Erneut machen Videospielgegner mobil und fordern massive Verbote und Einschränkungen. Dies allein ist nichts Neues für die Videospielgemeinde, doch bei der Aktion „Kölner Aufruf gegen Computergewalt“ gehen radikale Spielgegner weit über die Forderungen der Politiker hinaus.
Die Gegner bezeichnen Spiele wie Counter-Strike, Doom 3, Call of Duty, Halo 3, Crysis und Grand Theft Auto als „Landminen für die Seele“ und sehen darin „massive Angriffe auf die Menschenrechte, Völkerrecht und Grundgesetz“.
Aufgrund dieser Ansichten verlangt diese Initiative ein komplettes Verbot von Videospielen und das "kriegsverherrlichende" und "gewaltfördernde" Spiele nicht nur Kindern und Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen vorenthalten bleiben.
Damit aber nicht genug, denn zusätzlich möchte die 77-jährige Initiatorin Prof. Dr. Maria Mies verhindern, dass Videospiele vom Bundestag als Kulturgut anerkannt werden. Außerdem fordert Frau Mies, dass die Bundeszentrale für politische Bildung die von ihr herausgegebenen verharmlosenden Schriften zurückzieh[en], weil es diese von Medienpädagogen erstellt wurden, die ohnehin im Dienste der Spielindustrie handeln würden.
Weiterhin vermutet die radikale Bewegung einen "militärisch-industriell-medialen Komplex" innerhalb der Branche, welcher eng mit der „Kriegsindustrie“ zusammenarbeitet. In dem Aufruf, den ihr mittels Quellenlink einsehen könnt heißt es wortwörtlich:
"Killerspiele entstammen den professionellen Trainingsprogrammen der US-Armee, mit denen Schusstechnik, Zielgenauigkeit und direktes Reagieren auf auftauchende Gegner trainiert werden. Die Soldaten werden desensibilisiert und fürs Töten konditioniert, die Tötungshemmung wird abgebaut. Genauso werden durch Killerspiele Kindern und Jugendlichen Spezialkenntnisse über Waffen und militärische Taktik vermittelt […]"
Allein aus diesem Grund würde der „Kriegsindustrie“ viel daran liegen, die angeprangerte Art von Videospielen zu fördern und würde somit Einfluss auf Wissenschaft und Medien nehmen.
Mit dem Stand vom 14.12.2008 umfasst der Aufruf mittlerweile 146 Erstunterzeichner und 175 Unterstützer, darunter auch Kriminologe Christian Pfeiffer, der katholische Theologe Peter Bürger, der Naturheilarzt Heinz Katlun und der Ulmer Psychologen Manfred Spitzer, dessen Theorien die Grundlage für die Forderungen der Unterzeichner sind.
Wer sich für diesen Aufruf interessiert oder weitere Informationen beziehen möchte, der kann alle Details mit Hilfe des Quellenlinks nachlesen oder wendet sich mit Hilfe der folgenden E-Mail-Adresse direkt an Frau Dr. Mies: koelner.aufruf@gmx.de
Zur Person Prof. Dr. Maria Mies (siehe Bild) sei gesagt, dass sie deutsche Soziologin ist und in der Vergangenheit diverse feministische, ökologische und entwicklungspolitische Bücher verfasst hat, die internationale Beachtung fanden.