UEFA Euro 2012 im Gamezone-Test

Test Thomas Pfnür

Bisher waren die EM-/WM-Ableger immer dafür bekannt, einen kleinen Ausblick auf das kommende FIFA zu geben. Diesmal nicht.

Einer meiner ersten offiziellen Gamezone-Tests war die PS2-Umsetzung zur EURO 2004 in Portugal. Ganze acht Jahre ist das jetzt her und seit dem hat sich doch einiges geändert. Die deutschen Nationalmannschaft spielt nun tatsächlich meist schönen, vor allem aber mitreißenden Fußball, die damals noch topaktuelle Playstation 2 genießt mittlerweile den wohlverdienten Ruhestand und physikalische Datenträger, landläufig auch DVDs und BluRays genannt, verlieren immer mehr an Stellenwert.

UEFA Euro 2012 UEFA Euro 2012 Neuestes "Opfer" der Downloadmanie: UEFA Euro 2012 für PS3 und Xbox360. Die Umsetzung der kommenden Europameisterschaft in Polen und der Ukraine wird nicht als eigenständiges Spiel, sondern nur als Erweiterung, neudeutsch auch DLC, für FIFA 12 online veröffentlicht. D. h. für Konsolen gibt es das Ganze nur auf den Verkaufsplattformen PSN und Xbox Live. Wer also sein heimisches Spielgerät nicht online betreiben kann oder will, muss komplett auf das EM-Update verzichten. Ob dies die einzige Einschränkung bleibt oder ob uns noch mehr Enttäuschungen blühen, soll der folgende Test zeigen.

Eine Erweiterung ohne Erweiterung

UEFA Euro 2012 Quelle: EA Sports UEFA Euro 2012 UEFA Euro 2012 ist ein DLC im klassischen Sinn, d. h. das Hauptspiel FIFA 12 ist als Basis zwingend erforderlich. Trotzdem gibt es eine klare Trennung zwischen den Bereichen Euro 2012 bzw. FIFA 12 und somit keine wirkliche Vermischung der Inhalte. Wer etwa gehofft hatte, dass nun die EM im Karrieremodus des FIFA-Ablegers auftaucht oder innerhalb des Hauptspieles (FIFA 12) mehr Mannschaft zur Verfügung stehen, kann dies gleich wieder vergessen. Ob dieser ziemlich klaren Abkapslung verwundert es eigentlich noch mehr, dass es keine wirkliche "Standalone-Variante" der Euro-Umsetzung gibt. Ob diese vielleicht doch eigentlich geplant war? Aber vielleicht packte den Publisher einfach der Skrupel. Eine Umsetzung der diesjährigen EM die ohne jegliche Erweiterung des Gameplays auskommt und stattdessen komplett auf die spielerische Basis von FIFA 12 aufsetzt, das wäre dann wohl doch etwas wenig für ein Vollpreisprodukt im normalen Spielehandel gewesen. Keine Änderungen am Gameplay? So ist es. Vorbei die Ära der spielerischen Besonderheiten und kleinen Ausblick auf das neue FIFA - immerhin die großen Pluspunkte der bisherigen Umsetzungen von EA zu den diversen Fußballgroßereignissen. Vorbei die Zeit, als man mit einem EM/WM-Spiel etwas Neues, auch bezüglich der Spielmechanik, geboten bekam. Nein, UEFA Euro 2012 spielt sich wie FIFA 12, fühlt sich an wie FIFA 12 und hat auch die gleichen, wenn auch wenigen, spielerischen Macken wie FIFA 12. Ohne uns jetzt zu sehr auf Player Impact Engine, Precision Dribbling und Pro Player Intelligence einzulassen, dazu gibt es schließlich die entsprechenden Tests zum FIFA-Ableger, sollte damit aber auch klar sein, dass es, trotz aller Kritik aufgrund der fehlenden Gameplayerweiterungen, -anpassungen, -neuerungen oder wie immer man es nennen will, spielerisch noch am wenigstens an UEFA Euro 2012 auszusetzen gibt und der Titel "auf'n Platz" eigentlich richtig viel Spaß macht. Zwar ist dies kein direkter Verdienst des DLCs bzw. der dadurch geladenen Änderungen, erwähnt soll es aber trotzdem werden.

Mit Lizenzlücken und ohne Qualifikation reisen wir durch Europa

UEFA Euro 2012 Quelle: EA Sports UEFA Euro 2012 Gerade was das Thema Originalität und Realität angeht, gibt sich EA, und vor allem ihre Sportabteilung, immer mal wieder gern als der Vorreiter in der Branche. UEFA Euro 2012 zeigt aber gerade hier ungewohnte Schwächen und bietet den geneigten Spieler doch tatsächlich ein Lizenzpaket das eher an Konami, als an Electronic Arts erinnert. Von den 53 integrierten Teams, alle ihres Zeichens Mitglieder der Turnieraustragenden UEFA, sind gerade mal nur knapp die Hälfte (29 Mannschaften), wirklich komplett original. Allen voran natürlich die großen Fußballnationen, wie Deutschland, Spanien oder Italien. Diese Teams können mit den Originaltrikots, den Originalnamen und einem großen Wiedererkennungswert der Spieler selbst dienen. Ganz anders bei den sogenannten Fußballzwergen. Namentlich seien hier mal Wales, Lettland und Ukraine - letzteres immerhin Euro-Gastgeberland - genannt. Wer mit diesen Mannschaft spielt, wird schnell feststellen, dass er es zum einen mit einem Team voller generischer Spieler zu tun hat und zum anderen nicht mal auf die aktuellen Trikots zurückgreifen kann. Entwicklung auf Sparflamme, nennt man so was wohl.

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