Dass 2003 noch lange vor der Veröffentlichung von Half Life 2 der Sourcecode des Spieles gestohlen und im Internet veröffentlicht wurde, ist hinlänglich bekannt. Wer genau hinter dem Einbruch auf Valves Server stand, war bisher, zumindest in der Form, nicht so recht bekannt. Verdächtigt wurde jedoch unter anderem ein deutscher Hacker namens Axel "Ago" G.
Wie nun bekannt wurde, versuchten Valve und das FBI den Netzwerk-Spezialisten schon 2004 unter dem Vorwand eines Jobangebots von Valve in die USA zu locken, um ihn schließlich dort zu verhaften. Grund dafür sei der immense Schaden, den der Entwickler aufgrund des Datenlecks (damals geschätzte 250.000.000 US-$) erlitten habe. Noch im selben Jahr nahm der Beschuldigte Kontakt zu Gabe Newell auf, und versuchte seine Taten einerseits zu erklären und andererseits auch zu entschuldigen, da er nicht selbst an der Veröffentlichung des Codes schuld gewesen sein soll. Obwohl der Job verlockend klang und Newells Angebot die Kostenübernahme von allen Vorstellungs-relevanten Zahlungen ("We pay for all interview related expenses (travel, hotel, food, etc. ...) as well as relocation expenses (pretty standard for the game business).") beinhaltete, kam es nicht zu einer solchen Reise in die USA, da er Berichten zufolge zuvor in Deutschland zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde.
Bekannt wurde dies durch die teilweise Veröffentlichung der FBI Akten und E-Mails zwischen Axel G. und Gabe Newell, die auch dem BKA und dem baden-württembergischen LKA zu Ermittlungszwecken zur Verfügung standen. Die Taktik ist indes in Amerika nicht unbekannt: Das FBI Büro, dass hierfür zuständig war, lockte 2004 bereits zwei russische Hacker unter Vortäuschung eines Jobs in einem IT-Startup in die USA, wo die beiden verhaftet wurden.