Battlefield 1 Beta: Was sie gut macht und wo es noch hakt

Special Alexander Schneider
Battlefield 1 Beta (13)
Quelle: EA

GameZone-Autor Alexander hat sich in die Beta gestürzt und ein paar Eindrücke gesammelt!

Seit 30. August läuft sie für die "Insider" und seit 31. August ist die Beta nun für alle offen. Nachdem mich die Trailer und gezeigten Mehrspielersitzungen auf der E3 und der Gamescom bereits bis aufs Äußerste in einen Hype haben verfallen lassen, kann ich endlich selbst Hand anlegen. Kann das Spiel dem Hype standhalten?

Battlefield 1 Beta (12) Quelle: PC Games Hardware Battlefield 1 Beta (12) Bis jetzt wird in der Beta auf der Wüstenkarte "Sinai Desert" gespielt, welche mit ihrem großzügigen Layout definitiv zu den größeren Karten der Battlefield-Geschichte zählt. Es stehen die Spielmodi Eroberung und Rush zur Verfügung. Im Modus Eroberung muss ich mit meinem Team eine Reihe an Flaggen einnehmen und halten, um letztendlich den Rundensieg einzufahren. Die Flaggen wurde so auf der Karte platziert, dass wirklich jeder Spielsteil genug Raum zur Entfaltung hat. Im Stadtgebiet gerate ich vermehrt in harte Infanterieschlachten, während ich bei den weiträumigen Flaggen vor allem an Panzergefechten teilnehme und Angriffen lauernder Scharfschützen entkommen muss.

Bevor ich mich ins Gefecht stürze, ich habe die Xbox One- und PS4-Version gespielt, wähle ich eine von vier Infanterieklassen aus. Der Sturmsoldat in Battlefield 1 trägt eine Maschinenpistole oder Schrotflinte als Primärwaffe und ist mit Dynamit sowie Panzergranaten ausgestattet. Im späteren Verlauf kann man noch eine Art Raketenwerfer freischalten, anders als in den Vorgängern kann man diesen aber nur im Liegen einsetzen. Die Klasse entspricht in etwa dem Pionier aus Battlefield 4. Der Sanitäter, wie der Name schon vermuten lässt, ist der Heiler der Gruppe und kommt mit einer Sanitätstasche und einer Adrenalinspritze, zur Wiederbelebung von Teamkollegen, daher. Als Hauptwaffe verfügt er über ein automatisches Gewehr. Abgerundet werden die Klassen vom Versorgungssoldaten, ausgestattet mit einer Munitionstasche, Stolperdraht und einem leichten Maschinengewehr sowie dem Aufklärer, der mit Scharfschützengewehren, einer Leuchtpistole und panzerbrechenden Kugeln ausgestattet wurde.

Battlefield 1 Beta (11) Quelle: PC Games Hardware Battlefield 1 Beta (11) Doch genug erklärt, auf geht's ins Gefecht! Für mich, als alten Battlefield-Veteranen, war der Einstieg in die Beta nicht besonders schwer. Ich habe mich sofort wie zu Hause gefühlt. Kein Wunder, meine letzte Runde Battlefield 4 ist noch nicht mal eine Woche her, aber schon auf den ersten Blick wird mir klar: das ist mehr als nur ein weiteres Battlefield. Das typische Gameplay bleibt in seinen Grundlagen gleich, auf Grund der neuen Epoche laufen die Gefechte aber deutlich anders ab. Die Massen rennen nicht mehr mit Hightech-Ausrüstung und stark modifizierter Ausrüstung durch die Gegend. Hier gibt es Gefechte mit veralteten Waffen oder leicht modifizierten Varianten, bei denen nicht immer auf die geschichtlich korrekte Darstellung geachtet wird.

Die Kämpfe im Online-Modus fühlen sich im ersten Moment intensiver an, da in der Regel auf kürzeren Entfernungen gekämpft wird als in den Vorgängern. Ich renne auf die Flagge im Stadtplatz zu, da peitschen mir die Schüsse eines Scharfschützen entgegen, der sich auf dem Wasserturm eingenistet hat. Sein Erfolgserlebnis hält aber nur kurz an, nachdem ein Teamkollege mit seinem Panzer kurzerhand den Turm wegsprengt. Ich bin währenddessen schon wieder mitten im Gefecht, denn auf meine Kollegen und mich stürmt ein gegnerisches Squad zu. Kein Problem für mich: Gasgranate los, Gasmaske auf und Punkte einheimsen. Wenn dann im Gefecht mal die Munition ausgehen sollte, kann ich immer noch zum Nahkampfangriff greifen. Diese fallen in Battlefield 1 blutiger aus als in den Vorgängern. Als ich meine kleine Schaufel in den Oberkörper meines Kontrahenten presse spritzt in dem Moment nicht wenig Blut über den Bildschirm. Der Sturmangriff mit dem Bajonett ist nochmal eine Ecke härter. Schreiend, im Sprint, ramme ich meinem Gegner die Klinge in den Körper und strecke ihn zu Boden.

Battlefield 1 Beta (10) Quelle: PC Games Hardware Battlefield 1 Beta (10) Doch die Nahkampfangriffe wollen gut überlegt sein, gerade in den offenen Gebieten, denn der Schwerpunkt einer Schlacht kann sich jeden Moment verlagern. Da bietet es sich an, Zuflucht in einem der Gebäude zu suchen, sofern sie noch nicht alle zerstört wurden. Denn in Battlefield 1 spielt auch umfangreiche Zerstörung wieder eine große Rolle. Ob Zugwagons, Häuser oder Fahrzeuge, hier kann fast alles zerstört werden. Die Mehrheit der Gebäude auf der aktuellen Karte kann geplättet werden, manche Grundrisse bleiben aber ungeachtet der Zerstörung stehen. Das ist, laut Entwickler, der Spielbalance geschuldet. Neben Infanteriekämpfen wird auch in Panzern und Flugzeugen gekämpft. Die rollenden Kriegsmaschinen sind merklich langsamer als ihre Vorgänger, bieten aber Platz für mehrere Personen und - das richtige Squad vorausgesetzt - wird ein Panzer zu einer unüberwindbaren Wand für das gegnerische Team.Falls Ihr, so wie ich, auch mal auf der potentiellen Verliererseite in einem Match steht, schreibt die Schlacht nicht ab. Nach der Hälfte des Matches bekommt das verlierende Team einen sogenannten Behemoth. Im Fall der Karte Sinai Desert handelt es sich dabei um einen großen Zug, der zwischen mehreren Flaggenpunkten manövriert werden kann und über 5 gewaltige Kanonen verfügt. Damit soll dem rückständigen Team die Chance gegeben werden bis zum Ende der Runde die Karten neuzumischen. Der Zug ist sehr robust und hält eine Menge aus, irgendwann geht aber noch jedes Fahrzeug in Battlefield kaputt. Abgerundet wird das Spielerlebnis durch ein paar Spezialklassen, wie zum Beispiel einem Soldaten mit Flammenwerfer und einem schweren Maschinengewehr. Diese Ausrüstungen liegen an bestimmten Stellen auf der Karte herum und müssen zur Nutzung aufgesammelt werden. Ich selbst konnte bisher nur den Flammenwerfer ausprobieren, mit welchem man auf kurze Distanz quasi alles und jeden niederbrennen kann, da fühlt man sich schon mal unbesiegbar, doch einige gezielte Schüsse aus sicherer Distanz machen auch den Spezialklassen den Garaus.

Battlefield 1 Beta (5) Quelle: PC Games Hardware Battlefield 1 Beta (5) Neben Eroberung habe ich auch ein paar Runden im Modus Rush zugebracht. Der gefällt mir persönlich nicht so gut wie Eroberung, aber mittlerweile gehört einfach zu Battlefield dazu. Es gilt eine Reihe von Funkstationen, verteilt auf mehrere Etappen, zu zerstören oder zu verteidigen. Im Gegensatz zu Eroberung tummeln sich hier aber nur 24 und nicht 64 Leute auf einer Karte. In Rush fällt das Kartenlayout kleiner aus, da sich der zentrale Punkt immer wieder verlagert. So entsteht bei den Kämpfen eine andere Dynamik. Der Modus eignet sich für Neueinsteiger, um ein Gefühl für die verschiedenen Klassen zu bekommen, da man auf Grund der niedrigeren Spieleranzahl doch eher einen Moment zum Verschnaufen bekommt, um sich mit den Klassen vertraut zu machen.

Die Beta zeigt aber auch, dass DICE bis zur Veröffentlichung im Oktober noch an einigen Punkten arbeiten muss. Da wären die Verbindungsprobleme, die sind aktuell aber wohl vor allem dem massiven Ansturm auf die Server geschuldet. Zum großen Release Ende Oktober will ich davon aber nichts mehr sehen. Auch im Spiel muss noch einiges geschliffen werden. So sind die Anzeigen über den Figuren und Fahrzeugen viel zu klein. Oft erkenne ich nicht, ob es sich bei den Charakteren um feindliche oder verbündete Truppen handelt. Diese Anzeigen sollten bis zur finalen Version noch einmal überarbeitet werden. Dank Faith, Gruß an Mirror's Edge: Catalyst, kann ich mich nun auch an höheren Wänden hochziehen, um darüber zu klettern, an kleinen Felsvorsprüngen und Steinchen bleibt mein Alter Ego aber trotzdem hängen. Ein Problem, das DICE seit den Anfängen der Reihe scheinbar nicht in den Griff bekommt. Dazu kommen noch diverse Grafik-, Animations- und Soundprobleme. Unterm Strich läuft das Spiel aber bereits sehr gut und lässt auf einen hoffentlich reibungslosen Start im Herbst hoffen.

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