Monster Hunter Generations im Test - Ein Zeitfresser, der es in sich hat

Test Philipp Mentel
Monster Hunter Generations (6)
Quelle: Nintendo, Capcom

Letztes Jahr zum NewNintendo 3DS Release durften sich Spieler an Capcoms Monster Hunter 4 - Ultimate austoben. Etwas mehr als ein Jahr später steht mit Monster Hunter Generations nicht einfach nur der nächste Ableger, der beliebten Viecherjagd an, sondern gleichzeitig auch der wohl umfangreichste Teil. Ob das Sommerloch mit diesem Titel gefüllt werden kann, lest ihr in unserem Test.

Hinweis: Der Test basiert auf der Version für den NewNintendo 3DS. Die vergebene Wertung gilt also nur für das angesprochene System, sowohl in der normalen Variante als auch in der XL-Variante. Besitzer eines älteren 3DS-Modells, samt Schiebepad-Pro sollten sich die folgende Textpassage durchlesen, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen.

Wer sich überlegt, Monster Hunter Generations für das normale 3DS-Modell zu kaufen, der sei im Folgenden gewarnt: das Spiel läuft nicht mit konstanten 30 FPS, sondern mit wesentlich geringeren Bildern pro Sekunde. Der Framerate-Unterschied ist gerade bei einem derart dynamischen Spiel wie Monster Hunter ein Ärgernis. Zudem muss man sich an bestimmten Punkten im Spiel auf etwas längere Ladezeiten einstellen. Besitzer der Zusatzhardware "Schiebepad-Pro" sollten diesen auch für den Titel nutzen, da es erlaubt, die Kamera deutlich angenehmer und griffiger zu drehen bzw. zu schwenken.

"Willkommen in Bherna!"

Monster Hunter Generations (12) Quelle: Nintendo, Capcom Monster Hunter Generations (12) Es geht wieder los. Nach gefühlten zehn Minuten im Charaktereditor, der nochmal um einige "Accessoires" ergänzt wurde im Vergleich zu Monster Hunter 4 - Ultimate, starten wir als angehender Monsterjäger im beschaulichen Taldorf Bherna. Unser Ziel ist es nun, in den nächsten hunderten Stunden, zu einem waschechten Monsterhunter zu werden und die größten Viecher für die besorgten Dörfler zu beseitigen. Das war es dann auch schon soweit an Story. Auch in Monster Hunter Generations gehört das Erzählen einer Geschichten, das implementieren eines roten Fadens, nicht zum Repertoire. Vielmehr sind es die kleinen, doch eher belanglosen Geschichten der verschiedenen NPCs, die wir sowohl in Bherna, als auch in den drei anderen großen Dörfern, ein wenig das Gefühl geben, dass man hier zumindest wegen irgendetwas gebraucht wird.

Und ja, es sind wirklich ganze vier Dörfer, die man per Schnellreise im Spiel nach der ersten abgeschlossenen dringenden Quest bereisen kann. Und darunter ist halt nicht nur Bherna, sondern auch Pokke (bekannt z.B. aus Monster Hunter Freedom 2) oder das Traditionsdorf Kokoto (bekannt z.B. aus Monster Hunter oder Monster Hunter Freedom). Wer also bereits die älteren PlayStation 2 und PSP-Ableger gespielt hat, wird sich freuen, die alten Dörfer wieder zu bereisen. Schade, dass man nicht im geringsten versucht hat, eine Geschichte zu erzählen. Generations ist da, wie bereits erwähnt, nicht der einzige Titel der Serie, macht aber gefühlt einen kleinen Rückschritt. Im PSP-Ableger Monster Hunter Freedom Unite gab es zumindest die eine große Bedrohung, namens Tigrex, die das Bergdorf Pokke im Atem gehalten hat. Diesen netten Kollegen werden wir auch in Monster Hunter Generations treffen und jagen dürfen.

Questen, Jagen, Grinden

Monster Hunter Generations (8) Quelle: Nintendo, Capcom Monster Hunter Generations (8) Dreh- und Angelpunkt im Spiel sind die Quests, von denen es einige im Spiel gibt. Anfangs lernen wir uns ganz klassisch im Tutorial die grundlegendsten Mechaniken an, ehe wir über stetig schwerer werdende Quests nicht nur Monster jagen gehen, sondern auch Materialien sammeln und exportieren müssen. Klar, dass das Jagen einer der Hauptaspekte im Spiel ist. Neben großen und klassischen Vogelwyvern, gibt es auch kleinere Monster, die wir nicht einfach nur des Töten-willens umnieten zu versuchen, sondern auch wegen des begehrten Materials brauchen. Material, dass wir beim örtlichen Schmied dann in eine neue Waffe oder in ein Rüstungsteil investieren. Wer also viel Jagd, kann sich letztlich auch viele Sachen herstellen. Gerade optisch machen die Rüstungen einiges her. Wer mehrmals einen mächtigen Tigrex erlegt hat und daraus eine Rüstung zusammenschustert, dem sieht man gleich an, welches Monster er dafür getötet hat. Gerade im Online-Modus ist es immer wieder interessant zu sehen, in welchen Monturen andere Jäger jagen gehen.

Generations schafft es aber, wie auch die anderen Ableger, die Monster wahrlich toll in Szene zu setzen. Alleine was das Verhalten betrifft, ist jedes Monster individuell und es macht Spaß sich die Eigenheiten der verschiedenen Monster anzueignen oder seine Ausrüstung auf die Schwächen der Kontrahenten anzupassen. Da ich dieses Jahr bereits in Kontakt mit dem Monster Hunter-Verschnitt Final Fantasy Explorers kam, in welchem die Monster recht statisch wirkten, weiß ich die Detailarbeit von Capcom in der Hinsicht sehr zu schätzen. Denn es ist schon essenziell zu wissen, wann man Monster auch fangen kann und wann der Zeitpunkt noch nicht gekommen ist: so schnaufen oder humpeln die meisten Monster und geben einem das indirekte Signal - "Hey, du kannst mich jetzt fangen, wenn du dich nicht blöd anstellst!" Wer Monster nämlich nicht einfach nur erjagt, sondern auch noch einfängt, bekommt am Ende bessere Belohnungen und die Wahrscheinlichkeit für des Erhalten von selteneren Materialien ist größer.Heimliche Stars: die Katzen

Kommen wir nun zu den wirklichen Neuerungen, die Generations erstmals in die Monster Hunter Reihe mit einbaut. Zum einen wären da die Felynes. Die gibt es zwar schon seit Anfang an und auch das anheuern als Kameraden für die Jagd ist nichts Neues, vielmehr gibt Generations einem jetzt die Möglichkeit, selbst als Katze Quests zu absolvieren. Das gestaltet sich nicht nur als interessante Neuerung, auch Gameplaytechnisch ist das Spielen als Felyne bzw. Pirscher anders, als mit unserem Konterfrei. Zum einen nutzen wir nicht nur andere Waffen und Rüstungen, sondern können uns während den Kämpfen vergraben, uns buffen und auch an Ort und Stelle wiederbeleben.

Monster Hunter Generations (5) Quelle: Nintendo, Capcom Monster Hunter Generations (5) Das bedeutet allerdings nicht, dass das Spiel dadurch einfacher wird. Auch als Felyne sind die Kämpfe gegen die größeren Monster eine Herausforderung, auch wenn man uns Ausdauerleiste erspart hat. Zudem besteht nur ein geringer Teil des Spiels aus solchen Quests. Wichtiger ist es immer noch, mit unserem richtigen Jäger auf die Jagd zu gehen. Der Pirscher-Modus ist aber mal eine willkommene und frische Abwechslung. Einsteiger dürften diesem Modus sicherlich etwas abgewinnen.

Jagdstile und Jagdtechniken

Ebenso komplett neu, wie der Pirscher-Modus, sind die Jagdstile und Jagdtechniken. Auch hier greift Capcom wieder in das Gameplay ein, erweitert das Spiel um bestimmte Aktionen und Angriffe, die den Spielstil eines jeweiligen Spielers unterstützen, beziehungsweise ergänzen sollen. So können gerade Luftakrobaten, die gerne Monster reiten, von dem entsprechendem Luftkampfstil profitieren, da ihnen nun nicht nur standardmäßige Aktionen zur Verfügung stehen, sondern auch speziell auf solche Aktionen zugeschnittene Angriffe oder Buffs gewährt werden, die sich dann per Touchscreen oder Schultertasten auslösen lassen.

Monster Hunter Generations (3) Quelle: Nintendo, Capcom Monster Hunter Generations (3) Ebenso gibt es für jede der Waffenarten bestimmte Jagdtechniken. So haben z.B. Schwert & Schild-Spieler einen Reihum-Angriff, Bogen-Spieler einen Angriff, der explosiven Schaden anrichtet oder Langschwert-Spieler eine Technik, die Schaschlik aus den Monstern macht. Natürlich lassen sich diese speziellen Aktionen nicht immer und immer wieder auswählen. Jede Aktion hat einen Ladebalken, der erst einmal wieder aufgefüllt werden muss. Je nach Stärke der Technik, dauert es mal mehr oder weniger länger. Generations legt alles in einem also auch sehr viel Wert auf noch dynamischere und abwechslungsreichere Kämpfe. Je nach Questfortschritt, können wir nach und nach sogar noch mehr Techniken lernen und anwenden.

Meinung

Wertung zu Monster Hunter Generations (3DS)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
toll inszenierte und dynamische Kämpfegroßer Umfang (viele Quests, Monster und Items)gute Soundeffekte und MusikPirscher-Modus als netter Zusatzdie neuen Jagdtechniken bereichern das Gameplaysauberer Online-Multiplayerkleine Verbesserungen im Detail (Items farmen, bessere Itemübersicht)nahezu perfekter 3D-Modus
technisch nur auf dem NewNintendo 3DS einwandfreikaum Handlungaltbekanntes Clippinghier und da Kameraprobleme

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