Dungeons 2 im Test: Das Ultimative Böse kehrt zurück

Test Philipp Mentel
Dungeons 2 (8)
Quelle: Kalypso Media

Publisher Kalypso Media veröffentlicht diesen Monat mit Dungeons 2 für die PlayStation 4 kein neues Spiel. Stattdessen entschied man sich, den im letzten Jahr für PC erschienenen Dungeon Keeper-"Klon", erstmals auch auf die Konsole zu bringen. Ob sich die Horden und Dämonen auch mit einem Gamepad gut Befehle geben lassen? Im Test erfahrt ihr es.

Hinweis: Da im Multiplayer-Modus derzeit noch Flaute herrscht, behalten wir uns vor, eine Multiplayer-Wertung nachzureichen, sobald ab dem 27.05. das Game für alle Spieler zugänglich wird.

Das Böse reckt sich und braucht Hilfe

Dungeons 2 (11) Quelle: Kalypso Media Dungeons 2 (11) Dungeons 2 entführt uns in eine aus elf Missionen bestehenden Kampage, mit der man sich unter dem Strich am Ende gut 20 Stunden beschäftigen kann. Ganz am Anfang und überhaupt steht das Ultimative Böse im Mittelpunkt des Spiels. Diesem gefällt das quitschbunte Treiben in der Oberwelt nicht und so befallen Er und seine Horde das Land und setzen pinke Einhörner und natürlich der von Menschenhand geführten Allianz ein Ende - nun nicht ganz. Ja, Einhörner müssen in der Kampagne auch mal massakriert werden, die Allianz hingegen hält sich tapfer und schafft es mit einigen Helden das Ultimative Böse ins Jenseits zu befördern.

Im Jenseits angekommen ist der ehemals große und starke Recke verblasst und nicht mehr zu direkten Handlungen fähig. Einzig eine vor sich schwebende Handfläche ist alles, was übrig geblieben ist. Und so übernehmen wir als Spieler direkt das Geschehen und lassen das Böse auf dem Thron sitzen, während wir im Untergrund einen Dungeon ausbauen, Einheiten aufstellen und gegen die freundlich, fröhliche Oberwelt auf Rache sinnen. Während der Kampagne stellt man uns anfangs noch per Tutorial sämtliche Funktionen vor, in späteren Missionen müssen wir allerdings selbstständiger das Heft in die Hand nehmen: eine angenehme Lernkurve.

Gold, Mana und... Joghurt?

Dungeons 2 (7) Quelle: Kalypso Media Dungeons 2 (7) Was Joghurt in einem Dungeon zu verloren hat? Na das muss man wohl die Autoren des Spiels fragen. Denn anders als dieser flapsige Spruch, den der Sprecher mal von sich gibt, ist der Dungeons Alltag weniger schmackhaft. Wir müssen unsere kleinen Schnodderlinge zum Gold schürfen losschicken und markieren die Fläche, die sich immer in Quadrate aufteilt, an denen die kleinen Racker loslegen sollen. Neben Goldvorkommen, die sofort umgesetzt und gelagert werden, gibt es noch die langanhaltenden Goldadern, die uns für eine Weile mit Gold und damit auch Geld versorgen.

Gold ist neben Mana die wohl wichtigste und umstrittenste Ressource in Dungeons 2. Für jeden Bauprozess benötigen wir Gold. Aber auch das Anheuern von neuen Hordentruppen kostet Gold und nebenbei müssen wir sie dann in regelmäßigen Abständen extra bezahlen. Fehlt Gold, dann brennt die Hütte und wir haben ziemlich haltlose und unproduktive Truppen herumlaufen. Problematisch: das Gold kommt am Anfang nur schleppend aufs spielinterne Konto, da unsere Schnodderlinge noch ziemlich langsam laufen und arbeiten. Mit ein paar Updates kann man sich aber behelfen.Schlafen, Trainieren, Bauen

Dungeons 2 (6) Quelle: Kalypso Media Dungeons 2 (6) Damit in Dungeons 2 der Rubel rollt, müssen wir verschiedene Räume anlegen. So brauchen wir für Fallen, um uns vor Angreifern zu schützen, Kisten, die wir herstellen müssen. Bauen wir dann eine Maschine, die den Produktionsprozess einleitet, müssen wir noch eine Einheit kaufen, die diese bedient. Brauereien, die die Laune unserer Arbeiter und Kämpfer bei der Stange hält, werden von Schnodderlingen betrieben und in Lazaretten können wir angeschlagene oder KO gegangene Truppen heilen. Da sowohl für den Bauprozess von Fallen, als auch für die Bierbrauerei Schnodderlinge gebraucht werden, können diese in der Zeit nicht mehr nach Gold graben - das nervt ein wenig, so hätte man wenigstens die meist Tatenlos herumstehenden Goblins für diese Arbeit heranziehen können. So fehlt es hier und da immer wieder an einer Einnahmequelle.

Sollte es uns zudem nicht passen, wenn einer unserer Arbeiter schwächelt, können wir ihm auch mehr oder weniger behutsam mit der Hand einen beherzten Klapps auf den Allerwertesten geben. Schnarchig herumlaufende Arbeiter gehen dann meist wieder sofort an die Arbeit und verrichten diese kurze Zeit auch schneller. Wir können allerdings auch selbst tätig werden und einzelne Figuren greifen und an ihren Arbeitsplatz absetzen - Black & White lässt grüßen. Doch nicht nur die Arbeit im Dungeon ist wichtig, auch das Auftreten in der Oberwelt ist nötig, um überhaupt in der Kampagne oder auf Gefechtskarten Bösartigkeit zu erlangen.

Echtzeitstrategie in der Oberwelt

Dungeons 2 (3) Quelle: Kalypso Media Dungeons 2 (3) Wir packen uns also einzeln unsere Kämpfer im Dungeon und setzen sie an den Eingängen des Dungeons ab. Das Spiel wechselt dann in die Oberwelt (man kann dann auch manuell zwischen Dungeon und Oberwelt durchwechseln, das klappt gefühlt aber nicht wirklich zuverlässig). Um dort überhaupt Fuß zu fassen, muss all das Gute getötet werden, damit das Böse gedeihen kann. So ändert sich bei Einnahme von bestimmten aufleuchtenden Allianzzelten die Umgebung ins Düstere. In dem Fall sind wir auch in der Lage per Schnellauswahl auf verschiedene Zauber zuzugreifen und diese zu nutzen.

Anders als im Dungeon müssen wir unseren Truppen den Befehl zum Laufen geben. Wir können so also gezielt Außenposten oder Truppen angreifen. Großartige Taktiken bieten sich, außer der Verwendung von Zaubern oder Truppenfähigkeiten, nicht. Wir klicken mit dem Cursor einfach auf eine Einheit und sehen unseren Truppen beim Zuschlagen zu. Formationen, um Fernkämpfer etwas abzuschotten, gibt es nicht. Auch die Verwendung von Fähigkeiten gestaltet sich als fummelig, da wir im Gewusel die entsprechende Einheit erst anwählen müssen. Meist ist der Kampf dann sowieso schon gegessen. Zauber fühlen sich im Großen und Ganzen eher schwach an und sind bis auf Ausnahmen weniger nützlich, von Fertigkeiten gar nicht erst gesprochen.

"Wie oft willst du noch im TUTORIAL verrecken?"

Dungeons 2 (2) Quelle: Kalypso Media Dungeons 2 (2) Der Sprecher des Spiels, Monty Arnold (u.a. bekannt als Rufus aus Deponia, Sprecher in "Upps, die Pannenshow"), ist mit eines der Herzstücke des Spiels. Er verleiht den flapsigen Dialogen den gewissen diabolischen Unterton. Und so kommt es auch mal vor, dass wir uns für das mehrfache Sterben im Tutorial einen grimmigen Spruch anhören müssen. Aber auch abseits dessen gibt es immer wieder eingestreute Kommentare, die mal lustig, mal irgendwie auch total daneben, wirken. Von Anspielungen auf How I Met Your Mother, Game of Thrones, Harry Potter, Herr der Ringe mal abgesehen, nimmt sich auch der Sprecher nicht ganz ernst: Er erklärt uns in einer Mission, dass auch er bezahlt werden will und wir dafür viele Spiele von Publisher Kalypso Media kaufen sollen.

Abseits dessen bietet Dungeons 2 noch eine weitere spielbare Fraktion, die sich minimal aber auch in einigen Dingen grundlegend von der Horde unterscheidet: die Dämonen. Das Anheuern dauert länger und auch das Trainieren erfordert erst eine Opfergabe. An weiteren Inhalten stehen dem Spiel noch 16 spielbare Karten (z.T. Kampagnenkarten) zur Verfügung, die sich sowohl alleine, als auch mit bis zu vier Spielern im Multiplayermodus spielen lassen. Auch ein Endlosspiel und Einstellungen, die mehr Startgold oder ein höheres Dungeonlevel zu Beginn bieten, sind vorhanden. Nicht zuletzt enthält der Titel die DLC-Inhalte "A Chance of Dragons", "A Song of Sand and Fire" und "A Clash of Pumpkins", sowie die Karten "Morningwood" und "Pixie Village".

Meinung

Wertung zu Dungeons 2 (PS4)

Wertung:

7.5 /10
Pro & Contra
Kampagne mit 11 Missionen (ca. 20 Stunden Spielzeit)verschiedene Räume und aufwertbare Einheiten16 Gefechtskarteneigenwilliger Humorhübsche Comic-Grafik mit kleinen Detailseinfaches Anlegen von Räumen
umständliche Steuerung (Wechsel zwischen direkter und indirekter Steuerung)kaum Komfortfunktionen (Einheiten müssen sich manuell rausgepickt werden)eigenwilliger Humorfehlende taktische Komponente im Echtzeitbereichteilweise marginale Framedrops und Texturnachladerrelativ lange Ladezeiten

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