LEGO Batman geht in die zweite Runde. Und wie könnte man die Geschichte rund um einen Superhelden wie Batman noch auftrumpfen? Klar, indem man einfach noch mehr Superhelden dazu wirft. DC Super Heroes unite!
Batman und Robin sind wieder da und können sich in LEGO Batman 2: DC Super Heroes keine Sekunde ausruhen. Das dynamische Duo muss erneut Gotham City vor der sicheren Zerstörung bewahren, weil Oberbösewicht Joker sich mit seinem Gegenstück aus Metropolis zusammentut: Lex Luther hat einen Hass auf Gotham und Batman, weil Bruce Wayne ihm die Auszeichnung als Mann des Jahres vor der Nase weggeschnappt hat. Er befreit Joker und seine Komplizen aus Arkham Aslyum und geht eine Partnerschaft mit ihm ein. Zusammen mit Joker will er die Superhelden ausschalten und den Wahlkampf zum Präsidenten gewinnen.
Quelle: Warner Interactive
In LEGO Batman 2: DC Super Heroes treffen Batman und Robin auf Superman und Co. (3)
Wenn sich die Bösewichte aus dem DC-Universum zusammentun, dann wird das Gute natürlich nicht einfach zuschauen. Zu Batman und Robin gesellen sich daher auch Freunde aus anderen Helden-Geschichten. Mit dabei sind Superman, Green Lantern, Flash, Wonder Woman und – typisch für LEGO-Spiele – einige Dutzend weitere spielbare Charaktere. Der Wiederspielwert ist für Gamerscore-Fans hoch: Manche Rätsel kann man nur mit bestimmten Charakteren lösen, darunter auch den Bösen, und muss sie im freien Spiel mehrfach erkunden. Wer nur die Story durchspielen will, bleibt davon natürlich verschont.
Neue Geschichte dank Vertonung
LEGO-Spiele in der Vergangenheit lebten davon, dass Spieler die erzählte Geschichte schon aus Filmen kannten. Das Geschehen wurde immer als Persiflage neu zusammengesetzt und benötigte gar keine Sprachausgabe. Stattdessen sabbelten die Legomännchen nur eine Fantasiesprache, man wusste trotzdem immer, um was es geht. In LEGO Batman 2 verlässt Telltale Games die Gefilde dieser stimmlosen Parodie und vertont erstmals in der Geschichte der Serie alle Charaktere, um so eine völlig neue, unbekannte Geschichte zu erzählen. Nur so klappt es auch, die anderen DC-Helden in das Spiel einzubauen, denn mit unter unverständlichem Gebrabbel würde die Story deutlich leiden. Von der ironischen Persiflage rückt Telltale aber nicht ab: Die vielen Zwischensequenzen, Dialoge und eingeschobenen Gotham-City-News-Sondersendungen sind herrlich komisch. Und nur so erfahren wir auch die vielen Seitenhiebe, die sich die Helden untereinander geben. Etwa dass Batman, für den Fall dass Superman mal die Seite wechselt, in seinem Keller Kryptonit bunkert und dass die Superhelden untereinander gar nicht so gut aufeinander zu sprechen sind.
Ebenso neu ist eine komplett offene Spielwelt. Zwischen den Missionen können Batman und Robin (und die anderen Spielcharaktere) durch Gotham City rasen, die Stadt kennenlernen und Nebenquests erfüllen. Überall sind Bürger in Gefahr, die gerettet werden wollen, und Goldene Steine warten darauf, von uns eingesammelt zu werden. Die Bandbreite variiert dabei von Steinen, die die einfach nur versteckt sind, durch Sammelaufgaben freigeschaltet werden müssen oder hinter Rätseln und Kletterpassagen auf uns warten. In Gotham sind überall Bat-Stationen verteilt, die man zuerst freischalten muss. So deckt man den Bereich auf der Karte frei und kann später von einer Station zur anderen Reisen. Der Clou: In der Nähe einer jeder Station ist ein Bösewicht versteckt, den man besiegen muss. Hat man das geschafft, kann man den einstigen NPC für gesammelte LEGO-Münzen "kaufen" und schaltet ihn dadurch für das freie Spiel als spielbaren Charakter frei.
Fahrzeuge, Flugzeuge und die nervige Steuerung
Quelle: Warner Interactive
In LEGO Batman 2: DC Super Heroes treffen Batman und Robin auf Superman und Co. (4)
An Bat-Stationen können unsere Helden verschiedene Fahrzeuge rufen, um sich schneller durch die Welt von LEGO Batman 2 zu bewegen. Darunter finden sich Motorräder, aufgepimpte Karren wie das Batmobil und auch Hubschrauber und Flugzeuge. Wer den Seeweg vorzieht, kann in Robins U-Boot oder anderen Schiffchen herumtuckern. Wie bei den Charakteren setzt Telltale hier auf eine hohe Bandbreite an möglichen Geräten, die man erst sammeln muss. Fahrzeuge sind in Gotham verteilt und man kann sie gegen einen Ingame-Betrag seinem abrufbereiten Fuhrpark hinzufügen. Als Superman kann man darüber hinaus sogar ohne fremde Hilfe fliegen.
Hier sich eines der wenigen Mankos von LEGO Batman 2 versteckt: Die Steuerung ist leider nicht optimal gelöst und unterscheidet sich in der Open World sogar von der Steuerung in Missionen, weil diese meist nach oben begrenzt sind. Schnelles Manövrieren ist so leider nicht möglich und wegen der nur geringfügig veränderbaren Kamera, verfehlt man sein Ziel gerne mal. Das stört uns auch bei allen anderen Einheiten. Weil das Spiel immer selbst den Bildausschnitt wählt, kommt es vor, dass sich beispielsweise bei wichtigen Hüpfeinlagen die Kamera genau so dreht, dass man nicht mehr sieht wo man hinspringt. Die angewinkelt isometrische Perspektive lässt einen auch gerne danebentreten, glücklicherweise wird ein Tod aber nicht groß bestraft. Wir verlieren einige Münzen und spawnen an einer nahen Stelle wieder.
Tolle Rätsel
Die Hauptstory wird in 15 Missionen erzählt, die alle eine angenehme Länge aufweisen. Selbst wer nicht alle LEGO-Steine finden und alle Quests lösen will, wird ziemlich gut und lang genug unterhalten. Sammler haben natürlich einiges zu tun. Während man in der offenen Welt relativ ziellos durch Gotham reisen kann, sind die Missionslevel linear aufgebaut. Man kämpft, hüpft und rätselt sich von einem Raum zum Nächsten und sammelt optional auf dem Weg lauter Sammelgegenstände auf. Die Rätsel sind knackig gehalten aber allesamt lösbar – bei manch einem hingen wir aber minutenlang fest, bis sich eher durch Zufall eine Lösung auftat. Im Kern bleibt die Serie sich treu. Der Spieler haut Gegenstände kaputt, baut sie neu zusammen und benutzt verschiedene Anzüge, um den Charakteren Spezialfähigkeiten zu geben. Dabei kommt es vor allem auf die Zusammenarbeit an, weswegen man zu zweit im Splitscreen-Coop spielen kann. Ist man allein, springt die KI ein. Leider hat sie an manchen Stellen Aussetzer und folgt einem treudoof, anstatt auf einem Schalter stehen zu bleiben. Vor allem nicht-relevante Sammelobjekte kann man eigentlich kaum allein auftreiben, weil besonders hier die Zusammenarbeit wichtig ist.
Quelle: Warner Interactive
In LEGO Batman 2: DC Super Heroes treffen Batman und Robin auf Superman und Co. (8)
Kämpfe sind ziemlich simpel gehalten, da es auch nur eine Kampftaste gibt. Wer im Kampf stirbt/auseinandergebaut wird, spawnt nach wenigen Momenten wieder und verliert nur ein paar Münzen, echte Frusterlebnisse bleiben aus. Kämpfe sind aber auch kein Kern-Thema von LEGO, was das Spiel recht kinderfreundlich hält. Mit kindlicher Kreativität kommt man vermutlich sogar schneller weiter, als mit langweiliger erwachsener Logik –Kinder wären zum Beispiel bestimmt schneller auf die Idee gekommen, mithilfe eines Kletterseils am Rücken eines Dinosauriers aus einer Falle zu klettern, als wir.
Beim Sound bleibt Telltale auf einem entsprechend hohen Niveau. So sind einige Original-Soundtracks enthalten. Wenn man als Superman durch Gotham City fliegt, läuft im Hintergrund der altbekannte Jingle, das fühlt sich super an und sieht auch noch atemberaubend aus (wenn man nicht wegen der hakeligen Steuerung irgendwo hängen bleibt). Die Vertonung insgesamt gefällt uns auch, sie ist ironisch und toll umgesetzt. Nur den deutschen Sprechern mangelt es manchmal an Enthusiasmus oder einfach der Authentizität der Original-Sprecher. Glücklicherweise sind beide Sprachversionen auf einer Disc. Nur von einer Lippensynchronität kann man nichtsprechen. Das ist bei LEGO-Figuren sicherlich nicht ganz wichtig, aber wenn der (deutsche) Sprecher aufhört zu sprechen, während die Spielfigur noch zwei Sekunden den Mund öffnet, sieht das schon reichlich albern aus.
