Sonic Adventure DX Director's Cut im Gamezone-Test

Test GreenAcid

Sonic mit gezogener Handbremse

Man, ich weiß gar nicht mehr wie oft ich damals auf dem Dreamcast diese Introsequenz von Sonic Adventure angesehen habe. Dieser Sound! Diese Grafik! Einfach Wahnsinn! Das Dreamcast war seiner Zeit wirklich weit voraus. Eben dieses Spiel, welches als Starttitel mit der Dreamcast erschienen ist, wurde nun vom ehrenwerten Sonicteam für Nintendos Gamecube umgesetzt - leider mehr schlecht als recht.

Der erste Teil von Sonic Adventure ist, wenn man es nachträglich ohne rosarote Brille betrachtet, eigentlich gar nicht mal so gut. Klar, es gibt diese tollen Actionlevel, in denen man mit unglaublicher Geschwindigkeit durch die wildesten Konstruktionen saust und zwischendurch wirklich atemberaubende Sprünge macht. Das dies alles auf vorgegebenen Bahnen abläuft, in denen man es tunlichst vermeiden sollte in eine andere Richtung als nach vorne zu steuern, fällt erst etwas später auf. Das Spiel lässt dem Spieler nur begrenzte Freiheiten und verzeiht es nur selten, wenn man mal auf eigene Faust durch die Areale springen will. Damals machte es wirklich viel Spaß den blauen Flitzer zuzusehen, auch wenn man sich zwischen den packenden Actionlevels in einer unfreiwillig komischen Stadt langweilen musste um den Eingang zu neuen Actionlevels zu finden. Dieser Adventure-Teil des Spiels war eher überflüssig, keiner konnte sich wirklich dafür begeistern und wahrscheinlich hat man ihn deshalb auch im wesentlich besseren Sonic Adventure 2 weggelassen.

Die Grafik hat man übrigens 1:1 vom Dreamcast übernommen, sie wirkt auf dem Gamecube natürlich stark veraltet hätte durchaus verbessert werden können. Als alter Retrofan ist so was leicht zu verkraften, absolut unverständlich sind allerdings die furchtbaren Ruckler, welche einem das Leben nur auf dieser Umsetzung für den Gamecube schwer machen. Sonic lebt nun mal von seiner Geschwindigkeit und genau diese wirkt auf der technisch schlechten Umsetzung für den Cube eher wie ein Daumenkino in Zeitlupe. Aufgrund einer schlechten PAL-Anpassung ruckelt der Igel in der deutschen Version sogar noch wesentlich stärker als bei der US-Version - so was ist wirklich unverzeihlich.

Was bietet denn eigentlich dieser Zusatz "Directors Cut"?

Leider nicht genug um den Titel für alte Dreamcast-Hasen attraktiv zu machen. Zum einen gibt es den neuen Missionsmodus, welcher über 60 Spezialaufträge für den blauen Igel bereit hält, diese sind allerdings erst nach dem vollständigen Durchspielen des Hauptteils verfügbar. In diesen Missionen muss man sich die meiste Zeit in der ohnehin langweiligen Stadt herumschlagen und verliert schnell die Lust daran. Eine sinnvollere Neuerung ist da schon die Möglichkeit durch das Sammeln von Sonic-Emblemen die Mini Game Collection freischalten, welche ein gefundenes Fressen für Retrozocker sein dürfte, es gibt hier nämlich original Sonics aus alten GameGear-Zeiten zum freispielen. Außerdem ist es möglich das Spiel mit dem Gameboy Advance zu verbinden und so seine kleinen Chao-Tierchen aus dem Chao Garden in den GBA zu übertragen, zusätzlich sind sogar ein paar weitere Minigames für den GBA verfügbar, welche ebenfalls mittels Link-Kabel übertragen werden können.

Meinung

Wertung zu Sonic Adventure DX Director's Cut (GC)

Wertung:

6.5 /10
Pro & Contra
Mini Game CollectionGBA-Link
grauenvolle Frameratelangweiliger Adventure-Part

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