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Mighty No. 9 im Test: The Return of Mega Man ... irgendwie

Rennen, springen, ballern. Ein ziemlich eingeschränktes Moveset im Vergleich zu heutigen Games, aber es genügte um aus Mega Man eine Ikone zu machen. Mighty No. 9 tritt nun, dank Kickstarter, in die selben Fußstapfen.
Sven Huber
Mighty Nr. 9 (4) Quelle: PC Games

Was lange währt...

So sagt man. Wir könnten an dieser Stelle sicher ausschweifend über den Werdegang von Keiji Inafunes Mega-Man-Hommage diskutieren. Denn mal ehrlich: das hätte besser laufen müssen. Stattdessen überlassen wir dieses Thema enttäuschten Backern und kommen direkt zu dem was für die meisten von euch sicher relevanter ist: Macht das Spiel Spaß und lohnt sich der Kauf?

Rise of the Robots

Mighty Nr. 9 (9) Quelle: PC Games Mighty Nr. 9 (9) Mighty No. 9 tritt - wie gesagt - direkt in die Fußstapfen von Mega Man. Genauer gesagt ist der Name sogar fast das einzige was No. 9 von seinem geistigen Großpapa unterscheidet. Dementsprechend passt auch bei Inafune-Sans neuem Werk die Handlung auf einen Bierdeckel - hochkant. Roboter drehen durch, was natürlich für Chaos sorgt. Schlimmer noch, die hochentwickelten Kampfroboter alias Mighty Numbers laufen plötzlich auch Amok. Einzige Ausnahme: Titelheld No. 9.

Dessen Aufgabe besteht nun darin seinen Blechbrüdern die Platinen wieder gerade zu rücken. So ballert und hüpft ihr durch die thematisch verschiedenen Welten, ganz wie im Original. Habt ihr einem eurer Mighty-Brüder den Schalk ausgetrieben, dürft ihr fortan dessen Elemantarkraft nutzen, soweit so bekannt. Eine kleine Neuerung wurde Mighty No. 9 alias Beck dann doch spendiert. Hat er seine Gegner genug geschwächt kann er mittels eines Dashs deren Essenz namens Xel absorbieren. Neben einem Punktemultiplikator verschafft sich Beck dadurch temporäre Boni wie einen Tempoboost oder stärkere Schüsse. Außerdem müsst ihr den Dash auch bei diversen Plattformabschnitten nutzen.Alternativ könnt ihr eure Gegner aber auch einfach altmodisch über den Haufen ballern. Aber Vorsicht - bei Bossen und Zwischenbossen müsst ihr dashen, da diese sonst ihre Lebensenergie regenerieren. Abgesehen vom Dash bleibt man aber dem Vorbild treu. Selbst Schüsse nach oben oder unten bleiben euch verwehrt.

I'm blue dabn dee dabn die

Mighty Nr. 9 (6) Quelle: PC Games Mighty Nr. 9 (6) Ein wenig enttäuscht waren wir von Technik und Optik des Spiels. Es ähnelt seinem Großpapa fast 1:1, hier hätte etwas mehr Mut zur Eigenständigkeit Not getan. Technisch bekleckert sich der Titel ebenfalls nicht mit Ruhm. Zwar sind laut Entwickler konstante 60 fps angepeilt, erreicht wurden diese bei unserer PS4-Testversion aber nicht immer. Das selbe Problem liegt allerdings auch bei der Xbox One vor, interessanterweise bei unterschiedlichen Abschnitten (laut unserer Kollegen von 4players, die beide Versionen zur Verfügung hatten). Verständlich ist dies aber nicht, denn Mighty No. 9 brennt nicht gerade ein Grafikfeuerwerk ab. Selbst in den kurzen Zwischensequenzen oder Dialogfenstern müssen die Protagonisten ohne jegliche Animation auskommen - back to the 80s.

Wer die Wahl hat...

Ein kleines erfreuliches Detail sei an dieser Stelle trotzdem erwähnt. Mighty No. 9 gewährt euch von Beginn an den Zugriff auf alle regulären Abschnitte. Auf diese Weise könnt ihr z.B. auch zunächst die Wasserwelt besuchen bevor es ins Feuerlevel geht. Auf diese Art könnt ihr euch, dank erbeuteter Elementarkräfte das Leben etwas leichter machen. Inafune-San betont aber, man könne das Spiel auch ohne Einsatz der Elementarkräfte durchspielen.

Meinung
  • Avatar Sven Huber Autor Hommage oder der Zeit hinterher? Das war eigentlich die zentrale Frage der Testsessions. Mighty No. 9 ist ein weiterer Mega Man Teil, egal was der Name suggeriert. Optik, Spielverlauf, Steuerung – quasi alle wesentlichen Elemente wurden direkt übernommen. Genau da liegt meiner Ansicht nach auch das Problem. So toll die Mega Man Games damals waren, heute wirkt so etwas leider antiquiert. Man muss ja das Spielprinzip nicht komplett umkrempeln, aber in Zeiten von wirklich guten Indie-Metroidvanias hat es Mighty No. 9 somit etwas schwer und fühlt sich einfach sperrig an. Beck bewegt sich stellenweise unglaublich träge und auch die Tatsache, dass ihr nur begrenzte Leben habt, wird moderne Spieler abschrecken. Dazu kommt der recht happige Schwierigkeitsgrad, eben ganz wie beim Vorbild. Am Ende bleibt dann leider auch die Erkenntnis, dass gerade mal eine Neuerung (der Dash) heute einfach zu wenig ist und damit die Fußstapfen schlicht zu groß waren. Mighty No. 9 ist eine Hommage die sich wie ein Remake anfühlt ohne dabei die Qualität des Vorbilds zu erreichen. Wer nur eine aufgehübschte 1:1-Version möchte kann zugreifen oder folgt meinem Vorbild: Ich setze mich jetzt wieder vor mein NES und widme mich dem Original, denn wer braucht schon eine Neuauflage bei so einem zeitlosen Klassiker?

Mighty No. 9 (PS4)

Wertung:

6.5/10
Pro & Contra
Forderndes LeveldesignElemente in den Levels gut umgesetztteilweise liebevolles Gegnerdesign
Beck fühlt sich träge anFramerateeinbrüchekeine Animationen in Zwischen- und DialogszenenDash als einzige „Modernisierung“
Bildergalerie

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