Der Strategieknaller für die Hosentasche ist zurück. Wenig Neues, aber trotzdem sehr gut gelungen!
Ein hervorragendes Advance Wars 1,5
Die "Black Hole Army" unter der Führung ihres dunklen Herrschers "Lord Sturm" ist wieder da! Diesmal geht es nicht nur um die Ländereien von "Orange Star", der Krieg hat weltweite Ausmaße angenommen und sich bis auf andere Kontinente ausgedehnt. Nun müssen sich die Kommandanten der zuvor feindlich gesinnten Länder zusammenschließen und gemeinsam gegen die dunkle Bedrohung vorgehen.
Wer nicht wissen sollte um was es sich bei Advance Wars genau handelt, sollte einen kurzen Blick auf unser [url=reviews_detail.asp?gameid=14592]Review zum ersten Teil[/url] werfen. Prinzipiell handelt sich um ein rundenbasiertes Strategiespiel mit ähnlich hohem Suchtfaktor und der Komplexität des klassischen Schach, nur das Advance Wars dank eines äußerst gelungenen Tutorials und nahezu perfektem Menüdesign den Einstieg für jeden Spieler ohne Probleme möglich macht. Die Spieltiefe ist enorm, durch unterschiedliche Wettereffekte, Geländeeigenschaften und Sichtweiten muss man als Spieler vor jedem Zug wirklich sehr gut überlegen. Da man die Kämpfe nicht nur auf dem Land, sondern auch zu Wasser und in der Luft führt, ergeben sich ständig neue Situationen die mit neuen Strategien bewältigt werden müssen.
Das es sich bei diesem Titel um einen zweiten Teil handelt werden die Spieler des Vorgängers nur an ganz wenigen Stellen bemerken. Es haben zwar Änderungen und Verbesserungen stattgefunden, diese sind aber auf den ersten Blick eher nur minimal. Es gibt nämlich nur eine einzige neue Einheit: Den dicken und ganz besonders starken "NeoTank". Dieses Ungetüm ist zwar extrem teuer, kann aber dementsprechend auf dem Spielfeld aufräumen. Die Entwickler haben sich wohl zugunsten der Spielbalance dazu entschlossen nur eine neue Einheit zu integrieren, trotzdem hätten wir nach der langen Wartezeit gerne noch weitere neue Vehikel gesehen und auch befehligt. Mehr Neuerungen haben da schon die spielbaren Kommandanten erfahren: Im ersten Teil spielte man ausschließlich mit den Ko's aus dem Hause Orange Star, nun muss der Spieler auch innerhalb der Kampagne des öfteren mit den Ko's der anderen Streitkräfte auf das Schlachtfeld ziehen und sich dabei deren Fähigkeiten zu Nutze machen. Die sogenannten "Superpowers" sind neue und verstärkte Spezialkräfte, die automatisch verfügbar werden, wenn man nur genügend Spielzüge abwartet. Die "Superpowers" können so manchen Kampf entscheiden, denn einige beschädigen zum Beispiel alle feindlichen Einheiten und sind somit ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Beim Missionsdesign gibt es auch einige kleine aber feine Änderungen: Es gibt nun viel mehr Aufträge bei denen man nicht nur alle feindlichen Einheiten vernichten muss, sondern auch mal vorgegebene Städte zu besetzen sind, oder eine bestimmte Zeit gegen feindliche Angriffe standgehalten werden muss. Eine letzte und ebenfalls eher kleinere Neuerung sind die Raketensilos. Diese neutralen Basen können, sobald sie von einer Infanterieeinheit besetzt werden, eine Rakete auf den Feind abfeuern. Der Spieler selektiert nur noch wo es hingehen soll und schon werden alle gegnerischen Einheiten in diesem Gebiet beschädigt. Leider ist der dabei entstehende Schaden nur sehr gering, gerne hätten wir hier eine so vernichtende Durchschlagskraft wie die der Atombomben bei "Command & Conquer" gesehen.
Natürlich gibt es auch in diesem Teil wieder den Kartenraum, in dem man sich neue Spielkarten für das Skirmish-Match gegen den menschlichen oder computergesteuerten Gegner von zuvor in den Kampagnen verdienten Geld kaufen kann. Hier werden nun außerdem die verschiedenen Kommandanten nach dem Durchspielen der einzelnen Kampagnenabschnitte verfügbar. Die Grafik und vor allem das perfekte Menüdesign sind selbstverständlich gleich geblieben, hier gab es ja auch kaum etwas zu verbessern. Gerne hätten wir allerdings neue Hintergrundsounds gehört, zumal der ein oder andere Track wirklich schnell auf die Nerven gehen kann. Dies dürfte auch der einzige Kritikpunkt an diesem Spiel sein, zum Glück gibt es im Optionsmenü die Möglichkeit die nervige Musik zu deaktivieren.
