillsteht, ist schon tot. Dabei begeistert der Titel mit dem immer wieder aufkommenden Wechselbad der Gefühle, dem der Spieler ausgesetzt wird. Gerade noch himmelhoch jauchzend, weil man mit ein paar genial gesetzten Schüssen und aktivem Quad-Kill eine ganze Horde erlegte, fragt man sich schon drei Sekunden später wie man der nächsten Herr werden soll und ob das wirklich der Ernst der Entwickler ist.
Ein Detail, welches mir während der Kämpfe ganz besonders viel Spaß bereitete, ist, dass einem Doom zu risikoreichen Angriffen motiviert. Wer versucht sich irgendwo zu verschanzen oder taktisch vorzugehen, kommt nicht weit. Am erfolgreichsten ist man, wenn man sich direkt auf die Monster stürzt. Denn selbst mit nur wenigen verbliebenen Lebenspunkten kann man das Blatt noch wenden, da die erfolgreiche Exekution der Viecher sofort neues Leben und Munition mit sich bringt.
Ebenfalls zu gefallen weiß die immer angenehm hohe Framerate von Doom. Nicht einmal ist mir im Spiel ein Framedrop oder eine einbrechende Framerate aufgefallen. Als ebenfalls sehr angenehm empfand ich, dass es praktisch keine dunklen Level gibt, denn ich bin ein Freund von Licht und sehe gern was abgeht. Selbst die Höllenlevel sind angenehm hell und lassen einen nie im Dunklen tappen.
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Doom (7)
Was ich allerdings als etwas unglücklich umgesetzt empfand sind die Runen-Herausforderungen. Diese finden sich in den Leveln verteilt und stellen eingestreute Minigames dar, die sich gewaschen haben. Da gilt es eine bestimmte Anzahl Imps innerhalb kürzester Zeit umzunieten, während man sich immer nur nach einem Kill für drei Sekunden bewegen kann, oder einen perfekten Sprunglauf hinzulegen um innerhalb weniger Sekunden 15 Seelensteine einzusammeln. Diese Herausforderungen für sich alleine gesehen sind durchaus gelungen, reißen einen aber immer wieder aus dem Spielverlauf heraus. Denn so nebenbei sind die nicht zu erledigen, da muss man sich schon anstrengen. Lässt man sie aber aus, verzichtet man auf hilfreiche Zusatzoptionen.
Doom bietet uns insgesamt fünf Schwierigkeitsgrade, wovon anfangs nur die ersten drei wählbar sind. Sobald wir das sechste Kapitel absolvierten, stehen uns auch die restlichen zwei zur Verfügung. Allerdings muss man für sie einen neuen Spielstand beginnen, man kann nicht seinen bereits aufgelevelten Charakter benutzen oder im aktiven Spiel auf einen der beiden höchsten Grade umschalten, wohingegen ansonsten ein Wechsel jederzeit möglich ist. Dabei glänzt der Ultra-Alptraum mit einer besonderen Gemeinheit, dem Permadeath. Im Klartext: Stirbt man im höchsten Schwierigkeitsgrad, ist die gesamte Kampagne beendet. Soll heißen, wir müssen das gesamte Spiel mit einem einzigen Leben überstehen. Das kann sich nur ein Wahnsinniger ausgedacht haben.Herrlich zugänglicher Multiplayer
Für den Spaß mit anderen Spielern stehen uns zwei grundsätzliche Modi zur Verfügung. Als da wären der klassische Multiplayer mit verschiedenen Spielvarianten, sowie der SnapMap-Modus zum Erstellen, Spielen und Teilen eigener Level.
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Doom (3)
Der klassische Multiplayer erinnert stark an Doom, Quake und Unreal Tournament und lädt zu schnellen und unkomplizierten Matches zwischendurch ein. Fahrzeuge oder gar fliegende Gefährte gibt es nicht, man ist grundsätzliche per pedes und mit Sprungstiefeln unterwegs. Die verschiedenen Spielvarianten hat man schnell im Griff und die eher klein bis mittelgroßen Karten schnell intus. Ich war ehrlich gesagt selbst etwas überrascht, wie viel Spaß mir der Multiplayer machte. Selbst als eher durchschnittlicher Shooter-Spieler konnte ich schnell Erfolge feiern und wenn nicht, kam es mir nicht so vor, als würde ich in einem hoffnungslosen Kampf gegen Überspieler antreten. Die Taktik stand dabei nicht im Vordergrund und bei den meisten Matches fand nicht einmal eine Kommunikation per Headset statt, obwohl die meisten Team-basiert sind.
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Doom (13)
Richtig begeistert aber hat mich der SnapMap-Modus, und das nicht nur weil er auch Coop-Play gestattet. Mit dem Editor können wir eigene Level gestalten und diese dann mit der Community teilen, sowie natürlich deren Level herunterladen und spielen. Dabei entpuppt sich der SnapMap-Editor als ziemlich leistungsstarkes Tool, mit dem eine Menge Dinge möglich sind. Nicht umsonst gibt es ein sehr ausführliches interaktives Tutorial, welches uns mit den vielfältigen Möglichkeiten vertraut macht.
Derweil kann man schon Stunden mit den von der Community entworfenen Level verbringen. Das Angebot ist schon jetzt gigantisch und man ist immer wieder erstaunt, auf welche Ideen die Spieler kommen und was alles mit SnapMap möglich ist. Während also der normale Multiplayer eher was für den Spaß zwischendurch ist, kann man mit SnapMap Stunden und Tage verbringen.
