God Eater 2: Rage Burst im Test - Flotte Monsterklopperei im postapokalyptischen Japan

Test Philipp Mentel
God Eater 2: Rage Burst (2)
Quelle: Bandai Namco

Mit God Eater 2: Rage Burst schafft es eine etwas aufgehübschtere Version des gleichnamigen PSP- und PS Vita-Spiels von 2013 auf die PlayStation 4. Dabei besticht das Spiel allerdings nicht mit atemberaubender Technik, sondern schnellen, recht dynamischen Kämpfen. Ob das auch langfristig Spaß macht, lest ihr in unserem Test.

Das einst so moderne Japan ist im Laufe der Zeit von den wilden Gottheiten, den sogenannten Aragami, komplett zerstört wurden. Die Menschheit wurde dabei allerdings nicht vollständig ausgelöscht: einige wenige Überlebende sind es, die sich trotzig der Brut entgegenstellen. Dabei bedienen sich die sogenannten "God Eater" an den Zellen der Aragami, um sich dann mit überdimensionalen Waffen gegen die Monster zu stellen. Beherrschen kann sie aber nicht jeder, nur ausgewählte Personen schaffen es überhaupt, den Prozess, der Zellimplantation zu überstehen. Hat man es geschafft, ist man in der Lage als God Eater sein täglich Brot zu verdienen.

God Eater 2: Rage Burst (4) Quelle: Bandai Namco God Eater 2: Rage Burst (4) Und wie es sich für eine schöne, aber auch wenig überraschende Geschichte gehört, sind wir als Spieler natürlich einer der Glücklichen, die sich künftig "God Eater" schimpfen dürfen. Dabei gestaltet wir unseren männlichen oder weiblichen Charakter im doch recht umfangreichen Charakter-Editor so, dass er unseren Wünschen entspricht. Von der Haarpracht bis hin zu Augenfarbe oder Accessoires ist alles dabei. Ist man im späteren Spielverlauf trotzdem nicht glücklich mit seinem Aussehen, kann man zumindest noch kleine Details abändern. Haben wir letztlich unseren Charakter erstellt, werden wir auch direkt ins Geschehen geworfen.

Beißen will gelernt sein

In den ersten Trainings-Lektionen werden wir Schritt für Schritt in die Grundmechaniken vom Spiel eingeführt. Dabei lernen wir, wie wir angreifen, Kombos nutzen oder auch, wie wir einen Gegnern beißen, um vom ihm noch mehr Materialien zu erhaschen. Das Spiel ist dank deutscher Übersetzung dann zumindest in der Hinsicht nicht zu sperrig, sodass wir das Gelernte im Prinzip schnell und direkt verständlich umsetzen können. Haben wir das "Aufnahme-Ritual" hinter uns, steht einem dann das komplette Spiel offen - wir müssen zwar hier und da immer mal wieder mit bestimmten NPC's quatschen, um die Story voranzutreiben und um weitere Aufträge freizuschalten, allerdings gestalten sich die Konversationen als kurz und schmerzlos.

God Eater 2: Rage Burst (3) Quelle: Bandai Namco God Eater 2: Rage Burst (3) Und überhaupt, die Story des Spiels zieht zumindest in den über 30 Stunden, die ich zügig durch das Spiel gekommen bin, nicht wirklich an. Hier und da werden neue Charaktere eingeführt, die sich dank kitschiger Dialoge teils nicht wirklich ernst nehmen lassen und auch angesichts des Szenarios fehlen die wirklich eindringlichen Momente, die das Spiel sicherlich gut gebraucht hätte, um irgendwie so etwas wie Spannung zu erzeugen. Dennoch muss man dem Spiel anrechnen, dass es überhaupt versucht, das Spiel dank regelmäßiger Cutscenes und vielen, knappen Dialogen mit einem roten Faden zu versorgen, auch wenn man nie wirklich weiß, wohin die Reise am Ende gehen soll.

Schwierig? Leider gar nicht so...

Die ersten Monsterjagden gestalten sich dabei als ziemlich einfach. Zumindest fallen die Monster schon recht schnell um, da wir deren Angriffsmuster recht schnell lesen können. Das Ausweichen ist dann nur noch Formsache und gestaltet sich im Eifer des Gefechts eigentlich als keine große Hürde. Zum recht wenig fordernden Schwierigkeitsgrad tragen dann zusätzlich noch die bis zu vier Begleiter (und später auch Supporter) bei, die uns bei den Missionen begleiten können. Dabei agieren diese durch die Bank weg gut und sind in der Regel kein Kanonenfutter. Sollten wir dann bei doch mal größeren Feindesansammlungen das Zeitliche segnen, ist die KI schnell zur Stelle, um uns wiederzubeleben. Wer God Eater 2: Rage Burst dann auch noch im Mehrspieler-Modus mit bis zu vier Spielern spielt, der braucht sich über den fehlenden Anspruch dann nicht mehr wundern - was eigentlich schade ist, aber so richtig angespannt sind wir bei den Kämpfen nie.

God Eater 2: Rage Burst (1) Quelle: Bandai Namco God Eater 2: Rage Burst (1) So sind auch die abschließenden Belohnungen nach überstandenen Missionen nicht der Rede wert. Wir bekommen immer wieder Fähigkeiten für unsere Ausrüstung, die wir anlegen können und die uns gewisse "Buffs" gewährt. Zum Beispiel können wir dafür sorgen, dass wir mehr Spezialangriffe nutzen können oder gegen gewisse Statuseffekte immun werden. Allerdings ist die Ausarbeitung der Menüs ziemlich unglücklich, sodass wir nie Klarheit darüber haben, was die Effekte eigentlich bringen. Erst wenn wir sie gerade anlegen wollen, wird angezeigt, was wir da eigentlich auf unsere Waffe draufhauen.

Der Umfang stimmt, die technische Seite nicht

An geringen Umfang soll es in diesem Spiel scheitern. Die Missionen erstrecken sich über mehrere Kapitel und dürften gut und gerne an die 50 Stunden unterhalten (Bonusmissionen noch nicht eingerechnet). Zudem ist die Waffen-, Klamotten- und Ausrüstungsauswahl sehr, sehr groß, sodass wir immer wieder die Qual der Wahl haben, was wir auf die nächste Mission mitnehmen, auch wenn es sinnvoller ist, mit dem eingespielten Equipment zu spielen, um dort die draufgepackten Fertigkeiten im Level zu steigern. Das artet dann zwar auch im gefühlt ewigen Gegrinde aus, muss dann aber so hingenommen werden. Wer also ständig die Fertigkeiten oder Waffen wechselt, kann nicht das volle Potenzial entfachen, was Schadensoutput oder effektive Fertigkeiten angeht.

God Eater 2: Rage Burst (5) Quelle: Bandai Namco God Eater 2: Rage Burst (5) Leider Gottes sieht God Eater 2: Rage Burst für die PlayStation 4 einfach nicht mehr zeitgemäß oder gar wirklich gut aus. Klar, wir haben hier im Prinzip nur ein "aufgewärmtes" PSP-Spiel (bzw. auch PS Vita), so muss man die sehr, sehr matschigen Texturen und polygonarmen Aragami so hinnehmen wie sie sind. Optische Highlights gibt es leider nicht. Immerhin ist das Kreaturendesign gelungen, auch wenn hier und da doch etwas schräge Viecher dabei sind. Was God Eater 2 immerhin besser macht als seine Konkurrenz: es kommt ohne viele Ladezeiten aus. Auf dem Schlachtfeld sind die einzelnen Bereiche nicht durch Ladebildschirme begrenzt und wird einmal geladen (z.B. zum Start einer Mission), dann sind die Ladezeiten sehr kurz.

Meinung

Wertung zu God Eater 2: Rage Burst (PS4)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
fetziger Soundtrackkomplexes Fertigkeiten-Managementinteressantes Monsterdesignbis zu vier Spieler können gleichzeitig spielenkaum und geringe Ladezeiten
matschige Texturenteils fummeliges Waffenhandlinglahme Story, die dem Szenario nicht gerecht wirdsperrige Menüführungrecht einfacher Schwierigkeitsgrad
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