Im letzten Teil unserer Sega-Racing-Retrospektive widmen wir uns einigen Exoten, die vielleicht nicht mehr jedem ein Begriff sind und einem Geburtstagskind.
Segas Racing-Games waren nicht immer nur klassische Rennspiele, die den Spieler auf Rundkurse schickten. Die Japaner versuchten sich auch an etwas exotischeren Spielen, die deshalb jedoch nicht minder Spaß machten. Ob man dabei Highways unsicher machte, Passagiere transportierte oder sich über den Haufen schoss - es war stets eine launige Veranstaltung.
Crazy Taxi
1999 zeigte sich Sega einmal mehr von seiner innovativen Seite. Das interne Hitmaker-Team, welches früher unter dem Namen AM3 lief, präsentierte mit Crazy Taxi ein Rennspiel, das so gar nicht in vorgegebene Schemen passen wollte. Man könnte es eines der ersten, wenn nicht gar das erste Open World Rennspiel überhaupt nennen. Das Spielprinzip: Als Taxifahrer befördert man unter Zeitdruck möglichst viele Passagiere von A nach B.
Dabei gilt es sich allerlei Fahrtechniken anzueignen, welche die Hatz durch die Stadt vereinfachen. Diese übt man am besten im Crazy-Box-Modus und schaltet dafür sogar eine Rikscha frei, die man danach benutzen kann. Crazy Taxi wurde sowohl auf Dreamcast als auch in der Spielhalle ein Erfolg und wurde danach für PS2, GameCube, den PC, Xbox 360 und PS3 umgesetzt. Auch Versionen für iOS und Android existieren. Sie beinhalten wie die Ursprungsversionen auf Dreamcast, PS2, GameCube und in der Spielhalle den Originalsoundtrack von The Offspring und Bad Religion.
Die grandiosen Punk Rock-Stücke fehlen jedoch auf dem PC und den Remakes für PS3 und Xbox 360. In den Versionen des Spiels, die nach der Ära Dreamcast, PS2 und GameCube erschienen sind, fehlt zudem das Product Placement. So fährt man die Kunden in den alten Fassungen des Spiels unter anderem zum FILA-Store, Pizza Hut, dem Levi's Store oder der inzwischen insolventen Kette Tower Records.
18 Wheeler
Nur ein Jahr später legte AM2 nach und veröffentlichte 18 Wheeler: American Pro Trucker. Das Spiel erschien, wie Crazy Taxi, zunächst für Dreamcast und die Arcade und erhielt später Umsetzungen für GameCube und PS2. 18 Wheeler versetzt den Spieler auf amerikanische Highways, auf denen man hinter dem Steuer von riesigen Lastwagen mit anderen Truckern um die schnellsten Warenlieferungen konkurriert.
Dem Spiel war eher mäßiger Erfolg beschieden, dennoch erschien mit The King of Route 66 ein Nachfolger für die Playstation 2. Danach wurde die Serie jedoch begraben. Zwar ist die Langzeitmotivation deutlich geringer als bei Crazy Taxi, doch interessierte Arcade-Fans sollten einen Blick auf die Highway-Hatz werfen. Für einige kurzweilige Minuten ist das Spiel immer wieder gut.
Full Auto
Car-Combat ist heutzutage in der klassischen Form nicht mehr Massenmarkttauglich. Vielleicht ein Grund, weshalb Full Auto für die Xbox 360 lediglich einen Nachfolger auf der PS3 erhielt und danach in der Versenkung verschwand. Dabei ist das Spiel durchaus unterhaltsam. 2006 erschienen, bietet es Stadtkurse, auf denen Rennen unter Einsatz schwerer Waffen ausgetragen werden.
Die Autos können sowohl Hintermänner, als auch vor ihnen fahrende Vehikel angreifen. Ein Rückspulfeature machte kleinere Fehler im Zweifel schnell ungeschehen. Tiefe erhält das Spiel zudem über verschiedene Vehikel-Klassen. Es gibt schnellere, jedoch schneller zerstörbare, ausgeglichene, langsame und stabile, sowie besonders starke und schnelle Gefährte. Letztere Klasse ist den anderen deutlich überlegen.
Le Mans 24
Ein klassicher Arcade-Racer der alten Schule. Er wurde nie für Heimkonsolen umgesetzt und kann lediglich über Emulatoren gespielt werden. Angelehnt an das gleichnamige echte 24-Stunden-Rennen in Frankreich könnte man meinen, dass es sich hier um eine Simulation handelt. Als waschechter Arcade-Racer bietet das Spiel jedoch sehr driftlastige Action.
Obwohl es nicht gerade realistisch zugeht, bot das Spiel original Fahrzeuge und konnte optisch auf ganzer Linie überzeugen. Selbst eine animierte Boxencrew war im Spiel anzutreffen.
Sonic & All-Stars Racing Transformed
Dass Sega auch heute noch großartige Rennspiele bauen kann, bewies das Unternehmen mit Sonic & All-Stars Racing Transformed, welches der direkte Nachfolger zum Spiel Sonic & Sega All-Stars Racing ist. Das Spiel erschien für die PS3, Xbox 360 und Wii U, sowie für den PC, die PS Vita, den 3DS, iOS und Android. Es handelt sich dabei um einen Fun-Racer mit Sonic und zahlreichen anderen Sega-Stars, der eine ausgefeilte Drift-Mechanik und einen hochmotivierenden Karrieremodus bietet.
Durch das Transformationsfeature, welches es ermöglicht, dass sich die Fahrzeuge in Flugzeuge und Rennboote verwandeln, sind die Strecken deutlich abwechlsungsreicher und verrückter, als noch im Vorgänger. Man muss sich das Spiel ein wenig wie eine schnellere Version von Diddy Kong Racing vorstellen und ganz wie beim Rare-Klassiker und Mario Kart, geizt der Sonic-Racer nicht mit zahlreichen Items und Waffen. Spielerisch liegt man gleichauf mit den Toptiteln des Genres, weshalb Sonic & All-Stars Racing Transformed auch heute und noch lange in der Zukunft ein Tipp für alle Freunde anspruchsvoller Fun-Racer bleiben wird.
