The Bunker im Test: Ein Live-Action-Adventure mit ernstem Hintergrund
Test
The Bunker bedient ein sehr seltenes Genre, das der Live-Action-Adventures, und wartet mit einer tiefgründigen Story auf.
Die Atombombe, die grausamste und stärkste Waffe die je ein Menschenhirn ersonnen hat. Schon ihre alleinige Existenz reicht aus um Staaten in die Knie zu zwingen. Doch was, wenn sie zum Einsatz kommt, wenn sich die Menschen in die Bunker flüchten müssen, wo sie ein tristes Leben hinter meterdickem Stahlbeton und mit rationierten Lebensmitteln erwartet?
Quelle: Wales Interactive
Gewalt im Bunker
Protagonist John wurde in solch einem Bunker geboren, genau im Augenblick als die Bombe zündete. Er kennt nur das Leben im Bunker, hat noch nie die Sonne gesehen und jeder neue Schritt, jede neue Aufgabe kostet ihn unglaubliche Überwindung. Sein Tagesablauf besteht aus dem Kontrollieren der Luftfilter und dem Sicherstellen der Stromversorgung. Seine größte Angst ist, dass eines der Strahlungsmessgeräte Alarm schlagen könnte. Er lebt einen dystopischen Alptraum.
Doch neben dem immer weiter verfallenden Bunker sieht er sich und seine Mutter noch einer weiteren Gefahr gegenüber, den anderen Mitbewohnern. Schon viele Konflikte gab es in seinem bisherigen Leben auszutragen und durchzustehen. So entwickelte John diverse Ängste vor Orten und Objekten, die er mit bestimmten Bewohnern verknüpfte. Es gibt Räume, die er lieber nicht betritt, nur wenn es unbedingt nötig ist, denn am liebsten hält er sich in seinem Zimmer auf. Dort ist er sicher und mit seinem alten Computer kann er den Status des Bunkers checken.
Quelle: Wales Interactive
Der Tod ist allgegenwärtig
The Bunker besteht komplett aus real gefilmten Sequenzen mit echten Schauspielern. Dabei kann sich die Riege dieser mit Adam Brown (Der Hobbit), Sarah Greene (Penny Dreadful) und Grahame Fox (Game of Thrones) wirklich sehen lassen. Die Qualität des Gezeigten würde sich auch auf jedem Indepent-Filmfestival gut machen und es würde mich nicht wundern, wenn das gedrehte Material irgendwann einmal wirklich zu einem richtigen Film führen würde.
Bedient wird das Ganze wie ein klassisches und recht einfach gehaltenes Point & Click-Adventure. Es gibt Sammelobjekte, wie handgeschnitzte Püppchen und Kassettenrekorder mit privaten Nachrichten der Bewohner. Die Rätsel halten sich in Grenzen und bestehen meist daraus nötige Objekte zu finden um dann irgendwelche Maschinerien zu manipulieren oder in Gang zu setzen. Ab und zu gibt es auch eingestreute Action-Sequenzen in denen es auf die schnelle Reaktion des Spielers ankommt.
Quelle: Wales Interactive
John und seine Mutter
Seine Faszination aber bezieht The Bunker aus der erzählten Geschichte, die in der Jetztzeit spielt und mit vielen Rückblenden aus Johns Jugend angereichert ist. Erst nach und nach erschließen sich uns die Vorgänge im Bunker und wie es zur aktuellen Situation kam. Auf diese Weise kommt das Filmformat voll zum tragen und lässt einen die doch eher einfachen Gameplay-Elemente vergessen. The Bunker ist tatsächlich mehr interaktiver Film, als vollwertiges Adventure, auch wenn es im Grunde alles Nötige dazu enthält.
Doch sollte man an The Bunker nicht die üblichen Maßstäbe legen, wie wir sie bei Computerspielen benutzen, das würde dieser recht einmaligen Erfahrung nicht gerecht werden. Bei diesem Titel haben wir es mit richtigen Schauspielern zu tun und einer mehr als spannenden Geschichte, die uns mit dem großen Schrecken der Atombombe ebenso konfrontiert, wie mit den Hässlichkeiten die sich Menschen in direktem Kontakt selbst zufügen können, und darüber hinaus. The Bunker bietet alles was ein guter Film zu bieten hat, nur eben im Gewand eines Spiels. Unter diesem Gesichtspunkt sollte man auch die von uns vergebene Wertung sehen, die für Videospiele gedacht ist, weniger für ein Filmerlebnis wie dieses.
Zum Schluss darf nicht der Hinweis fehlen, dass The Bunker komplett in englischer Sprache gehalten ist und es auch nur englische Untertitel gibt.
