The Wakling Dead (Episode 1) im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Zombie-Fans dürfen sich über ganze fünf Download-Episoden freuen, die nicht nur für den PC, sondern auch als Xbox Live Arcade- bzw. PlayStation Network-Titel erhältlich sein werden.

Telltale Games meldet sich wieder mit einem neuen Videospiel im Episoden-Format zurück und nach Zurück in die Zukunft und Jurassic Park, hat man sich auch dieses Mal eine bekannte Lizenz besorgt. Die Rede ist von der Comicbuch-Reihe The Walking Dead, die womöglich viele eher aufgrund der gleichnamigen Fernsehserie kennen, die seit geraumer Zeit in aller Munde ist. Zombie-Fans dürfen sich nun also über ganze fünf Download-Episoden freuen, die nicht nur für den PC, sondern auch als Xbox Live Arcade- bzw. PlayStation Network-Titel erhältlich sein werden. Die erste Episode erschien bereits Ende April für die genannten Systeme, allerdings mussten sich deutsche Xbox 360-Spieler noch ein wenig gedulden. Hierzulande kam die Episode nämlich erst Anfang Mai auf den Marktplatz. Doch hat sich das etwas längere Warten überhaupt gelohnt?

The Walking Dead (1) Quelle: Telltale Games The Walking Dead (1) Nach dem Start des Arcade-Titels erwartet uns zunächst ein hübsches und stimmungsvolles Menü, welches die üblichen Möglichkeiten bietet und in dem wir bequem zwischen den einzelnen Episoden auswählen können. Bisher ist aber natürlich nur die erste Episode verfügbar. Leider fällt im Menü auch direkt ein Kritikpunkt ins Auge, denn das Menü ist wie auch das komplette Spiel nur auf englisch verfügbar. Schade, denn gerade bei einem solchen Adventure-Titel, der so intensiv auf die Geschichte und Entwicklung der Charaktere setzt, wären zumindest deutsche Untertitel wünschenswert gewesen. Ein Aspekt den man also beachten sollte, wenn man der englische Sprache nur bedingt mächtig ist.

The Walking Dead (2) Quelle: Telltale Games The Walking Dead (2) Schon die erste Szene des Spiels zeigt auch, wie wichtig die Story bei The Walking Dead wirklich ist. Denn hier befindet sich unser Protagonist Lee auf der Rückbank eines Polizeiwagens, welches direkt auf dem Weg ins Gefängnis ist. Von Zombies ist hier zu Beginn zwar weit und breit noch keine Spur, aber dafür darf man der Unterhaltung von Lee mit dem Polizisten am Steuer lauschen. Immer wieder ist man nun auch als Spieler gefordert und per Tastendruck darf man das Gespräch durch Wahl verschiedener Aussagen beeinflussen. Zudem gibt es die Möglichkeit, gar nicht darauf zu reagieren und auch so die Unterhaltung natürlich in eine gewisse Richtung zu begeben. Dies passiert auch automatisch, wenn nicht innerhalb einer bestimmten Zeit eine Möglichkeit ausgewählt wird und der Balken, der sich unter den Antwortmöglichkeiten verringert, komplett verschwunden ist.

Die Entscheidungen

The Walking Dead (3) Quelle: Telltale Games The Walking Dead (3) Da die meisten Entscheidungen im Spiel keine wirklich bemerkenswerten Auswirkungen auf das restliche Spielgeschehen haben, muss nun aber auch niemand fürchten, dass er wegen des Zeitlimits schweißgebadet vor dem Fernseher sitzt und panisch aus den verfügbaren Möglichkeiten die beste herauszufinden versucht. Zumal ohnehin nicht bei jeder Entscheidung ein Zeitlimit vorhanden ist. Dafür sind einige wenige Entscheidungen im Spiel umso gravierender und wirken sich massiv auf die weitere Entwicklung aus. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn ihr (ohne jetzt zu viel spoilern zu möchten) auswählen müsst, welche Person ihr nun rettet und welchen Charakter ihr den Zombies überlasst.

The Walking Dead (4) Quelle: Telltale Games The Walking Dead (4) Das Spiel besteht aber selbstverständlich nicht nur daraus, hin und wieder eine gewünschte Taste zu drücken. Nach dem Fahrtende bekommt ihr es schließlich gleich mit Zombies zu tun und dürft euch selbst durch die Umgebung bewegen. Mit dem linken Stick funktioniert dies auch denkbar einfach, während ihr mit dem rechten Stick einen Zielpunkt über den Bildschirm bewegen könnt. So könnt ihr per Tastendruck mit Personen und Objekten interagieren und häufig auch (ähnlich wie beispielsweise der Auswahlmöglichkeiten in Gesprächen) verschiedene Aktionen je nach Taste direkt wählen. Auf Wunsch könnt ihr euch hierbei hilfreiche Markierungen einblenden lassen, die euch anzeigen, mit welchen Objekten ihr interagieren könnt. Dies erleichtert das Spiel natürlich enorm, wenngleich Adventure-Fans womöglich lieber ohne diese Hilfe ans Werk gehen möchten. Da man ja aber wählen kann, kommt so jeder auf seine Kosten.

Davon abgesehen hält sich der Schwierigkeitsgrad ohnehin sehr in Grenzen und letztlich gibt es auch kaum nennenswerte Rätsel zu erledigen. So dürften die meisten Spieler die erste Episode auch ziemlich schnell absolvieren und nach wenigen Stunden ist man bereits durch. Immerhin bietet sich durch die verschiedenen Möglichkeiten ein gewisser Anreiz zum erneuten Durchspielen und wer sich für die Story begeistern konnte, der wird sicherlich den einen oder anderen neuen Anlauf starten.

Die Statistik

Nach Abschluss der Episode, erwartet uns das Spiel übrigens mit einem interessanten Abschluss-Bildschirm. Hier wird aufgelistet, wie wir bei den wichtigen Entscheidungen gewählt haben und viel interessanter, es wird auch aufgezeigt, wie viel Prozent der Spieler die gleiche Entscheidung getroffen haben. Gerade bei gravierenden Entscheidungen, wie beispielsweise der angesprochenen Wahl zwischen zwei zu rettenden Personen, ist es schon ganz nett zu erfahren, wie denn die anderen Spieler in dieser Szene entschieden haben.

The Walking Dead (6) Quelle: Telltale Games The Walking Dead (6) Abschließend noch ein paar Worte zur Technik, denn grafisch bekommt man bei diesem Titel eher ungewöhnliche Kost geboten. Da The Walking Dead auf der Comicbuchvorlage basiert, darf man sich auf eine Art Comic-Grafik freuen, die anfänglich zwar noch ziemlich gewöhnungsbedürftig ist, aber fast schon überraschend genial zum Spiel passt. Dies gilt auch für die sehr ordentliche Soundkulisse, die insbesondere aufgrund der tollen englischen Synchronisation zu gefallen weiß. Wer übrigens wegen der comicartigen Grafik oder des Genres allgemein glaubt, dass es bei The Walking Dead keine zünftige Zombie-Action oder blutigere Szenen gibt, der täuscht sich gewaltig. Sicherlich sind diese Situationen eher rar gesät, aber wenn es drauf an kommt, geht es auch bei diesem Episodentitel zur Sache. Womöglich sind diese Szenen aber nicht so intensiv, wie bei anderen Zombie-Spielen, da man hier ja eher indirekt wie bei einem Point-and-Click-Adventure die jeweiligen Kommandos gibt bzw. sich in Quick Time Events behaupten muss.

Wertung zu The Walking Dead (X360)

Wertung:

75 /10
Pro & Contra
Spannende GeschichteWichtige EntscheidungenInteressante Statistik nach Abschluss einer EpisodeFairer PreisSchöner GrafikstilGute englische Sprachausgabe
Komplett auf englischTrotz abschaltbarer Hilfen arg leicht
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