Die Entwickler vom Sanzaru stürzten sich wieder in ein neues Sonic Boom Spiel und nutzen dabei dieses Mal die Macht über die Elemente Feuer und Eis. Das soll das gewohnte Sonic-Gameplay erweitern. Ob SEGA sich mit Sonic Boom: Feuer und Eis ein Denkmal setzen kann, erfahrt ihr in unserem Test.
Noch nicht einmal zwei Jahre ist es her, als die Entwickler von Sanzaru Games erstmals mit Sonic Boom: Der Zerbrochene Kristall für den Nintendo 3DS nicht gerade für Furore sorgten. Jetzt, mit Sonic Boom: Feuer und Eis soll nochmal alles besser werden, schließlich habe man das Gameplay mit dem Titelgebenden Elementen Feuer und Eis aufgerüstet und erhofft sich somit vielleicht, die Fans des kleines blauen Igels zurückzugewinnen - auch wenn das eine Herkules-Aufgabe darstellt. Immerhin geizt das Spiel nicht mit einer kompletten deutschen Vertonung, sodass die Zwischensequenzen nicht einfach nur mit Untertiteln ergänzt wurden.
Der Eiermann ist wieder da!
Quelle: SEGA
Sonic Boom: Feuer und Eis (22)
Sonic Boom orientiert sich von seinen Charakteren her an der gleichnamigen TV-Serie, die vor zwei Jahren angelaufen ist. Gleich obendrauf kam das neue Charakterdesign für einige Charaktere des Sonic-Universums. Die wohl größte Änderung bekam der rote Igel Knuckles, dessen Körpergröße angehoben wurde. Wie dem auch sei, so fängt Sonic Boom: Feuer und Eis recht unspektakulär an: Dr. Eggman will sich mit seiner ultimativen Waffe, dem Element Ragnium, an Sonic und seinen Freunden rächen - vornehmlich nur an Sonic. Dabei greift er auf kleine Roboter zurück, die in der Lage sind, mit Sonic in Sachen Geschwindigkeit zu konkurrieren. Doch so ganz einfach ist es dann doch nicht... .
Der kleine Roboter D-Fekt (Applaus für diesen Namen) macht sich selbstständig und sorgt mit dem Aufbrechen von gefährlichen, elementaren Rissen für Ärger. Klar, dass sich Sonic und Co. darum kümmern. Doch so ganz zünden, will der Anfang des Spiels nicht. Das fängt schon bei dem erlangen der Fähigkeiten zur Beherrschung der Elemente Feuer und Eis an - wie genau sind die Freunde jetzt an diese Fähigkeiten gekommen? Fragen über Fragen, die das Spiel ziemlich unzureichend beantwortet. Egal, es reicht ja, dass man D-Fekt und Dr. Eggman besiegen sowie gleichzeitig auch die Risse schließen muss. Es ist also genug zu tun, um sich nicht mit derart tiefgründigen Fragen zur Story auseinandersetzen zu müssen.
Hitze und Kälte halten Einzug
Insgesamt sieben verschiedene Inseln mit mehr als zehn verschiedenen Leveln gilt es zu schaffen. Dabei finden wir nicht nur klassisches Sonic-Gameplay mit einigen Loopings, Tempo-Boostern und dem Sammeln von Ringen vor, sondern natürlich auch das Eingangs schon erwähnte Wechselspiel von Feuer und Eis. So schmelzen wir mit der Feueraura, die Sonic und Co. umgibt, einfach die Eisblöcke weg oder nutzten die Eisaura, um auf Wasser laufen zu können. Gut: das Wechseln zwischen den beiden Elementen klappt gut über die Schultertasten. Anders als das Wechseln zwischen den fünf Charakteren - die muss man entweder mit dem Finger oder per Touchpen wechseln.
Quelle: SEGA
Sonic Boom: Feuer und Eis (21)
Dass sich das gerade bei einem Sonic-Spiel als recht hakelig und nervig herausstellen kann, dafür muss man kein Prophet sein. Denn eigentlich sollte in den Leveln eine gesunde Portion Geschwindigkeit stecken, nur müssen wir dann mal die Charaktere wechseln, da diese mit unterschiedlichen Fähigkeiten aufwarten, dann nervt es zum Touchpen zu wechseln oder mit den Fingern auf dem Screen herumzutatschen. Dabei geht dementsprechend auch das Geschwindigkeitsgefühl verloren, zumal auch das Einsetzen der Fähigkeiten eher aufhält. So gesehen ist Sonic Boom: Feuer und Eis fast schon ein wenig mehr ein Erkundungsspiel. Dazu tragen auch die vielen Collectibels bei, die in den Leveln verteilt sind. Von diesen können wir später Roboter oder andere Extras freischalten.
Zu Fünft muss man sein
Insgesamt fünf Charaktere lassen sich im Spiel auswählen. Hat man die ersten zwei Inseln bereits geschafft, hat man diese Charaktere bereits in der Tasche. Zum einen wären da Sonic, Tails, Knuckles, Sticks und auch Amy. Jeder dieser Charaktere hat unterschiedliche Fähigkeiten abseits des Einsatzes von Feuer und Eis. So kann Tails natürlich schweben und schießt mit seinem Laser auf Objekte, die ihm den Weg versperren, während Knuckles sich durch Erde gräbt oder Amy ihren Hammer nutzt, um Säulen auf und ab steigen zu lassen. Das lockert das Gameplay teilweise weit mehr auf, als der Einsatz der beiden titelgebenden Elemente.
Quelle: SEGA
Sonic Boom: Feuer und Eis (17)
Die Levelstruktur an sich bietet für die Fähigkeiten der Figuren genug Freiheiten. Zwar wiederholt sich alles immer wieder, aber so kann man auch an gewisse Orte kommen, die natürlich auch wichtig für die ganzen Sammelsachen sind. Bonusräume gibt es ebenso, die uns mit Kartenteilen belohnen, die wir später in Knuckles Hütte nutzen können oder wir sammeln das Ganze Ragnium der Gegner, mit denen wir später für die Rennen Roboter kaufen bzw. bauen können. Blöd: werden wir zweimal getroffen und zum letzten Checkpoint zurückgesetzt, dann verlieren wir alles an Ragnium, was wir zuvor aufgesammelt haben. Dank teilweise ungenauer Steuerung, gerade wenn es darum geht, nicht in bestimmte Lücken zu fallen, die sich auftun, kann das schon einmal nerven, da Ragnium zum Freischalten diverser Bonussachen gebraucht wird sowie zum bauen und umsetzen der kostspieligen Blaupausen für Roboter.
"Speed-Pass" und Roboterrennen
Auch wenn Sonic Boom: Feuer und Eis auf eine vollumfängliche Einzelspielererfahrung setzt, so hat Sanzaru noch ein paar Multiplayerfunktionen mit eingebaut. Per Streetpass können wir uns mit den Zeiten von anderen Leuten messen, umso Ragnium zu erlangen. Oder aber wir versuchen uns in den Roboterrennen, in denen wir unterschiedlichste Roboter, mit ebenso unterschiedlichsten Stärken und Schwächen auswählen können. Je mehr Roboter wir bauen, desto mehr Auswahl hat man dann am Ende. In den Rennen, die auf drei Runden beschränkt sind, setzt das Spiel dann voll und ganz auf Geschwindigkeit (endlich!). Hier nutzen wir so gut es geht die Booster aus, um schneller als der Gegner zu sein und timen den Einsatz von Sprüngen und den Einsatz der Elemente dann so gut, dass wir letztlich auch als Sieger vom Platz gehen und uns an Ragnium satt sehen.
