UNO ​im Test: Unverwüstlicher Spielspaß

Test Alexander Winkel
UNO (3)
Quelle: Ubisoft

Es verging nun so einige Zeit, bis einer der weltweit beliebtesten Familien-Kartenspiele wieder einmal seinen Weg in die Videospielwelt gefunden hat. Nun aber ist UNO für die aktuelle Generation Konsolen erhältlich. Unverwüstlich wie sich das Spiel gibt, wird es sicherlich viel Freude bereiten. Warum wir aber dennoch den einen oder anderen Makel zu beanstanden haben, lest ihr im Test.

Das Kartenspiel UNO ist weltweit bekannt und beliebt. Wo auch immer ich in den letzten zwanzig Jahren im Urlaub gewesen bin, man hat immer Leute gefunden, die mitgespielt haben. Seien es andere Urlauber, seien es Einheimische oder die Animateure in einem Hotel - es fand sich immer wieder eine illustre Gruppe ein. Nicht selten hatte man anfänglich Probleme, denn jede Kultur bringt ihre eigenen Hausregeln mit sich. Die chaotischsten Partien hatte ich persönlich wohl mit extrem unterhaltsamen Kanadiern, die ein sehr flottes UNO mit Reinwerfen und zahlreichen weitere, schrägen Zusatzregeln gespielt haben.

UNO (2) Quelle: Ubisoft UNO (2) Lassen wir das Schwelgen in Urlaubserinnerungen mal sein und kommen zurück zu Ubisofts Download-Titel, der seit einigen Tagen erhältlich ist. Er bietet prinzipiell genau das, was man sich von einem UNO Spiel erwarten darf. Bis zu vier Spieler setzten sich weltweit an den virtuellen Tisch und werfen, wenn möglich, ihre farbigen Karten auf den Haufen, um das eigene Blatt auf der Hand loszuwerden. Ja nicht vergessen, bei der zweitletzten Karte UNO auszurufen, sonst beschert euch manch einer Strafkarten und vereitelt den vermeintlichen Coup. Das Spielprinzip wird wohl jeder kennen. Der Reihe nach spielt jeder eine Karte aus, die entweder farblich passt, oder dieselbe Zahl hat. Manch weitere Bonuskarten dienen dazu, die Nachbarn zu ärgern oder sich eine neue Farbe zu wünschen.

All das bekommt man in feinster Form präsentiert. Schlicht, aber mehr benötigt man nicht. Ein zusätzliches Rabbit-Deck liefert eine optische Abwechslung. Die Karten sind dann weniger zugänglich, aber dafür sorgen die Hasen immerhin für abwechslungsreichen Schabernack. Dazu passende Hintergrundmusik wie im Casino, leider manchmal auch Fahrstuhl eines Hotels.

UNO (9) Quelle: Ubisoft UNO (9) Wer nicht ins Internet gehen möchte, kann lokal gegen die CPU spielen. Aber natürlich macht UNO erst dann so richtig Spaß, wenn man die Leute um sich scharrt und sich auch lautstark über die fiesen Karten und Tricks seiner Gegenspieler ärgern kann oder sich hämisch freut, wenn man deren Bluff aufgedeckt hat. Das wird uns in der aktuellen Auflage aber nur noch unter Freunden gewährt. Sowohl der Sprachchat, als auch das Videosignal mit der Kinect-Kamera, kann nur unter Freunden aktiviert werden. Begibt man sich in die Partie gegen wildfremde Spieler aus aller Welt, so ist keinerlei Kommunikation gestattet.

Klar, die Xbox 360 Fassung hatte seinerzeit einen gewissen schlechten Ruf, vor allem aufgrund der Videoübertragung, aber gänzlich ohne Kommunikation wirken die Partien gegen menschliche Spieler regelrecht leblos und fast gar, als ob diese nicht da wären. Da man sich sonst nicht unterhalten oder seine Gegner auffordern kann, endlich mal eine Karte abzulegen, geht zum Beispiel jedes Zögern eines Spielers bei der Kartenwahl irgendwann auf die Nerven. Warum sollte ich in diesem Fall nicht gleich gegen den Computer spielen? Das fühlt sich nicht unbedingt anders an und geht deutlich flüssiger vonstatten.

UNO (6) Quelle: Ubisoft UNO (6) Das Matchmaking hat auch so seine Tücken. Trotz dass der Titel nun einige Tage erhältlich ist, kann der Spielaufbau recht zäh sein. Kommt es dann zu einer Partie, kann es vermutlich Dank kleinerer Fehler zu Verzögerungen bei der Abgabe zum nächsten Spieler, bis hin zu eingefrorenen Matches führen. Sehr ärgerlich, wenn dann alle Teilnehmer das Spiel abbrechen und die Suche erneut beginnen müssen. Die meiste Zeit über klappt es aber fehlerfrei und man wird seinen Spaß haben. Schade nur, dass eine erfolgreich eingerichtete Lobby nicht bestehen bleibt und man immer wieder nach getaner Arbeit ein neues Match suchen muss.

UNO lebt übrigens auch durch seine individuellen Hausregeln, wie mir die Abende mit den Kanadiern gezeigt haben. Diese gibt es auch in der virtuellen Version und können stets vor der Einrichtung eines Spiels angepasst werden. Wer selber hostet, hat dies alles sauber im Griff. Wer aber nur ein schnelles Spiel sucht, muss das nehmen, was der Programmcode uns vorwirft. Man kann leider nicht vorab bestimmen, welche Hausregeln man gerne haben möchte und wo man eher offen ist und auf eine Überraschung gespannt ist. Man bekommt per Zufall eine Mischung, das hat aber Tücken.

Mir persönlich geht zum Beispiel die Regel auf die Nerven, dass man solange Karten ziehen muss, bis man eine ablegen kann. Dadurch dauern die Matches teilweise ewig und die Zeit hat man nicht immer. Leider vermittelt mich UNO beständig mit anderen Teilnehmern, die genau diese Regel aktiv haben. Dann bleibt nur, das Spiel abzubrechen und die Regeln beim Einrichten eines eigenen Spiels zu bestimmen. Wenn nun aber alle Onlinespielern genau so denken, kommt wohl kein Match mehr zustande.

Meinung

Wertung zu UNO (XBO)

Wertung:

6.9 /10
Pro & Contra
Unverwüstliches Familien-KartenspielImmer wieder für eine kleine Runde zu habenVier-Spieler OnlinemodusSprachchat und Videos unter Freunden
Keine Kommunikation mit fremden SpielernDadurch lebloser Onlinemodus, der sich wie gegen CPU Spieler anfühltManchmal schwieriges Matchmaking oder Abbrüche in einer SessionKeine Möglichkeit der Regeleinstellung bei der SchnellsucheNach jedem Match muss man eine neue Lobby suchen/aufmachenDie 10 Jahre alte Xbox 360 Fassung bot Chat, mehr Spielmodi und bessere Spielsuche (sie ist inhaltlich der neuen Fassung überlegen!)

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