FIFA Street im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Straßenfußball wird cool: Comic-Look ade, jetzt sieht FIFA Street richtig gut aus und spielt sich real. Uns gefällt's!

Remake, Reboot... Man kramt in der Schublade nach alten "Perlen", nimmt sich die Idee, vor allem aber den Namen und stellt ein natürlich den neuen Marktinteressen angepasstes Spiel in die Verkaufsregale. Voilà schon hat man eine Franchise zu neuem Leben erweckt - mit Spielfreude für uns User und entsprechenden Geldeinnahmen für den Publisher. Ob diese Rechnung auch in Fall von FIFA Street aufgegangen ist?

Realistischer Straßenfußball

FIFA Street FIFA Street Grundidee von FIFA Street ist ganz eindeutig realistischen Straßenfußball abzubilden. Das heißt, übertriebene Tricks, abgedrehte Moves oder sich der Schwerkraft widersetzende Bewegungsabläufe braucht ihr erst gar nicht zu erwarten. Alles sieht und fühlt sich ein wenig nach dem großen Bruder FIFA 12 an, allerdings eben verspielter und ohne diesen wirklichen realistischen Tiefgang. Stattdessen bietet FIFA Street genau das was eine solche Art von Spiel nun mal bieten soll: Leichte Zugänglichkeit. Gerade die Basistricks, wie sich auf den Ball stellen, jonglieren oder den berühmten Übersteiger machen, hat man bereits nach wenigen Spielminuten intus. Mehr Trainingsarbeit müsst ihr investieren, wollt ihr auch die Spezialtricks, die auf so illustere Namen wie Ginga Tic Tac oder Hocus Pocus hören, beherrschen. Und hier zeigt FIFA Street dann auch seine wahre Stärke. Trotz leichtem Einstieg wird man gefordert und trotz leichter Zugänglichkeit motiviert das Spiel - bei weit über 50 Tricks könnt ihr euch sicher vorstellen, dass man schon diesbezüglich eine gewisse Zeit beschäftigt ist.

FIFA Street FIFA Street Auch wenn die Gameplay-Basis ganz eindeutig bei FIFA 12 zu suchen ist und es bestimmte Bereiche, wie etwa das Precision-Dribbling oder die Impact-Engine, fast unverändert ins Spiel geschafft haben, so werden sich Kenner des "Real-Kicks" aus selben Entwicklerhaus trotzdem umstellen müssen. FIFA Street ist Angriffsorientiert, d. h. die gesamte Spielweise ist darauf ausgelegt Tricks und Tore zu machen. D. h. aber auch, dass innerhalb des Gameplays Defensivaktionen eher spärlich vorhanden sind. Man kann den Gegenspieler zwar bedrängen bzw. versuchen den Ball im Zweikampf zu erobern, ein Grätschen, Rempeln oder gar aggressives Verteidigen gibt es aber nicht. Ebenso werden nur gute Offensivaktionen mit entsprechenden Stilpunkten, wichtig für die Entwicklung eueres virtuellen Ichs, entlohnt, während die Verteidigung auch diesbezüglich komplett leer ausgeht. Da kann man dem Gegner den Ball noch so schön vom Fuß klauen, Punkte bekommt man dafür nicht.

Dafür könnt ihr aber vor und auch während des Spieles kleine aber feine taktische Einstellungen vornehmen. Zwar beschränken sich selbige auch nur auf so allgemeine Ausrichtungen wie etwa Angreifen was das Zeug hält oder erst mal sehen was der Gegner macht, dafür wird das Ganze dann aber "auf dem Platz" von den eigenen Spielern auch wirklich umgesetzt.

FIFA Street FIFA Street Apropos Mitspieler. Werden selbige von der CPU gesteuert, dann müsst ihr leider damit leben, dass sie nicht immer klug agieren. Besonders auffällig ist hierbei das wankelmütige Verhalten des Torhüters. Mal verhindert er durch eine geniale Fußabwehr eine der berühmt berüchtigten "Hundertprozentigen", mal glotzt er teilnahmslos einem Kullerball hinterher, wie er ins Netz rollt. Welt- bis Kreisklasse - beim letzten Mann bekommt man während eines Matches praktisch alles geboten. Komplett konträr, gegensätzlich, das Verhalten der gegnerischen Feldspieler - Goalie mal außen vor gelassen. Hier kann man wirklich von einer künstlichen Intelligenz sprechen, die sich genau dem gewählten Schwierigkeitsgrad entsprechend verhält und euch fordert. Wer also zu schnell meint, er müsste sich für die Stufe "schwer" entscheiden, wird sein blaues Wunder und vor allem hohe, teilweise zweistellige Niederlagen erleben.

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