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Wertung der Redaktion:
7.2
Brauchbar

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Apocalyptica

PC-Review von Peter Grubmair (18.11.2003)

Mit den Engeln auf Rachetour

In Apocalyptica wird das Gut gegen Böse Spielprinzip auf die Spitze getrieben indem es den Spieler in die Rolle der Engel versetzt die gegen die Heerscharen des Neo-Satan anzutreten haben. Denn die Erde wird vom Bösen regiert und die Engel sind fast geschlagen, es gilt die finale Schlacht auszutragen oder unterzugehen. In der Haut einer der 16 verfügbaren Engel können wir uns in Apocalyptica stürzen, die sich durch ihre Waffen und vier Statuswerte voneinander unterscheiden. Denn die Beweglichkeit, der Schwertkampf und der Distanzschaden wirken sich relativ stark auf die einzelnen Charaktere aus, der Magie hingegen sind nur wenige mächtig. In der Praxis kann man die Mankos des eigenen Charakters aber gut ausgleichen, da man nur selten alleine in die Schlacht zieht. Meist wird man von bis zu drei Mitkämpfern begleitet, denen man die bekannten Befehle erteilen kann. Leider verhalten sich die computergesteuerten Charaktere nicht nur manchmal etwas dumm, laufen blindlings auf das vermeintliche Ziel zu und fallen in jedes Loch, im schlimmsten Fall auch direkt ins gegnerische Feuer, oder meinen ein anderes mal, durch eine Mauer durchgehen zu können, wenn man es nur lang genug versucht. Meist kämpft man sich deswegen ohne Rücksicht auf sie durch die gotisch inspirierten und mit biblisch geschmückten Level, die einen ständig zu suggerieren versuchen, dass das Besondere gleich um die nächste Ecke auf einen wartet, wo dann wieder nur der nächste Schalter montiert ist oder das nächste Ding wartet irgendwo hin gebracht zu werden. Denn so wie der erste Spieleindruck ist den Apocalyptica vermittelt, erwartet man schlicht mehr vom Gameplay. Die Story erinnert etwas an japanische Animes, nicht besonders authentisch aber um so kontroverser. Bei dem Thema Engel versus Teufel hätte man ruhig noch tiefer ins Eingemachte gehen können, der Geschichte einen mystischen Schwerpunkt geben und den Missionsablauf spannender machen können. Statt dessen werden uns Standardmissionen am laufenden Band geboten die Anfangs noch wegen der schnellen Kämpfe gefallen können, die sich auch wunderbar steuern lassen, aber schon bald eintönig werden.

Die Steuerung erfolgt ausschließlich aus der 3rd-Person Perspektive, wobei wir unseren Charakter mit der Tastatur bewegen und mit der Maus die Blickrichtung und die damit verbundene Waffe steuern. Die auf der Zehnertastatur etwas weit abgelegenen Sonderfunktionen kann man sich selbstverständlich umkonfigurieren. Die beiden Maustasten sind für die Schlag- und Schusswaffe zuständig, entsprechend massiv werden sie während der Kämpfe bearbeitet. Mit den meisten Charakteren kann man sich mit seinem Schwert schon von Beginn an der Feinde recht gut erwehren, die Distanzwaffen taugen ohne aufgelevelt zu sein allerdings sehr wenig. Ihre Schussrate ist ebenso begrenzt wie ihr Schaden. Ob man sich eher auf Nah- oder Distanzkämpfe einlässt, sollte man auch von der eigenen Beweglichkeit abhängig machen, denn die voll gepanzerten Charaktere bewegen sich entsprechend behäbig. Die schlanken und ungepanzerten Engel hingegen bewegen sich unglaublich schnell und führen die einzelnen Moves in unglaublicher Geschwindigkeit aus.

So schnell sich manche Charaktere auch bewegen, so holprig sind die Anderen animiert. Wie hüftsteife Roboter staksen sie durch die Gegend und bewegen sich im Ganzen einfach unnatürlich. Derweil sind sie selbst ebenso wie die Umwelt in einem Metal-Gothic-Stil gehalten der seinen eigenen Reiz besitzt. Vom verfallenen Dom bis zur Höllenlava bekommen wir alles geboten, mitunter etwas eckig aber nie unschön. Die Texturen sind meist hoch detailliert und scharf, besonders an der Architektur wurde ganze Arbeit geleistet, so manche Ecke im Schatten aber passt nicht ins sonst perfekte Bild.

Viel zu hören bekommen wir die Klingen der Schwerter und die ebenso harten Rocksounds im Wechsel mit sphärischen Orgelklängen im Hintergrund. Obwohl der Text im kompletten Spiel eingedeutscht wurde, hat man die Sprachausgabe im englischen Original belassen. Den Kampfschreien tut das keinen Abbruch, in den langen Briefings hingegen wäre die deutsche Sprache schon schön gewesen.

Die Multiplayer-Part ist das goldene Ei an Apocalyptica, denn ohne die dämlichen Bots macht das schnelle Gemetzel mit max. 16 Spielern wesentlich mehr Spaß. Sogar an den Coop-Mode wurde gedacht, der mehreren Spielern gleichzeitig erlaubt die Storymissionen zu spielen.


Gamezone Fazit:
So schräg Apocalyptica Anfangs beginnt, so mittelmässig zieht sich der Singleplayer-Part dann bis zum Ende hin. Dazwischen wird man durch schöne Welten Hin und Her gejagt und setzt sich endlos nachkommenden Gegnern zur Wehr. Als Missionsziel gibt es einen Schalter zu betätigen oder ein Ding einzusetzen. So einzigartig der Stil von Apocalyptica auch ist, es reicht nicht um über das 08/15 Leveldesign hinweg zu täuschen. Um so mehr Spaß macht der Multiplayer-Mode mit bis zu 16 Spielern per lokalem oder Internet. Dafür braucht es dann auch keine biblisch angehauchte Story, die zwar als Aufmacher taugt aber im Spiel selbst nicht überzeugen kann.
Grafik8
Sound7
Steuerung7
Gameplay7
7,2
Brauchbar
Negative Aspekte:
Eintönige Missionen.

Positive Aspekte:
Abgedrehte Grafik, gelungener Multiplayer-Part, gute Steuerung.


Weitere Links zum Thema:
News:
  Apocalyptica Demo online  24.10.2003
  Demo zu Apocalyptica erschienen  20.10.2003
  13 neue Bilder zu Apocalyptica  17.06.2003
  Apocalyptica: keine Xbox Version  22.05.2003
  Neuen Trailer zu Apocalyptica  11.05.2003
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  Apocalyptica  7,2   PC

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[22 Bilder]
Details Titel:
Apocalyptica
System:
PC
Publisher:
Konami
Developer:
Extreme FX
Genre:
1st Person Shooter

Release: 23.10.2003
Spieler: Internet
Version: DE
Hardware: Win 98 / ME / 2k / XP, 128 MB RAM, NVIDIA GForce2, ATI Radeon 8500/9100 oder bessere Grafikkarte, 1.2 GB Festplattenplatz, 4x CD-ROM.

Freigegeben ab 16 Jahren

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