Sagen und Mythen um das Bermuda-Dreieck gibt es sicherlich wie Sand am Meer. Gerade deshalb geht eine gewisse Faszination davon aus, die sich eastasiasoft für Lost Sea zu Eigen macht. Ein kleines Action-Abenteuer auf den Bermuda-Inseln, mit dem Flair eines Urlaubsparadieses, aber tödlichen Gefahren. Es geht ums nackte Überleben. Gelingt dies nicht, wird man knallhart bestraft! Wir verraten, was hinter diesem Download-Titel steckt.
Abgestützt, gestrandet, alleine auf eine fremden Insel. Herzlich Willkommen auf dem Bermuda-Dreieck, auf deren Inseln sich erstaunlich viele Schiffbrüchige und anderweitig gestrandete Gesellen wiederfinden. Kaum aus dem Koma am Strand erwacht, entdecken wir auch schon eine Art Schwert. Es dauert nicht lange, bis man erkennt, dass dieses nicht nur als Machete gegen das Urwaldgewächs dient, sondern vor allem als Waffe gegen zahlreiche urtümliche Biester und Schreckensgestalten. Seien es zweibeinige Vogelviecher, giftige Frösche oder gar Minotauren - die Inseln bergen eine Fülle von feindlichen Gesellen, die allzu gerne den Eindringling vertrieben wollen.
Quelle: Eastasiasoft Limited
Lost Sea (6)
Lost Sea ist ein Action-Abenteuer, bei dem Erkundung der einzelnen Inseln und der Kampf gegen die zahlreichen Biester oberster Priorität hat. Jedes Eiland - bis auf das Tutorial - wird dabei zufällig generiert und sieht mit jedem Neustart prinzipiell anders aus. In der Praxis erkennt man schnell den einheitlichen Baukasten selbst für die bis zu fünf meist nur farblichen und optisch unterschiedlichen Gebiete des Spiels. Wir durchforsten den Dschungel, Sumpf und Lavagebiete und werden dabei auch nicht von Schnee verschont. Dennoch wird jede Wabe, denn die Welten werden aus Sechsecken wie beim Brettspiel Siedler zusammengefügt, in mehreren Themengebieten wiederverwendet. Ganz auffällig das urige Dorf, deren Ansiedlung von Häusern und Treppen auf jeglicher Insel des Bermuda-Dreiecks dieselbe Planung aufweist. Erstaunlich, dass die ursprünglichen Einwohner dieselben Bedingungen hatten.
Trotzdem macht die Erkundung kurzweilig Laune. Man ist immer auf der Suche nach neuen Steinkarten, die den Weg zu anderen Inseln weisen und wird dabei auf zahlreiche weitere gestrandete Personen treffen, die man anheuern kann. Bis zu vier Mitmenschen dackeln hinter dem Protagonisten her, greifen aber nicht aktiv ins Geschehen ein. Kommt es hart auf hart, muss man selber mit den Kreaturen zurechtkommen, während die Crew die Köpfe einzieht. Das ist vor allem in den späteren Abschnitten extrem ärgerlich, da die KI-Mitstreiter äußert dämlich agieren und dabei beständig ins Gras beißen, obwohl sie passiv gesehen äußerst wichtig fürs Überleben sind. Denn jede Person bringt besondere Eigenschaften mit sich und wertet dadurch des Spielers Attribute auf. Man wird stärker, bekommt doppelt Erfahrungspunkte oder hält mehr aus. Außerdem erweisen sich manche Geschickt im Brückenbau oder beim Öffnen von Kisten. Da man viel mehr Gestrandete findet, als in die Crew aufgenommen werden können, ist es auch immer ein Abwägen, welche Attribute für einen in der nächsten Zeit wichtiger sind.
Quelle: Eastasiasoft Limited
Lost Sea (15)
Lost Sea hört sich aber besser an, als es sich dann spielt. Denn große Vielfallt wird auf Dauer nicht unbedingt geboten, ignoriert man optische Werte von Landschaft und Tag/Nachtwechsel. Solange man seine eigenen Attribute auch nicht verbessert, spielt sich der Titel auch viel zu gemächlich - fast gar zu sehr in die Länge gezogen. Es ist wichtig, dass man seine Ausdauer verbessert und auch schneller rennen kann. Außerdem kann man neue Attacken lernen, die einem später in brenzligen Situation aus der Patsche helfen. Das motiviert über die Hälfte des Abenteuers hinweg, bis dann die wichtigsten Errungenschaften für den Charakter als auch die Erweiterungen des Schiffes erlangt wurden. Ab dann zieht es sich und wird aufgrund des stetig steigenden Schwierigkeitsgrades eher nerviger.
Irgendwann kommt der Punkt, wo der Protagonist ins Gras beißt. Seien es die vielen Gegner die auf den Inseln unterwegs sind, sei es der dicke Pirat, der jeweils am Ende der fünf Abschnitte als Boss auf einen wartet. Viele Spieler erleben nun die Ernüchterung, dass sämtlicher Fortschritt verloren geht. Alle Fähigkeiten und Upgrades sind weg und man fängt beim nächsten Durchlauf wieder ganz von vorne an. Ganz so schwarz muss man das aber nicht sehen, denn immerhin bekommt man einen Bonus an Erfahrung und Geld als auch die Möglichkeit, in bereits neu entdeckte Umgebungen sofort zu reisen. Letzteres hat nur einen gewaltigen Nachteil, den die Entwickler nicht bedacht haben: Es fehlt die Erfahrung, die man vorab gemacht hat und der Charakter startet quasi nackig, ohne spezielle Angriffe und Fähigkeiten. Das ist nicht motivierend. Permadeath, wie man das so schön nennt, ist aber ein durchaus interessantes Feature von Lost Sea und sorgt dafür, dass man vorsichtig und strategisch unterwegs ist.
Quelle: Eastasiasoft Limited
Lost Sea (27)
Die einzig wirkliche Fehlentscheidung mit fatalen Motivationsauswirkungen ist aber die Tatsache, dass man zu keinem Zeitpunkt den Spielstand speichern kann. Klar, der Titel kann wohl in unter zwei Stunden absolviert werden, wie ein entsprechender Erfolg bestätigt, für den normalen Abenteuer wird der Durchgang aber einige Stunden mehr andauern. Solltet ihr das Spiel verlassen, wird der Spielfortschritt komplett zurückgesetzt und ihr beginnt das nächste Abenteuer ganz von vorne, ähnlich wie beim Tod, nur ohne zusätzlichen Bonus. Warum kann man nicht wenigstens einen Zwischenspeicher nutzen? Die Idee des permanenten Todes hätte man mit der Löschung des Spielstands beim Ableben des Charakters ja dennoch lösen können.
