Uncharted 4 im Test: Eine Perle unter den Videospielen

Test Alexander Schneider
Uncharted 4
Quelle: Sony

Wir haben uns mit Nathan Drake in sein letztes Abenteuer gestürzt und erzählen euch, warum dieses Spiel in absolut keiner Playstation 4-Sammlung fehlen darf.

Als relativer Uncharted-Neuling, vor einigen Jahren hatte ich lediglich den ersten Teil etwas gespielt, habe ich nun, während ich dieses Review tippe, dass ungute Gefühl, zu spät zu einer genialen Party gekommen zu sein. Nun bin ich aber da und versuche das Beste draus zu machen. Glücklicherweise greift mir das Spiel dabei unter die Arme. Nate's spannendstes Abenteuer beginnt turbulent. Inmitten eines tobenden Sturms versuche ich ein kleines Boot in Richtung einer geheimnisvollen Insel zu manövrieren.

Uncharted 4 im Test (17) Quelle: Sony Uncharted 4 im Test (17) Das Boot schaukelt wild herum, wird gar von den Wellen hin und her geworfen, und als ob das nicht schon genug wäre, fliegen mir Kugeln aus den Knarren irgendwelcher Söldner um die Ohren. Den peitschenden Wellen und dem Kugelhagel zum Trotz komme ich der Insel zum Greifen nahe, nur, um dann von einem anderen Boot gerammt zu werden. Ich sehe mein Alter-Ego noch über Bord gehen, mein Gefährt zerplatzen und das war's.

Ein bewährtes Rezept

In seinem voraussichtlich letzten Abenteuer reist Nathan Drake rund um den Globus. Er will ein jahrhundertelanges Geheimnis um einen Piratenschatz lüften, doch seine Mission treibt ihn an die Grenzen des Möglichen und wirkt sich auch auf seine Mitmenschen aus. Die Rahmenhandlung bietet im Verlauf des Abenteuers genug Spielraum für eine fesselnde Geschichte, die nicht nur alten Bekannten, sondern auch einigen neuen Charakteren eine Bühne bietet und dabei mit einer Qualität überzeugt, die nicht wenig Hollywood-Filme vor Neid erblassen lässt. Auch langjährige Fans der Reihe werden noch das ein oder andere Geheimnis über Nathan Drake erfahren. Schon zu Beginn meines Abenteuers komme ich nicht umhin, die beeindruckende Grafik zu bewundern. Ich will den Titel nicht im Voraus mit Lob überhäufen, denn auch Uncharted hat ein paar sehr gut versteckte Ecken und Kanten, aber, gerade aus Sicht eines Spielers muss ich an dieser Stelle folgendes festhalten: Wow! Naughty Dog kitzelt wirklich einiges aus der Hardware der Konsole.

Uncharted 4 im Test (16) Quelle: Sony Uncharted 4 im Test (16) Kein Wunder also, dass Nate bei so einer Pracht Lust aufs Klettern bekommt. Dies ist auch eine Stärke des Schatzjägers. Ähnlich wie die gute alte Lara hangelt und springt der charmante Schatzsucher von einer Kante zur Nächsten und macht dabei eine gute Figur. Besonders hat mir die Option gefallen, oft mehr als nur einen bestimmten Weg nach oben zu haben. Klar, das Ziel ist fest vorgegeben, aber oft bleibt mir die Wahl, wie ich nach oben klettere. In der Regel macht auch die Kamera beim täglichen Sport mit. Nur ab und zu muss ich den Analog-Stick etwas geduldiger in die richtige Richtung drücken, damit Nate nach der vorgesehenen Kante greift. Manchmal reicht es aber nicht aus, einfach nur eine Felswand entlang zu hangeln. Oft ist das Ziel zu weit weg, um einen Sprung zu wagen. Damit mein Abenteuer kein vorzeitiges Ende findet, setze ich meinen Kletterhaken ein, um mich ganz wie Tarzan von einem Punkt zum nächsten zu schwingen. Glücklicherweise ist im richtigen Moment auch immer etwas vorhanden, an dem ich den Kletterhaken befestigen kann.

Dieser ist außerdem vielseitig einsetzbar. Ich nutze ihn nicht nur, um von einer Seite auf die andere zu gelangen. Je nach Situation kann ich damit auch an einer Wand entlanglaufen, um andere Ebenen zu erreichen, mich abseilen oder nach oben klettern. Manchmal bleibt es an mir hängen damit schwere Kisten heranzuziehen, um folglich höhere Ebene zu erreichen. Egal was Nathan macht, es sieht bei ihm leicht und natürlich aus. Die stundenlangen Motion Capture-Aufnahmen und die Arbeit der Programmierer haben sich gelohnt.

Uncharted 4 im Test (11) Quelle: Sony Uncharted 4 im Test (11) Besonders schwierig sind die Kletterpartien aber nicht, der Weg ist ersichtlich und falls ich doch mal zu lange brauche gibt mir das Spiel von selbst einen Tipp. Schwierig müssen sie ohnehin nicht sein, sondern Spaß machen und das tun die akrobatischen Einlagen auf alle Fälle. Da ich bevorzugt in alten Gebäuden oder zwischen brüchigen Felsen herumspringe, geht natürlich nicht immer alles nach Plan. Manchmal ist Reaktionsfähigkeit gefragt, vor allem dann, wenn sich zum Beispiel die Brücke, auf der ich gerade noch stand, zur spontanen Selbstzerstörung entschließt. Zwischen brüchigem Holz und Geröll schlittere ich nicht selten einen schmutzigen Hang hinunter, der zugleich beeindruckend schön aussieht, kralle mich dann mit letzter Kraft an der gegenüberliegenden Felswand fest und spüre das Adrenalin durch meinen Körper schießen. Keine Sorge, wenn es mal nicht klappt und Nate das Zeitliche segnet, beruhigt mich das Spiel mit fairen Checkpoints und gibt mir eine weitere Chance.

Leichter Rätselspaß

Von Zeit zu Zeit klemme ich mich mit Nate auch hinter das Lenkrad eines Jeeps, um größere Distanzen zurückzulegen. Dabei öffnet sich Uncharted zwischenzeitlich etwas und lädt mich dazu ein, größere Areale mit dem Auto zu erkunden. Wer alle Geheimnisse und Notizen im Spiel finden will kommt nicht daran vorbei mit dem Jeep die ein oder andere Spritztour zu unternehmen. Insgesamt wird der Entdeckerdrang in den offenen Landschaften aber nicht gestillt. Sie sind unglaublich schön und detailliert, doch wirklich viel gibt es nicht zu entdecken. Eigentlich schade, denn die malerischen Landschaften laden mich regelrecht dazu ein, jeden Stein umzudrehen.

Uncharted 4 im Test (10) Quelle: Sony Uncharted 4 im Test (10) Im Verlauf des Spiels gibt es ein paar Rätsel, die bringen aber höchstens einen Neueinsteiger kurz zum Nachdenken. Grundsätzlich ist die Schwierigkeit dieser Aufgaben sehr niedrig angesetzt. Dies ist schade, denn gerade die ein oder andere Denkaufgabe würde gut zu Nate passen. Da auch Tomb Raider seit dem Reboot in dieser Hinsicht nicht wirklich fordernd ist, hatte ich meine ganze Hoffnung in Uncharted 4 gesetzt, habe aber leider vergebens nach kniffligen Rätseln Ausschau gehalten. Dafür sind die vorhandenen Aufgaben trotzdem ganz spaßig und zumindest gibt es die Gelegenheit einige Notizen und Zeichnungen im Verlauf des Abenteuers anzufertigen. All die kleinen Zettel und Zeichnungen zu finden lohnt sich nicht nur für Trophäen-Jäger, sie bieten auch interessante Hintergrundinformationen, die der Geschichte zusätzliche Tiefe verleihen.

Eine Prise Action darf nicht fehlen

Nathan Drake wäre nicht Nathan Drake, wenn es während der Schatzsuche nicht auch ordentlich zur Sache gehen würde. In Uncharted 4 kracht es gewaltig. Kein Wunder, Nate ist nicht der Einzige, der einem verlorenen Schatz hinterherjagt. Ich ballere mich durch ein großes Arsenal an Sturmgewehren, Maschinenpistolen und Pistolen. Dabei bieten mir alte Hütten, Steinblöcke oder Bäume gute Deckungsmöglichkeiten, um nicht im feindlichen Kugelhagel unterzugehen. Aber Vorsicht! Die in den Arealen bereitgestellten Deckungsmöglichkeiten sind nicht unzerstörbar und so muss ich nicht selten in Sicherheit hechten, wenn die Holzkiste, die mir gerade noch Deckung gab, unter dem Kugelhagel zerbirst.

Uncharted 4 im Test (7) Quelle: Sony Uncharted 4 im Test (7) Manchmal reicht es nicht aus die Söldner mit Pistolen oder Schrotflinten zu bearbeiten und ein schweres Geschütz muss her. Dann darf es auch gerne mal ein Raketenwerfer sein, um ein feindliches Fahrzeug mit einer beeindrucken Explosion schrottreif zu schießen. Gefühlt gibt es weniger Schießereien als in den Vorgängern, was mir persönlich sehr gut gefällt, aber trotzdem genug, um Nates letztem Abenteuer die richtige Balance aus Erkundung und Action zu geben. Da ich in meinem Durchgang sowieso nicht so gerne zur Waffe gegriffen habe, habe ich dafür vom Schleichsystem Gebrauch gemacht, um mich meiner Kontrahenten still und leise zu entledigen.

Um nicht von ihnen gesehen zu werden suche ich entweder Deckung hinter einer Wand, an einem Hang oder ich verstecke mich im hohen Gras. Dort fällt es meinen Feinden schwer, mich ausfindig zu machen. So schleiche ich mich langsam an sie heran oder lasse sie zu mir kommen, um sie dann mit einem schnellen Griff außer Gefecht zu setzen. Vorsicht und Geduld sind aber gefragt, denn auch, wenn mir das Gras Deckung bietet, haben meine Gegner auch Augen im Kopf. Söldner werden auf mich aufmerksam, wenn ich in ihrem Sichtfeld über das Areal turne oder feststellen, wenn einer ihrer Kollegen verschwunden ist. Ein Symbol über deren Köpfen zeigt mir an, ob sie meiner Gegenwart bewusst sind oder nicht. Werde ich entdeckt, bricht natürlich die Hölle los, dann empfiehlt sich der schnelle Griff zum Sturmgewehr. Es gibt auch die Möglichkeit sich zu verstecken, bis sie mich nicht mehr finden. Hier zeigt auch die KI meiner Mitstreiter ihre Stärken. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als Elena einen Söldner mit einem schnellen Griff ins Gras zog und ihn außer Gefecht setzte.

Uncharted 4 im Test (6) Quelle: Sony Uncharted 4 im Test (6) Neben den herkömmlichen Schusswechseln gibt es auch gescriptete Actionszenen in denen es mir an den Kragen geht. Da rase ich mit einem Jeep durch enge Straßengassen, werde an einem Seil hinter einem Auto hergezogen, während mir von sämtlichen Seiten Schüsse entgegenfliegen oder ich finde mich mitten in einem zusammenstürzenden Haus wieder. In diesen Situationen ist Reaktionsgeschwindigkeit gefragt, denn es geht so heiß zur Sache, dass sogar Daniel Craig als James Bond die Luft anhält. Mein Adrenalinspiegel schoss während dieser Momente nicht selten durch die Decke und ich saß gebannt vor meinem Fernseher, während ich versucht habe nicht draufzugehen.

Der Mehrspielermodus

Bereits seit dem zweiten Teil der Reihe verfügt Uncharted über einen Mehrspielermodus. D kompetitive Online Modus ist auch in Teil 4 wieder dabei. Die verschiedenen Maps sind thematisch an die Kampagne angelehnt. Online geht es dann im klassischen Team Deathmath oder zielbasierten Modi zur Sache. Es gibt vorgefertigte Klassen, allerdings kann man sich auch eigene Klassen mit Waffen und Upgrades erstellen. Diese wollen aber erst einmal freigespielt werden. In den laufenden Partien mache ich neben den herkömmlichen Waffen noch Gebrauch von diversen Upgrades, die ich mir mit Ingame Währung erkaufen muss. Um genug Kohle für ein El Dorado oder einen verbündeten Soldaten zu erhalten, muss ich meine Gegner dem Erdboden gleichmachen oder auf der Karte verteilte Credits einsammeln. Teamarbeit spielt ebenfalls eine Rolle. Verbündete Spieler können wiederbelebt werden und je mehr dabei helfen, desto schneller geht es.

Uncharted 4 im Test (5) Quelle: Sony Uncharted 4 im Test (5) Neben den Schusswaffen kommt es Online auch gerne mal zu Handgreiflichkeiten. Besonders spaßig finde ich den Enterhaken. Diesen kann ich aufrollen und für eine verheerende Nahkampfattacke verwenden, nach welcher mein Widersacher mit einem Schlag zu Boden geht. Da ich bereits in der Kampagne viel klettern konnte, darf dies natürlich auch im Online Modus nicht fehlen. Ich schwinge mich über Dächer, klettere Felswände oder ähnliches hoch. Der Mehrspielermodus macht auf jeden Fall Spaß, zumindest kurzweilig. Auf lange Sicht kann die Online Komponente aufgrund fehlenden Tiefgangs aber nicht mit anderen Shootern mithalten. Der Fokus bei Uncharted 4 liegt aber ohnehin auf der fesselnden Kampagne und diese ist es Wert, mehr als nur einmal gespielt zu werden.

Ein technisches Meisterwerk

Wie nicht anders von Naughty Dog zu erwarten, geben sich die Entwickler bei Uncharted 4 keine Blöße. Der Titel wurde peinlich genau von vorne bis hinten designt, um stets ein gutes Bild zu vermitteln. Der Detailgrad sucht derzeit seinesgleichen. Das fängt schon bei den Charakteren an: Nate und Co. treten detaillierter auf als je zuvor. Für das Playstation 4-Debüt wurden die Charaktere überarbeitet und dank neuer Motion Capture-Aufnahmen zum Leben erweckt. Das Ergebnis verwöhnt meine Augen. Die Gesichtszüge der Charaktere transportieren, selbstverständlich in Kombination mit den guten Sprechern, Emotionen und lassen mich tief in die Handlung eintauchen.

Uncharted 4 im Test (4) Quelle: Sony Uncharted 4 im Test (4) Die Klamotten reagieren auf die Bewegungen der Charaktere und die Umgebung. Schwimme ich mit Name ist er Patschnass und seine Kleidung tropft ab, das T-Shirt bewegt sich im Wind. Viele Videospiele scheitern an der Darstellung der Haare, deshalb muss ich, so banal es auch klingt, die Frisuren an dieser Stelle noch lobend erwähnen, denn die sehen glücklicherweise nicht aus wie ein Helm oder eine Tapete, sondern werden genauso akribisch dargestellt. Auch bei den anderen Figuren wurde auf den Detailgrad geachtet. Allerdings sahen ein paar der Kletteranimationen bei ihnen nicht ganz so agil aus wie bei Nate. Was bei den Figuren gut anfängt setzt sich auch bei der Gestaltung der Spielwelt fort.

Egal ob es eine lebhafte Stadt, ein zugewachsener Urwald oder eine dunkle Höhle ist, der Detailgrad bleibt stets auf höchstem Niveau. Da wiegen sich Blätter im Wind, Gras raschelt, wenn ich durchgehe und das Sonnenlicht sorgt für korrekte Schattenbewegungen. Bei den Kämpfen geht allerlei zu Bruch. Da bersten Holzkisten, Granaten und Geschosse wirbeln Dreck und Rauch auf und selbst an einem Hang lösen sich kleine Felsbrocken, wenn ich mit einer Waffe dagegen schieße. Diese lösen sich nicht einfach in Luft auf, sondern rutschen physikalisch korrekt den Hang hinunter.

Uncharted 4 im Test (2) Quelle: Sony Uncharted 4 im Test (2) In Nathans abschließendem Abenteuer wurde viel Wert auf Abwechslung gelegt und so reise ich quer über den Globus. Großbritannien, Afrika, Asien, es ist wirklich für jeden etwas dabei. Die verschiedenen Gegenden werden zum Leben erweckt und sorgen für eine besondere Atmosphäre. Ich möchte hier explizit die Szene aus der E3-Präsentation hervorheben, in der man einen Marktplatz zu sehen bekam. Dieser ist natürlich auch im fertigen Spiel enthalten und beeindruckt mit vielen kleinen Details. Ich kann mir etwas zu essen kaufen, um Artefakte feilschen oder Sully dabei zusehen, wie er ausversehen eine Frau anrempelt, nur, um sich anschließend zu entschuldigen und ihr dabei zu helfen das auf dem Boden gefallene Obst aufzusammeln. Auch die zahlreichen Charaktere, die hier gleichzeitig auf dem Bildschirm dargestellt werden beeindrucken, denn sie sehen nicht alle gleich aus oder tragen die gleichen Klamotten.

Abgerundet wird die Optik von einer stabilen Bildrate die von Anfang bis Ende für ein reibungsloses Geschehen sorgt. Egal, ob ich mich mitten in einer wilden Actionsequenz befinde oder lässig in schwindelerregenden Höhen an irgendwelchen Felswänden hänge, Uncharted 4 kommt zu keiner Zeit ins Schwitzen. Auf höchstem Niveau befindet sich auch die Akustik des Spiels. Die englische Synchronisation ist hervorragend und auch die deutsche Synchronisation überzeugt auf ganzer Linie. Wie immer empfehle ich, wer des Englischen mächtig ist, sollte dieses Abenteuer im O-Ton erleben. Passend zu der Sprachausgabe gibt es auch einen tollen Soundtrack, der stets die passende musikalische Untermalung parat hat, um jeder Situation den perfekten Unterton zu verleihen.

Der folgende Absatz hatte keinen Einfluss auf die Wertung und gehört nicht zum eigentlichen Review

Was ist denn nun besser? Uncharted oder Tomb Raider? Die beiden Titel werden gerne miteinander verglichen, gehen aber doch in sehr unterschiedliche Richtungen. Die "Reboot-Lara" zeigt eine junge, bierernste Lara Croft, die gerade die Feuertaufe zu der kecken Archäologin durchläuft, die sie in den alten Spielen war. Nathan ist ein - mittlerweile - relativ junger Grabräuber, der sich nie um einen flotten Spruch zu schade ist. OK, im Vergleich zu Lara kommt er auf weniger veröffentlichte Spiele und musste noch keinen Reboot durchlaufen, die Croft hat hingegen sogar schon zwei hinter sich.

Uncharted 4 im Test (9) Quelle: Sony Uncharted 4 im Test (9) Uncharted 4 fühlt sich für mich, trotz weniger und leichterer Rätsel, aber mehr nach Tomb Raider an als es die letzten beiden Veröffentlichungen des Franchise getan haben. Woran liegt das? Versteht mich nicht falsch, ich liebe Tomb Raider, seit dem ersten Teil und auch heute noch. Der neuen Lara fehlt es aber an Wortwitz. Da ich Crystal Dynamics schon im Reboot aus dem Jahr 2013 die Wandlung der verängstigten und schwachen Lara nicht abgenommen habe - kein Wunder, in der Zwischensequenz blickt sie mit scheuen Rehaugen in die Kamera und im eigentlichen Spiel bläst sie eine Schrotladung nach der anderen in ihre Gegner - bin ich sehr skeptisch, ob die Wandlung der Archäologin im nächsten Teil gelingen wird. Naughty Dog hat die Messlatte in Hinblick auf Präsentation und Qualität des Storytelling sehr hoch angesetzt. Ich hoffe, Crystal Dynamics, ihr schaut nun genau hin und haut mich mit dem nächsten Auftritt von Lara wieder von den Socken. Rise of the Tomb Raider hat bereits die spielerischen Schwächen des Vorgängers ausgemerzt, nun hängt also alles von der Handlung ab.

Bis dahin darf und muss Nate verdient die Krone tragen. Uncharted 4 ist - sozusagen - Nathan's Schwanenlied. Wenn es am Schönsten ist soll man schließlich aufhören. Ich bin nach diesem Spiel aber so angefixt, dass ich es Naughty Dog mehr als verzeihen würde, wenn sie uns, entgegen ihrer Aussage, nochmal auf eine Reise mit Nathan Drake schicken würden.

Meinung

Wertung zu Uncharted 4: A Thief's End (PS4)

Wertung:

9.5 /10
Pro & Contra
Atemberaubende Grafik und Liebe zum DetailSpannende Inszenierung auf Film-NiveauOptionale Gespräche verleihen der Geschichte mehr TiefeHervorragende englische und deutsche SynchronisationAbwechslungsreiche GebieteSpaßige KletterpartienViele SchätzeOption: Vermeidung fast aller Kämpfe durch Schleichangriffe oder -manöver
Rätsel zu leichtzu wenig RätselMehrspielermodus begeistert nur kurzzeitigist es wirklich das letzte Uncharted?!
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