Neben den 3rd Person Shooter Einlagen darf man sich auch in die Luft begeben und spektakuläre Schusswechsel erleben.
Capcom wollte Dark Void ursprünglich schon im Herbst 2009 auf den Markt bringen, doch wegen der großen Konkurrenz verschob man das Actionspiel kurzerhand auf Anfang 2010. Die Entwickler von Airtight Games waren in diesem Zeitraum laut ihren eigenen Angaben nicht untätig und haben Dark Void weiter optimiert. Ob sich die Wartezeit gelohnt hat?
Gefangen im Bermuda Dreieck
Dark Void
Wir schreiben das Jahr 1938 und Will Grey unternimmt einen Transportflug durch das Bermuda Dreieck, mit dabei seine Ex-Freundin. Wie nicht anders zu erwarten war, stürzt der Held ab und landet in einer anderen Dimension. Schnell wird Will und seinem Love-Interest klar, dass sie sich nicht mehr auf der Erde befinden, da vor allem die Roboter-ähnlichen Aliens mit Energiewaffen ein wenig skeptisch machen. Außerdem wird deutlich, dass die böswilligen Freunde die Erde unterwerfen wollen, was es zu verhindern gilt. Die Grundidee von Dark Void ist vielleicht nicht gerade innovativ, dennoch bietet sie einen soliden Grundstein für eine spannende Handlung, die von den Entwickler jedoch sträflichst vernachlässigt wird. Man hat von Anfang an nur ein Ziel im Auge, das verfolgt man, danach ist der Abspann angesagt. Die Figuren und der Held bleiben äußerst blass, die Ziele der Aliens sind typisch 08/15, Wendungen gibt es auch keine und irgendwie würde man kaum etwas verpassen, wenn man denn die Zwischensequenzen überspringen sollte. Immerhin ist eine rudimentäre Liebesgeschichte vorhanden. Das Design von Aliens, Waffen und der Welt ist dabei recht ansprechend und hebt Dark Void von anderen Konkurrenz-Produkten angenehm ab.
Horizontaler und vertikaler Schlagabtausch
Dark Void
In der ersten halben Stunde spielt sich Dark Void wie ein handelsüblicher Third Person Shooter mit einer Deckungsfunktion. Man bewegt sich von Deckung zu Deckung und ballert dank der unkomplizierten Steuerung freudig auf die heranstürmenden Blechkameraden. Doch schon bald erhalten wir ein schickes Jetpack, mit dem wir nicht nur über dem Geschehen schweben und größere Abgründe überwinden können, nun verlagert sich das Spielgeschehen teilweise in die vertikale Ebene. Dies bedeutet, das man Felsvorsprünge, oder auch Alienbauten, hinauf oder herunter klettert. Dank des Raketenrucksacks können wir uns auf Knopfdruck blitzschnell von Plattform zu Plattform bewegen und müssen dabei nicht auf die Schusswechsel mit den Aliens verzichten, die ebenfalls über sehr gute Kletterfähigkeiten verfügen. Wie auch bei den horizontalen Abschnitte müssen wir clever aus der Deckung ballern und uns langsam vorarbeiten. Obwohl sich spielerisch im Prinzip kaum etwas ändert, ist die Perspektive ungewohnt beeindruckend. Und wenn man hoch klettert, fallen einem die getöteten Feinde nur so um die Ohren, Anziehungskraft sei dank. Im späteren Spielverlauf werden diese Passagen immer kniffliger, weswegen auch bewegliche Objekte in Erscheinung treten.
Dark Void
Und wenn man noch etwas weiter voran schreitet, dann bildet sich ein drittes Spielelement heraus, da das Jetpack eine neue Funktion erhält, die es uns erlaubt wie ein Vogel, oder ein Flugzeug, durch die Lüfte zu fliegen. Hier bestreiten wir Gefechte gegen UFOs sowie Geschütztürme und benutzen die MGs und Raketen den Jetpacks, um für ordentlich Schaden zu sorgen. Und wenn uns danach ist, lässt sich auch prima ein UFO kapern, was jedoch von einem äußerst nervigen Quicktime Event begleitet wird. Da die UFO-Entführung ohnehin nicht sonderlich viel Nutzen bringt, verzichtet man schnell darauf. Leider haben uns die Entwickler nur eine extrem begrenzte Gegneranzahl zur Verfügung gestellt,was sowohl für die Luft als auch für den Boden gilt. Dennoch erinnert Dark Void in den Flugabschnitten an Spiele wie Crimson Skies, ohne jedoch nur ansatzweise diese Qualität zu erreichen. Zunächst ist die Steuerung im Gegensatz zu den Passagen am Boden sehr ungenau und gewöhnungsbedürftig, während das Radar sehr unübersichtlich ausgefallen ist und man nie genau weiß, wo sich der nächste Feind befindet. Darüber hinaus muss man sich an den Übergang zwischen Schwebe- und Flugphase gewöhnen, der aufgrund des massiven Geschwindigkeitsunterschiedes sehr ruckartig erfolgt. Das führt dazu, dass man gerne gegen Wände und andere Objekte knallt.
