Retro: 20 Jahre N64: Alles Gute zum Geburtstag!

Special Sebastian Zelada
Happy Birthday! Das N64 wird 20!
Quelle: Cynamite

Am 23. Juni 1996 erblickte das Nintendo 64 in Japan das Licht der Welt und wirbelte in der Videospielszene mächtig Staub auf.

Knapp fünfeinhalb Jahre nach der Veröffentlichung des Super Nintendo erschien im fernen Japan ein Gerät, das für die Fans des Mario-Unternehmens eine echte Offenbarung darstellte. Das Nintendo 64 markierte Nintendos Einstieg in die 3D-Ära und auch wenn es nicht die erste 3D-fähige Konsole überhaupt war, setzten die Spiele für den neuen Kraftprotz in den folgenden Monaten Maßstäbe und ließen die Konkurrenz oftmals weit hinter sich.

Wir wollen Nintendo für diese Ära und die Leistungen Danke sagen und zum 20. Geburtstag des Nintendo 64 gratulieren. Die Qualität der Spiele und die Hardware-Innovation, die mit dem Nintendo 64 in die Welt der Konsolen Einzug gehalten hat, waren sicherlich ein enormer Sprung für die Branche. Aus diesem Grund verkneifen wir uns eine Bestenliste, oder ähnliches.

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In einem Artikel sämtlichen Meilensteinen der N64-Ära gerecht zu werden, wäre nur schwer zu schaffen. Deshalb sollen im Folgenden einige Punkte herausgegriffen werden, welche die Konsole so großartig machten. Vielleicht packt es ja sogar den ein oder anderen Spieler, der sich bisher noch nicht mit Nintendos schwarzem Kasten auseinandergesetzt hat.

Hardware: Kraft und Innovation

Super Mario, warum schaust du denn so müde? Im Startbildschirm von Super Mario 64 konnte man dem Helden Grimassen ziehen. Quelle: Cynamite Super Mario, warum schaust du denn so müde? Im Startbildschirm von Super Mario 64 konnte man dem Helden Grimassen ziehen. Verglichen mit dem Super Nintendo, welches anno 1996 mit seiner 2D-Technik bereits ein halbes Jahrzehnt auf dem Buckel hatte, wirkte das N64 wie ein Messias aus der Zukunft. Die Konsole konnte nicht nur riesige Welten in 3D berechnen, sondern war in diesem Bereich auch den gerade erschienenen Konkurrenten Sega Saturn und Sony Playstation deutlich überlegen. Dank fortschrittlicher Effekte, wie Anti-Aliasing und anderen Spielereien, sahen Nintendo 64-Spiele deutlich sauberer aus, als Titel auf Sonys und Segas Plattformen.

Mario Kart 64 bot rasante 4-Spieleraction -lokal! Quelle: Nintendo Mario Kart 64 bot rasante 4-Spieleraction -lokal! Dafür gab es jedoch andere technische Probleme. Nicht zu unrecht wurde das N64 von manch böser Zunge als Nebelmaschine bezeichnet. Tatsächlich hatten zahlreiche N64-Games mit Nebelwänden zu kämpfen, die bereits wenige Meter von der Spielfigur entfernt den Grafikaufbau kaschieren sollten. Glücklicherweise boten die Toptitel meist eine gute Weitsicht. Super Mario 64 beeindruckte sogar schon im ersten Level, Bob-Ombs Bombenberg, von der Bergspitze des bombigen Patronen aus mit einer fantastischen Aussicht auf das Level.

Die Hardware des N64 erlaubte zudem neuartige Spielerlebnisse. Die vier eingebauten Controlleranschlüsse ermöglichten Mehrspielersessions, ohne sich Adapter für weitere Gamepads kaufen zu müssen und das Rumble-Pack ließ den Spieler erstmals auch fühlen, wenn etwas im Spiel passierte. Raketen, die einschlugen, oder Explosionen bei Lylat Wars konnten so noch intensiver wahrgenommen werden.

Banjo Kazooie brachte 1998 als erstes Jump & Run das Kunststück zustande, das grandiose Super Mario 64 zu übertreffen. Quelle: Rare Banjo Kazooie brachte 1998 als erstes Jump & Run das Kunststück zustande, das grandiose Super Mario 64 zu übertreffen. Die wichtigste Neuerung stellte aber der in den Controller integrierte Analogstick dar, welcher die präzise Steuerung von Charakteren und Objekten im 3D-Raum erlaubte. Super Mario 64, welches als Starttitel für die Konsole erschien, setzte dies so grandios um, dass es über Jahre hinweg als Standard und Referenz für gelungenes Gameplay aber auch Design von 3D-Welten gelten sollte.

Meilensteine

Doch nicht nur Super Mario 64 sollte ein Genre verändern. Was das Klempner-Abenteuer für Hüpfspiele darstellte, repräsentierte The Legend of Zelda: Ocarina of Time für die Gattung der Action-Adventures. Nintendo-Mastermind Shigeru Miyamoto, geistiger Vater der Mario- und Zelda-Spiele, kreierte ein episches Abenteuer, das bis heute zahlreiche Listen der besten Videospiele aller Zeiten anführte.

The Legend of Zelda: Ocarina of Time gilt für viele Gamer immer noch als das beste Spiel aller Zeiten. Quelle: Nintendo The Legend of Zelda: Ocarina of Time gilt für viele Gamer immer noch als das beste Spiel aller Zeiten. Ruft man sich in Erinnerung, dass sowohl Super Mario 64 als auch The Legend of Zelda: Ocarina of Time jeweils das Debüt für beide Serien in einer 3D-Umgebung darstellten, so ist es umso beeindruckender, dass sie auch noch heute problemlos zu den besten Vertretern ihrer Zunft gehören, die in kaum einem Bereich (außer der Grafik), hinter die Konkurrenz von Heute zurückgefallen sind.

Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass neben der Qualitätsschmiede Nintendo, mit ihrem unglaublichen Output an hochwertigen Spielen (Wave Race, 1080° Snowboarding, Mario Kart, Mario Tennis, The Legend of Zelda: Majora's Mask, u.v.m.) noch ein weiteres Studio glänzen konnte, welches dieses Niveau nicht nur spielend erreichte, sondern ab und zu sogar noch übertraf.

Rareware (heute Rare und in Microsoft-Hand) gehörte zum größten Teil Nintendo und veröffentlichte mit Blast Corps, Banjo Kazooie, Conker's Bad Fur Day, Diddy Kong Racing, Perfect Dark, Jet Force Gemini und Donkey Kong 64 Hochkaräter am Fließband, von denen man stets Wertungen im hohen 80er- und 90er-Bereich erwarten konnte.

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Diese Qualität war charakteristisch für Nintendos 64-Bit-Konsole. Während vor allem die Playstation mit einem viel höheren Third-Party-Support glänzen konnte, als das N64, suchte man auf der Sony-Konsole lange nach Titeln, die sich mit den Nintendo-Perlen auf dem 64-Bitter messen konnten. Doch genau dies war eines der größten Probleme Nintendos zur damaligen Zeit, das sich bis heute kaum geändert hat: Die mangelnde Unterstützung von Drittherstellern.


Kommerziell kein Glanzlicht

1080° Snowboarding ist bis heute eines der besten Wintersportspiele, die jemals entwickelt wurden. Quelle: Nintendo 1080° Snowboarding ist bis heute eines der besten Wintersportspiele, die jemals entwickelt wurden. Die Verkaufszahlen enttäuschten. Startete man nach der Super Nintendo-Ära noch als strahlender Sieger der vergangenen Generation ins nächste Konsolenrennen und gab sich, dank einer potenten Maschine und großartiger Marken, siegessicher, diesen Erfolg auch im Haifischbecken mit Sega Saturn und Sony Playstation zu wiederholen, so stellte sich doch schnell heraus, dass man sich verkalkuliert hatte.

Und Nintendo hatte sich verkalkuliert. Das N64 war für Entwickler schwerer zu handhaben, als Sonys Konsole und hatte mit einem Design-Malus zu kämpfen, der durchaus Vorteile mit sich brachte, jedoch auch viele Nachteile: Module als Speichermedium. Setzte Sony auf Discs, die billig in der Herstellung waren und viel Platz für riesige Welten und aufwendige Filmsequenzen boten, war der Speicher auf den N64-Modulen knapp. Sie standen für kurze Ladezeiten für die Spieler aber bedeuteten auch das Aus für viele ambitionierte Projekte, wie beispielsweise Final Fantasy 7.

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Das riesige Rollenspiel benötigte allein auf der PS1 drei Discs. Auf dem Nintendo 64 war das Spiel in diesem Umfang technisch schlicht nicht umsetzbar. Die Module bedeuteten damals, durch ihre teuren Produktionskosten auch, dass Nintendo mit die Preise für seine Spiele nicht so einfach und schnell senken konnte wie Sony. Dort erschienen massenhaft preisgünstige Spiele in Sondereditionen, während die N64-Spiele oft lange nur zum Vollpreis erhältlich waren.

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Manche Module, die besonders große Speicherkapazitäten boten, wie Conker's Bad Fur Day, sprengten sogar die 100-Dollar-Grenze. Damit schossen sich manche Spiele bereits über das Preisschild ins kommerzielle Abseits. Diese und weitere Unzulänglichkeiten beförderten das N64 im Kampf mit Sega und Sony zwar auf Platz 2, doch die insgesamt 33 Millionen Einheiten der Konsole waren im Vergleich zu Sonys über 100 Millionen verkaufter Konsolen eine herbe Niederlage. Auch das Super Nintendo, mit knapp 50 Millionen verkauften Konsolen, war deutlich erfolgreicher.

Für Nintendo markierte das N64, vor allem hinsichtlich der Drittanbieterunterstützung und hinsichtlich des kommerziellen Erfolgs, einen Abstieg im Heimkonsolengeschäft, der bis heute anhält und heftig aber kurz von der Wii unterbrochen wurde. Für uns Spieler zählen aber Werte, die bleiben - Spiele, welche in unserer Erinnerungen Ehrenplätze erhalten. Davon gab es auf dem Nintendo 64 genug und welcher Retro-Gamer, der als Kind ein N64 besaß, erinnert sich nicht an ähnlichen Momente aus der eigenen Jugend, wie diesen:

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