Findet Nemo im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

In Findet Nemo könnt ihr die Kino-Abenteuer des kleinen Fisches und seiner Freunde selbst nachspielen.

Ich wohne in einer Ano.. Ani.. Anomene.. Äh Anemone

Die Pixar-Studios haben sich ja in der Kinobranche inzwischen einen recht guten Ruf erarbeitet, sind weit über die amerikanischen Grenzen hinaus bekannt und beglücken die Zuschauer mit gelungenen Charakteren und einer Unterhaltung die für die ganze Familie geeignet ist. Umso höher sind natürlich die Erwartungen, wenn sich besagtes Studio selbst an die Umsetzung eines Videospiels macht. Denn wie wir alle wissen, bedeutet viel Erfahrung in der Kinobranche noch lange nicht, dass man auch gute Videospiele produzieren kann. Denn auch wenn sich die Produktion eines Videospiels dem eines Kinofilms immer mehr angleicht, sind doch die Erwartungen der Käufer ganz andere als die eines Kinobesuchers.

Egal ob man zugehörigen Film bereits gesehen hat oder nicht, der Einstieg in Findet Nemo wird uns mehr als leicht gemacht. In Person von Nemo, oder sollen wir lieber sagen als Fisch Nemo, beginnen wir unser Abenteuer, welches am frühen Morgen, kurz vor Schulbeginn anfängt. Die erste Aufgabe die wir zu erfüllen haben besteht nämlich darin, erst einmal zur Schule zu finden. Auf dem Weg dorthin erlernen wir die ersten Funktionen der Steuerung kennen, wie man Nemo durch die Luftblasenringe steuert, ihn einen Stoßangriff ausführen lässt und wie man aus vielen kleinen Luftblasen eine große macht, in die man dann die bissigen Muscheln oder die Einsiedlerkrebse einsperren und sodann zerplatzen lassen kann. Da es in Findet Nemo keinen einzigen Charakter mit einem Lebensbalken gibt, unsere nassen Helden aber keineswegs unsterblich sind, hat man sich der Garnelen bedient, welche man einfach einsammeln kann, woraufhin sie uns fröhlich und mit viel Gequieke umkreisen und verfolgen. Berühren wir nun z.B. einen der giftigen Kugelfische, verlieren wir nicht gleich unser Leben und müssen den Level von Vorne beginnen, stattdessen verabschiedet sich eine unserer Garnelen, bis wir wieder ganz alleine und leicht verwundbar sind. Es ist also immer ratsam sich eine Schar der kleinen Helferlein mitzunehmen. Gemeiner Weise gibt es auch nicht zu wenige Schnellschwimmabschnitte, wo es darum geht in möglichst kurzer Zeit das Ziel zu erreichen und möglichst alle Ringe zu durchschwimmen und Muscheln einzusammeln. Während dieser Abschnitte verlassen uns die gesammelten Garnelen und wir sind ganz auf uns alleine gestellt. Zwar sind diese Abschnitte, wie auch der Rest des Games, sehr einfach gehalten, trotzdem ist es etwas unschön gelöst, dass bereits ein einziger Fehler genügt um Nemo - oder im späteren Spielverlauf auch Marlin und Dorie - zu verlieren und den Abschnitt wieder von ganz Vorne beginnen zu müssen. Gerade für ein Spiel wie dieses, welches wohl eher für jüngere Gamer angedacht ist, ist dies eine etwas unschöne und nervige Lösung.

Denn generell muss man zum Gameplay sagen, dass es sich recht schnell zu wiederholen beginnt. Am abwechslungsreichsten sind da noch die Erkundungspassagen, wo es darum geht die gebotenen Level möglichst leer zu räumen, indem wir durch alle Ringe schwimmen, alles Getier in Luftblasen packen und zerplatzen lassen und alle bunten Muscheln einsammeln. Weniger gelungen hingegen sind die Schnellschwimmszenen, wo es darum geht einen Fisch zu verfolgen oder einfach in der vorgegebenen Zeit ans Ziel zu gelangen oder einen Gegenstand von Ort A nach Ort B zu transportieren. Diese Abschnitte kranken nämlich gleich an zwei Dingen gleichzeitig, zum Einen die ungünstige 3D-Ansicht, welche einem kaum verrät ob man an einem Objekt schon vorbei ist oder nicht, und zum Anderen die verflixte Steuerung, die alles andere als exakt arbeitet. So passiert es gerne und oft, dass man besagte Abschnitte mehrmals beginnen muss, obwohl der eigentliche Schwierigkeitsgrad überhaupt nicht besonders hoch liegt.
Hat man alle Seesterne eines Levels eingesammelt, erhält man Zugriff auf diverse Minispielchen, wie das Nemo-Memo, die Pantomime oder das Verschiebe-Puzzle.

Im Gegensatz zum Gameplay muss sich die gebotene Grafik nicht verstecken. Auch wenn man sich an manchen Stellen etwas mehr Details wünschen würde, glänzt Findet Nemo vor Allem wegen der hervorragend animierten Fische und der vielen direkt aus dem Film stammenden Zwischensequenzen. Das Spiel gefällt besonders wegen seines bunten und kontrastreichen Erscheinens und seiner praktisch immer ruckelfreien Wiedergabe. Auch die verschiedenen Örtlichkeiten unterscheiden sich grafisch angenehm voneinander und besitzen einen hohen Wiedererkennungswert.

Ebenso gelungen und mit vielen Originalrhythmen versehen ist die Soundkulisse, die im Detail in der deutschen Version sogar besser gelungen sein dürfte als das amerikanische Original. Denn die Akteure besitzen durch die Bank die aus dem Kino bekannten Synchronstimmen und über die technische Umsetzung kann man sich nicht beklagen.

Die Steuerung fiel im Grunde recht einfach aus und gestattet einem einen schnellen Einstieg ins Spiel, kämpft aber in den 3D-Passagen mit recht mangelhafter Präzision, welche einem schneller das virtuelle Leben verlieren lässt als es einem lieb ist. So muss man schon etwas üben, bis man den nervösen Fisch unter Kontrolle bekommt. Hat man dies aber erst einmal intus, steht einem Vorankommen im Spiel nichts mehr im Wege, denn der Schwierigkeitsgrad ist - wie bereits erwähnt - recht niedrig gehalten, so dass auch die jüngeren Spieler keine Probleme haben sollten das Ende des Spiels zu erleben.

Meinung

Wertung zu Findet Nemo (PS2)

Wertung:

6.2 /10
Pro & Contra
Gelungene Animationengute deutsche Synchronisationviele Zwischensequenzen direkt aus dem Film
Sich schnell wiederholendes Gameplaykaum Abwechslungungünstige Steuerung in den 3D-Sequenzenein Treffer Tod-System
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