Dank heißer Heldin ein sehr schönes Spiel, leider nur viel zu langweilig und kurz geraten.
Immer schön locker bleiben...
Gestatten, mein Name ist Vanessa Z. Schneider und ich stecke in einem absoluten High-tech Anzug welcher zur Vernichtung jeglichen Wiederstands sehr zweckmäßig ist. Ja, mein Name lässt auf meine deutsche Herkunft schließen, aber darauf bin ich auch ziemlich stolz - stelle ich doch den coolsten deutschen Charakter in einem Videospiel überhaupt dar.
Da soll noch mal einer behaupten das Sonnenbrillen nicht cool und sexy machen würden! So heiß wie die gute Frau Schneider in P.N. 03 rüberkommt war schon lange keine Pixelheldin mehr. Es ist natürlich nicht nur die Sonnenbrille und der hautenge Kampfanzug die für das Knistern in der Luft zuständig sind, auch die enorm coolen Bewegungen, welche bisher absolut einmalig sein dürften, tragen ihren Teil dazu bei. Capcom ist ja mittlerweile bekannt dafür ganz besonders coole Helden zu entwickeln, Vanessa macht da keine Ausnahme. Sie glänzt vor allem durch ihre lässigen Posen und das ständige wippen im Takt der Musik. Zwar mögen die Kampfbewegungen zu so mancher Bänderzerrung führen, dafür können sich sogar Trinity und Neo aus "The Matrix" noch einiges bei Vanessa abschauen.
Die Umgebungsgrafik in diesem Spiel wird sicherlich für hitzige Diskussionen sorgen, bezeichnen sie doch manche Spieler als "eintönig und langweilig" andere wiederum als "ausgezeichnetes Stilmittel". Wir sind da eher letzterer Meinung. Auch wenn man mit Vanessa die meiste Zeit in den sich sehr ähnlichen Gängen aufhält und auch die Außenlevel immer gleich aussehen, entsteht trotzdem so etwas wie Atmosphäre. Das Spiel setzt dabei weniger auf Texturen, sondern viel mehr auf hervorragende Lichteffekte. Jeder einzelne Schuss erleuchtet den Raum um sich während seines Fluges und auch die Explosionen der Feinde sind durchaus sehenswert. Die Feinde sind prächtig animiert worden und ganz besonders bei den Endgegnern holt das Spiel sehr viel aus dem Gamecube heraus.
Das hört sich ja alles soweit ganz gut an, doch wo ist der große Haken? Ganz klar bei der Spieldauer. Selten sind wir in einem Spiel bereits beim ersten Testlauf zum letzten Endgegner vorgedrungen. Auf dem leichten Schwierigkeitsgrad hat man den Abspann innerhalb von drei Stunden auf dem Bildschirm, in der normalen Standardeinstellung dürften es höchstens fünf werden. Wenn das Spiel genügend Abwechslung bieten würde, dann könnte man die fast schon unverschämt kurze Spieldauer verschmerzen, aber leider ist auch hier nicht sonderlich viel geboten. Die Levelabschnitte und auch die Endgegner wiederholen sich sogar mehrfach in den gerade mal 11 Missionen, oftmals ist nur die Ausleuchtung der Räume geändert. Auch die gebotenen Gegner kann man fast an einer Hand abzählen, da ist man doch recht schnell gelangweilt.
Einzige Rettung: Die verschiedenen Kampfanzüge, welche es im Laufe des Spiels mit den verdienten Punkten freizuschalten gilt. Jeder Anzug ist entweder auf Angriff, Verteidigung oder den goldenen Mittelweg spezialisiert, zusätzlich können die Angriffstärke, Panzerung und neue Spezialangriffe gekauft werden. Dieses Feature birgt glücklicherweise noch einiges an Langzeitmotivation, die echten Freaks werden es geradezu genießen auch den letzten Kampfanzug freizuspielen. Der Ablauf in den Missionen ist dabei dem von "Dino Crisis" nicht unähnlich, nach jedem Raum gibt es einen Statistikbildschirm auf dem, bei besonders vielen Combos, einige Bonuspunkte vergeben werden. Wer sein Spielerleben einmal verlieren sollte, braucht auch nicht traurig zu sein, man muss nur den jeweiligen Raum wiederholen, nicht die ganze Mission.
